Audi A4 allroad/BMW X1 xDrive 28i: Test
Erster Einsatz für den neuen BMW-Motor

Raus aufs Land: BMW X1 und Audi A4 allroad sind mit ihren starken Benzinern ideal dafür. Doch die richtige Wahl ist mehr als eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ein Vergleich der Lifestyle-Softroader.
Bild: Uli Sonntag
- Jörg Maltzan
Sie kommen von Chloé. Oder Donna Karan. Designer-Gummistiefel! Die bunten Dinger kosten ab 200 Euro, sehen todschick aus, sind aber trotzdem nicht wasserdichter als die schwarzen Billig-Boots aus dem Baumarkt. Was soll's? Wer stilvoll durch sein Blumenbeet stampfen will, kommt an den teuren Trend-Tretern nicht vorbei. Sie kommen von Audi und BMW. Designer-Kombis! A4 allroad 2.0 TFSI quattro und X1 xDrive 28i kosten ab 40.000 Euro, haben intelligente Allradantriebe, sind aber trotz größerer Bodenfreiheit nicht viel talentierter als ihre billigeren Brüder mit nur einer angetriebenen Achse. Was soll's? Wer rustikal über seine Kieszufahrt rollen will, sitzt in diesen Mode-Modellen richtig.
Überblick: Alle News und Tests zum Audi A4

Audi Abenteuer-Appeal: Mit dem Zusatz "allroad" wird der A4-Kombi zum Softroader.
Bild: Uli Sonntag
Überblick: Alle News und Test zum BMW X1

Ein Schock für Fans: Der X1 xDrive 28i hat jetzt nur noch vier statt wie bisher sechs Zylinder.
Bild: Uli Sonntag
Noch wichtiger: Der aufgeladene Vierzylinder verbraucht 1,6 Liter weniger Super auf der AUTO BILD-Verbrauchsrunde, spurtet aber exakt eine Sekunde schneller auf 100 km/h. Überzeugendere Argumente kann es für Zylinder-Zurücknahme – auch als Downsizing bekannt – nicht geben. Trotzdem fehlt etwas: der seidig-souveräne Sound, die flirrende Drehfreude und das Prestige, einen prächtigen Sechsender unter der Haube zu haben. Stets klingt das Aggregat etwas rau und dünn. Obenheraus entwickelt es für ein Turbotriebwerk allerdings überraschende Drehfreude; zügig erreicht es 240 km/h. Der Motor macht dann stolze 5500 Umdrehungen – typisch für einen Sportmotor. Nur zum X1 will dieser explosive Treibsatz nicht so recht passen. Mit seiner hoch aufragenden Karosserie ist er einem SUV näher als einem Kombi. Gegenüber dem A4 sitzt der X1-Fahrer fünf Zentimeter erhabener – gut für die Aussicht, doch eine sportliche Sitzposition fühlt sich anders an.
Überblick: Alle News und Tests zu Audi und BMW

Straffer Dynamiker: Der BMW verlangt seinen Passagieren deutlich mehr ab als der Audi.
Bild: Uli Sonntag
Beim Blick aufs Interieur wird schnell klar, dass die mindestens 40 Riesen bei Audi besser investiert sind – die A4-Qualität sieht hochwertiger aus als das mit viel Hartplastik dekorierte X1-Cockpit. Jede Klappe ist sauber eingepasst, alle Fugen wirken wie von unsichtbaren Klammern zusammengepresst. Dazu kommt der größere Kofferraum. Reisen Passagiere in beiden Modellen noch ähnlich komfortabel, schluckt der Audi allroad in jedem Fall mehr Gepäck. Aber kommt es bei diesen Trend-Typen wirklich auf so profane Dinge an? Designer-Gummistiefel kauft schließlich auch kein Mensch, nur um darin trockene Füße zu behalten.
Fazit
Nun ist es passiert: BMW streicht den Reihensechser zugunsten des Turbovierzylinders. Ein Bombenmotor, kräftig und sparsam. Dennoch: Ein BMW ohne sechs ist wie Weißbier ohne Schaum – fade. Allerdings liegt es nicht am Motor, dass der Münchener Szene-Matscho dem Kollegen aus Ingolstadt hier den Vortritt lassen muss. Der BMW X1 verliert viel mehr wegen seiner Schwächen beim Komfort und beim Qualitätseindruck.
Service-Links