Alpincamper Vivaro Pro im Test
Opel Vivaro als Camper: viel Platz – und völlig gasfrei!

Alpincamper baut unter anderem den Opel Vivaro Pro aus. Ihn gibt's jetzt ohne Gas und mit bis zu sieben variablen Sitzplätzen.
Bild: Dani Heyne
Er schwimmt mit dem Strom, dieser Opel Vivaro Pro, den Alpincamper im oberbayerischen Lenggries ausbaut. Das soll jedoch nicht heißen, dass er bereits auf einen Elektroantrieb setzt: Unser Testwagen ist mit dem 2,0-Liter-Diesel ausgestattet, der erwartbare 140 PS leistet, zudem jedoch stolze 370 Newtonmeter, was als ordentliches Drehmoment gilt, das in allen Einsatzszenarien überzeugt. Speziell, wenn ein Anhänger an den Haken soll: Bis zu 2,5 Tonnen zieht der Vivaro klaglos weg.
Auch für Pferde- und Oldtimerfans eine wichtige Nachricht. Der Stromfaktor bei diesem Alpincamper fokussiert sich auf die Wohnnutzung. Er hat kein Gas an Bord: Die Webasto-Heizung zapft sich Diesel, die 16 Liter große Dometic-Kühlbox nutzt Strom – genau wie das 1000-Watt-Induktionskochfeld. Hier schlägt die Stunde der Wahrheit: Aus reinen Bordmitteln dürfte der Strom für ein, zwei Tage Kochen ausreichen, doch das hängt sehr vom Nutzungsprofil ab.

Typisch: Den Küchenblock platziert auch Alpincamper hinter dem Fahrer.
Bild: Dani Heyne
Gibt es dagegen Landstrom, erübrigt sich die Frage: Dann lässt sich beliebig kochen. Alpincamper baut eine kompakte Powerstation von Bluetti ein, die über einen 2000-Watt-Wechselrichter verfügt und von der Lichtmaschine, wahlweise auch Solarpanels oder eben Landstrom geladen wird. Das bietet auf Reisen viele Optionen, auch für digitale Nomaden, die unterwegs ihren Rechner oder auch Bildschirme betreiben wollen.
Alpincamper Vivaro Pro mit einem Klapptisch
Alpincamper nutzt als Fahrzeugbasis stets die Kastenwagen-Versionen der Hersteller, nicht die Vans. Damit sind zwei Schiebefenster bereits montiert, es stören zudem keine Plastikverkleidungen, auch sind keine Gurte in den Wänden fixiert.
Technische Daten: Alpincamper Opel Vivaro
Technische Daten | Alpincamper Opel Vivaro |
|---|---|
Motorisierung | Opel 2.0 BlueHDi 145 |
Leistung | 106 kW (145 PS) bei 3750/min |
Hubraum | 1997 cm³ |
Drehmoment | 370 Nm bei 2000/min |
Höchstgeschwindigkeit | 178 km/h |
Getriebe/Antrieb | Achtstufenautomatik/Vorderradantrieb |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 69 l Diesel + 22,5 l AdBlue |
Länge/Breite/Höhe | 4959/1920/1970 mm |
Radstand/Bereifung | 3275 mm/215/60 R 17 |
Masse fahrbereit/Zuladung | 2110/990 kg |
Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 2500/750 kg |
Außenmaterial Wand/Dach/Boden | Stahlblech / GFK / Stahlblech |
Stärke Wand/Dach/Boden | 6/6/19 mm |
Isoliermaterial | Armaflex |
Liegefläche unten L x B | 1900 x 1200 mm |
Liegefläche oben L x B | 1950 x 1200 mm |
Kühlbox | 16 l |
Herd | Induktion, 1 Flamme |
Bordbatterie | Lithium, 12 V/60 Ah |
Frisch-/Abwassertank | 19/19 l |
Gasvorrat/Heizung | –/Diesel |
Grundpreis/Testwagenpreis | 58.990 Euro/61.870 Euro |
Das Anschnallen lösen die Lenggrieser auf ihre Weise: Sie kleben einen speziellen Boden mit vier Airline-Schienen in den Vivaro, zwei von ihnen nehmen die 1,20 Meter breite Schlafbank auf, die Gurte für drei Personen bietet. Sie lässt sich, den Schienen sei Dank, leicht frei im Auto positionieren.
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Zudem können in den Schienen noch zwei weitere Sitze befestigt werden, der Vivaro Pro bringt also problemlos sieben Personen ans Ziel.

Die Schlafbank ist 120 Zentimeter breit, die Gurte sind integriert: So ist sie frei verschiebbar.
Bild: Dani Heyne
Einen Tisch integriert Alpincamper nicht: Zum Essen (oder Arbeiten) dient ein Klapptisch, der Beifahrersitz lässt sich zudem drehen. Nachts finden zwei Erwachsene auf der umgeklappten Bank Platz, die sich in der Praxis als recht hart erweist. Ein passender Topper sorgt für mehr Komfort. Oben im Schlafdach können zwei weitere Erwachsene schlafen, und das Beste ist: Geschlossen bleibt der Vivaro knapp unter der Zwei-Meter-Grenze – mit Markise, wie am Testwagen montiert, klappt das allerdings nicht mehr.
Die Möbel sind eine Eigenentwicklung von Alpincamper. Ihr Kopf, Michael Zaiser, lässt sie nach seinen Plänen von einem Zulieferer auf CNC-Maschinen sägen, in seinem kleinen Werk in Lenggries, eine reine Manufaktur, werden sie montiert. Er hat Vertrauen genug in ihre Arbeit, um fünf Jahre Garantie zu gewähren. Alpincamper baut das seitliche Möbelstück bewusst offen, um schnelleren Zugriff zu ermöglichen, zudem spart es Gewicht.

Das aufstellbare Dach bietet Stehhöhe und ein Bett für zwei Erwachsene.
Bild: Dani Heyne
Die Küchenschränke dagegen besitzen Klappen und Türen. Mit zwei 19-Liter-Tanks und einer Pumpe stellt der Camper die Wasserversorgung sicher, zudem gibt es Stauraum für eine kleine Toilette. Das alles macht den Vivaro Pro durchweg autark. Alpincamper liefert den Vivaro auf Wunsch auch mit Schaltgetriebe, 2000 Euro lassen sich so sparen, doch nur wenige Kunden entscheiden sich dafür.
Ab Herbst kommt dann der neue 150-PS-Diesel. Sein Aufpreis: rund 1000 Euro.
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