Aston Martin DB7 Zagato
Designeranzug für den DB7

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So sieht es aus, wenn der italienische Designer Andrea Zagato eine englische Ikone neu einkleidet.
Die Zahlen liegen auf dem Tisch: "Bei 75 Bestellungen bauen wir ihn, bei höchstens 99 Stück ist Schluss", sagt Henrik Fisker, Designchef bei Aston Martin, über das neue DB7-Spitzenmodell. Als oberster Stylist und gleichzeitig Vorstandsmitglied musste er allerdings darauf achten, dass Andrea Zagato, Chef von SZ Design und Enkel des Firmengründers Ugo Zagato, nicht übers Ziel hinausschießt und der DB7 Zagato eventuell nicht mehr als Aston Martin zu erkennen ist. Schließlich soll die Rarität (Fisker: "Ein Sammlerstück" ) nicht zuletzt den inzwischen etwas angejahrten Serien-DB7 wieder ins Gespräch bringen.
Aston Martin und Zagato – das passt

Der neuesten Zagato-Kreation liegt der DB7 Vantage Volante zugrunde, also das Cabrio. Andrea Zagato überarbeitete den Wagen kräftig, um eine kompaktere Form mit langer Schnauze zu kreieren: Die Gesamtlänge schrumpfte um 211 Millimeter, der Radstand um 60 Millimeter. Die Überhänge vorn und hinten sind kürzer, dafür nahm die Breite um 31 Millimeter zu. Dank der völlig neuen Alu-Karosserie wiegt das Auto 60 Kilo weniger.
"Der soll die Straße fressen"
Doch am auffälligsten ist der riesige Kühlergrill, handgefertigt aus massivem Aluminium: "Der soll die Straße essen", kommentiert der Designer. Das Dach ziert die Zagato-typische Zwei-Buckel-Landschaft, die sich über die geschwungene Heckscheibe bis nach hinten zieht. Fachterminus: "Double-Bubble". Damit keine Karosseriespalten das Heck verunzieren, verzichtete Zagato auf eine echte Heckklappe. Die Lösung ist eine Luke, deren Deckel wie die Klappe eines Handschuhkastens nach unten öffnet und dann als Tischchen benutzt werden kann. In die dunkle Höhle dahinter passt ein Golfbag, sonst nichts. Wer mehr Platz benötigt, soll den Innenraum mitbenutzen. Statt zweier Notsitze hinten wie beim Basis-DB7 gibt es hier nur einen Stauraum. Das Gepäck kann mit Lederriemen verzurrt werden – very British.

Antriebsquelle des Zagato-Derivates ist der Zwölfzylinder aus dem DB7, leicht angefüttert. Mit 440 PS ist er 20 PS stärker, Angaben über Newtonmeter oder gar Fahrleistungen hält Aston Martin noch nicht parat. Bislang existiert nur ein Prototyp, der zudem nicht ganz fertig ist. Und außerdem: Wer fragt bei Sammlerstücken schon nach profanen technischen Daten?
Technische Daten
Geplant ist, die Karosserie bei Zagato in Mailand zu fertigen, die Endmontage übernimmt Aston Martin im hauseigenen DB7-Werk im Bloxham. Sollten genug Aufträge eingehen – und daran zweifelt niemand –, beginnt die Produktion Ende August 2002 und endet im Oktober 2003.
Technische Daten V12, vorn längs • 4 Ventile je Zylinder • Hubraum 5935 cm3 • Leistung 324 kW (440 PS) bei 6000/min • Heckantrieb • Sechsgang manuell • Einzelradaufhängung rundum • Länge x Breite x Höhe 4481 x 1861 x 1244 mm • Radstand 2531 mm • Gewicht 1740 kg • Reifen 245/40 ZR vorn, 265/35 ZR 18 hinten • Preis ca. 255.000 Euro
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