Audi A6/A7 gebraucht: TÜV-Report, Schwachstellen, Mängel
Der Audi A6/A7 ist auch gebraucht ein teurer Spaß

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Der A6 will als Sportler in der Businessclass auftreten – doch meist ist der Audi ein Diesel-Kombi. Starke Motoren, langlebige Qualität und breite Modellpalette ziehen. Zwei Generationen im TÜV-Check.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Der Audi A6 ist ein Klassiker unter den Business-Limousinen – der A7 bringt mit seiner Coupé-Silhouette sportliche Eleganz ins Spiel. Beide überzeugen mit starker Technik, viel Komfort und einer insgesamt sehr soliden TÜV-Bilanz. Kleine Schwachpunkte wie Ölverlust oder Probleme an den Achsaufhängungen treten vor allem bei älteren Modellen auf.
Audi A6/A7 (Typ 4K)
- Bauzeit: 2018 bis 2025
- Motoren: 163 PS (35 TDI) bis 630 PS (RS 6 Performance)
- Preis: ab 19.000 Euro
Das ist er: Ein anerkannter Player in der Business-Liga. Die fünfte Generation von Audis Oberklasse geriet nicht mehr geräumiger, dafür im Design eine Spur sportlicher. Der kleinste A6-Benziner bringt nun 245 PS (zuvor 190), beim Diesel sind es 163 statt 136 PS. Die hochgezüchteten Image-Bomber RS 6 (600 bis 630 PS), S6 (450 PS) und S6 TDI (349 PS) sind die Ausnahme. Wieder haben die Erstbesitzer klare Präferenzen: Zwei Drittel der Gebrauchten sind Diesel, vier Fünftel Kombis. Alle mit Automatik, Schaltgetriebe gibt es nicht mehr. Neu sind Infotainmentsystem (MMI touch response), das Virtual Cockpit und einige Assistenzsysteme. Für die Ladung gibt es Platz wie im Vorgänger.

Nur ein Fünftel der angebotenen Gebrauchtwagen sind Limousinen.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Das kann er: Ein schickes Büro oder ein Familienflieger sein. Dank bester Schalldämmung bleibt die Welt draußen weit weg, moderne Antriebstechnik hilft beim Sparen. So verbraucht der 245-PS-Benziner im Alltag keine 8,5 Liter.
Das macht Ärger: Die neue Elektronik mit Systemabstürzen (MMI) oder übergriffige Spurhalteassistenten. Rückrufe betrafen die Tankanzeige (2018-2021), Airbags (2017-2020), Motorsteuergeräte (2022), verstellte Spur (2019-2021), Achslenker und Radträger (2019 bis 2021) sowie knarzende Panoramadächer (2018).
Audi A6/A7 (Typ 4G)
- Bauzeit: 2011 bis 2018
- Motoren: 136 PS (2.0 TDI) bis 605 PS (RS 6 Performance)
- Preis: ab 7000 Euro
Das ist er: Die Dienstwagenalternative zu BMW und Mercedes. Mit Avant, Limousine, viertürigem Coupé A7 und dem Allradkombi Allroad bietet Audi sogar ein breiteres Programm als die Konkurrenz. Bei Gebrauchten dominiert der Avant, fast alle A6 sind Diesel mit 190 bis 326 PS (im TDI Competition). Die Benziner bringen zwischen 190 und 605 PS im sehr seltenen RS 7 Performance.

Das Platzangebot ist riesig, die Ausstattung üppig.
Bild: Martin Meiners
Das kann er: Die Fahrgäste im Audi-Stil verwöhnen, das heißt sportlich straff, stilvoll möbliert und in Materialien und Qualität top. Ob Front- oder Allradantrieb – das Platzangebot ist üppig. Im AUTO BILD-Dauertest über 100.000 Kilometer erzielte ein Avant 2.0 TDI die Note 1–. Dank hochwertiger Bauweise wirkte er am Ende wie neu.
Das macht Ärger: Das Theater beginnt meist bei höheren Laufleistungen, und dann wird es teuer: Federn, Dämpfer oder neues LED-Licht (2500 Euro) gehen ins Geld. Rückrufe wegen Bremskraftverstärkern (3.0 TDI Bj. 2012) und undichter Spritleitungen (3.0 TFSI). Der Turbolader zickt am V6-TDI, die Krümmerdichtung im AUTO BILD-Dauertest (2.0 TDI 177 PS).
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Als Dienstwagen ist der Audi A6 viel unterwegs. Mit steigenden Kilometerständen leiden beim Fronttriebler vor allem die Achsaufhängungen des älteren 4G, ebenso Achsfedern und Dämpfung. Ansonsten liegt der A6 meist im grünen Bereich. Antriebswellen, Lenkanlage, Lenkgelenke, Rost oder Bruch? Fehlanzeige, alles top.
Licht
Vorbildlich, wie der Audi über zwei Modellgenerationen und alle Jahrgänge ein so positives Bild abgibt. Bei Blinkern, Abblendlicht, Leuchten vorn und hinten bleibt Audis Oberklasse weit unter dem Fehlerdurchschnitt.
Audi A6/A7: Mängeleinteilung*
Alter | Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher |
|---|---|---|---|---|
2-3 Jahre | 92,4 (Ø 89,4) | 2,6 (Ø 4,0) | 5,0 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 90,1 (Ø 84,7) | 3,4 (Ø 5,3) | 6,5 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 81,3 (Ø 78,8) | 5,7 (Ø 7,6) | 13,0 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 74,6 (Ø 71,7) | 7,5 (Ø 10,0) | 17,8 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 69,3 (Ø 64,7) | 9,0 (Ø 12,4) | 21,7 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 62,5 (Ø 56,0) | 13,1 (Ø 15,5) | 24,4 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Bremsen
Auch die Bremsen zeigen sich den TÜV-Prüfern fast makellos. Nur die Bremsschläuche der frühen Baujahre sind gelegentlich marode. Ansonsten liegen die Mängelquoten in diesem Kapitel deutlich unter dem Schnitt.
Umwelt
Ein Mangel älterer A6 sind die Abgasanlagen, an den frühen Modellen bröselt der Auspuff häufiger als im Gesamtschnitt. Auch AU und Motormanagement geben öfter Anlass zur Kritik.
Fazit
Als Gebrauchter ist der A6 der beiden letzten Generationen ein sicherer Tipp. Tolle Qualitätsanmutung und langlebige Bauweise versprechen sorgenfreies Fahren. Vorausgesetzt, die wenigen Schwachpunkte werden beim Kauf geprüft: die Achsaufhängungen, insbesondere die Querlenker vorn, an älteren Modellen und die Abgasanlagen. Wie in dieser Klasse üblich gilt auch für den Audi: Geht mal etwas kaputt, wird es meistens ein teurer Spaß.
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