Mit ein wenig Schminke und ganz viel neuer Technik unterm Kleidchen schickt Audi sein überarbeitetes Volumenmodell – den A4 – ins Rennen gegen Mercedes C-Klasse und BMW 3er. Das Update des 3ers wurde erst vor wenigen Tagen präsentiert: Am 11. Februar 2012 geht der Münchener in der sechsten Generation an den Start. Bis zum Generationswechsel dauert es beim A4 noch bis 2014, daher möchte Audi nun mit einem gründlichen Facelift gegen den 3er anstinken. In allen Varianten – Limousine, Avant, allroad und S4 – kommt der neue A4 laut Audi jetzt "noch klarer und markanter" daher. In Klartext heißt das unter anderem: Die oberen Ecken des Singleframes sind angeschrägt, die Querrippen und die Audi-Ringe im Kühlergrill sind nun dreidimensional, es gibt neue Stoßfänger und modifizierte Leuchten vorne und hinten. Dazu noch eine stärker gewölbte Motorhaube und ein paar neue Lacktöne – fertig ist das 2012er-Modell. Die Abmessungen bleiben nahezu identisch. Limousine und Avant strecken sich auf 4,70 Meter Länge, allroad quattro und S4 sind 4,72 Meter lang. Der Radstand ist bei allen gleich (2,81 Meter).
Audi A4 Avant
Der durchschnittliche Verbrauch des neuen A4 soll um elf Prozent gesunken sein.
Bild: Werk
Deutlich ausgeprägter sind da schon die Modifikationen auf der Technik-Seite. Allein im Motoren-Portfolio hat sich einiges getan: Um elf Prozent soll der durchschnittliche Verbrauch gesunken sein, die Leistung bei einigen Modellen aber gleichzeitig zugelegt haben. Alle Motoren sind aufgeladene Direkteinspritzer, das Start-Stopp-System und das Rekuperationssystem sind durchgängig Serie. Die Palette umfasst sieben Diesel und vier Benziner. Die Spanne reicht vom 120 PS leistenden 2.0 TDI bzw. 1.8 TFSI bis zum S4 mit 333 PS. Neu erhältlich sind der zwei Liter große Selbstzünder mit 163 PS im A4 2.0 TDI sowie der 1.8-TFSI-Benziner mit 170 PS. Der neue Diesel soll durchschnittlich 4,4 Liter verbrauchen, im 1.8er sollen 5,6 Liter auf 100 Kilometer konsumiert werden. Der 2.0 TDI mit 136, 163 und 177 PS hat außerdem ein modifiziertes Zweimassen-Schwungrad an Bord, das die Vibrationen bei niedrigen Drehzahlen weiter absenken soll.
Audi S4
S4: Vier Endrohre und das Heckemblem geben bekannt, wer einen da gerade überholt hat.
Bild: Werk
Kombiniert werden können die Motoren mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe (Serie bei den Fronttrieblern), der stufenlosen multitronic oder dem Doppelkupplungsgetriebe S tronic mit sieben Gängen (Serie bei allroad quattro). Alle Getriebevarianten haben eine lange Übersetzung in den oberen Gängen und steuern so ihren Teil zu den gesunkenen Verbrauchswerten bei. Selbst bei der Topmotorisierung – dem Audi S4 mit seinem 333 PS starken Dreiliter-V6 unter der Haube – soll der Durchschnittsverbrauch bei vergleichsweise bescheidenen 8,0 Litern liegen. Auf Tempo 100 soll es trotzdem in sportlichen 5,0 Sekunden gehen und abgeregelte 250 km/h Höchstgeschwindigkeiten sind auch noch möglich.
Für den Innenraum gab's nur sanfte Retuschen. So stehen nun etwa neue Lenkräder mit Chrom- und Hochglanzeinlagen zur Wahl. Hochglanzapplikationen und Chromspangen an den Bedienelementen sorgen für zusätzliche Veredlung. Sitzheizung und -klimatisierung werden jetzt direkt über je einen Taster bedient. An Assistenzsystemen steht unter anderem adaptive cruise control zur Verfügung. Es hält den A4 von 0 bis 200 km/h stets in konstantem Abstand hinter dem Vordermann. Bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h leitet es eine Vollverzögerung ein, falls ein Auffahrunfall droht. Der  active lane assist hilft dem Fahrer, den Wagen in der Spur zu halten. An der Spitze der Infotainment-Palette des A4 steht die MMI Navigation plus mit großer Festplatte, Farbmonitor, 3D-Grafik und DVD-Player. Das Bluetooth Autotelefon online holt unter dem Stichwort Audi connect spezielle Dienste ins Auto, etwa die Google-Sonderzielsuche per Sprachbedienung. Der günstigste Einstieg in den aufgefrischten A4 ist der 1.8 TFSI für etwa 27.500 Euro.
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