Aston Martin Valhalla zieht bei Kunden besser
Kurswechsel bei Aston Martin: Zweifel an E-Auto-Plänen

Aston Martin verschiebt die angekündigten Pläne für das erste vollelektrische Modell der Marke: Zweifel an Nachfrage, Fokus richtet sich auf Plug-in-Hybride wie den Valhalla.
Bild: Aston Martin
- Raphael Schuderer
Sind Elektroautos zu emotionslos? Diesen Verdacht hat die britische Edel-Automarke Aston Martin und ändert ihre E-Auto-Pläne. Bis der erste vollelektrische Aston Martin beim Händler steht, müssen sich die Interessenten gedulden!
Der Aufsichtsratsvorsitzende Lawrence Stroll zur "Daily Mail" über E-Autos: "Die Nachfrage ist nicht so hoch, wie wir noch vor zwei Jahren dachten, zumindest nicht zum Preis eines Aston Martin."

Aston Martin Valhalla: Superflitzer mit Doppelherz-Antrieb.
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Auch allgemein gingen die Stromer-Verkäufe in Großbritannien zurück. Hohe Kaufpreise und fehlende Ladeinfrastruktur in Verbindung mit gestiegenen Lebenshaltungskosten seien der Grund dafür.
Plug-in-Hybrid Valhalla höher im Kurs
Plug-in-Hybride seien laut Stroll wesentlich gefragter als reine E-Modelle. Weil die Leute "zwar etwas Elektrifizierung, aber immer noch den Geruch, das Gefühl und den Sound eines Sportwagens" wollen. Eine Vielzahl der Kunden komme nicht ohne "das ikonische Gebrüll des Motors" aus.

Aston-Martin-Boss Lawrence Stroll, hier beim F1-Auftakt in Bahrain.
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Passend dazu will Aston Martin noch 2024 den Plug-in-Hybrid-Supersportwagen Valhalla an die Kunden liefern. Der soll zwar auch von einem Elektromotor (204 PS) angetrieben werden, einen Großteil der Leistung (750 PS) steuert allerdings ein Achtzylinder-Verbrenner bei. Der Superflitzer wurde zusammen mit Red Bull Racing entwickelt, soll rund eine Million Euro kosten. Eine limitierte Serie mit 1000 Fahrzeugen ist geplant.
E-Auto-Pläne liegen vorerst auf Eis
Ursprünglich wollten die Briten ab 2025 mit ihrem ersten vollelektrischen Modell an den Start gehen. Der geplante Superstromer hat bisher noch keinen offiziellen Namen, auch Leistungsdaten und Karosserie-Entwürfe hält Aston Martin geheim.
Im vergangenen Jahr kündigten die Briten noch an, das "aufregendste und begehrenswerteste Elektroautos der Welt" bauen zu wollen. Dafür sei eine Kooperation mit dem US-Elektrohersteller Lucid Motors geplant, der im Sommer 2023 rund vier Prozent von Aston Martin übernommen hatte.

Edel: Rund eine Million Euro muss ein Käufer für den Valhalla hinlegen.
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Die E-Auto-Pläne von Aston Martin verschieben sich nun mindestens auf 2026 – wenn es überhaupt dazu kommt.
Die Traditionsmarke hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Laut "Manager Magazin" beendete der Luxushersteller das Geschäftsjahr 2022 mit einem Nettoverlust von 529 Millionen britischen Pfund (knapp 620 Millionen Euro). Gerettet wurde Aston Martin vom chinesischen Auto-Giganten Geely, der inzwischen 17 Prozent der Anteile hält.
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