Nur ein Buchstabe, der aber alles ändert. Da wird dann aus inniger Zuneigung (Liebe) rohe Gewalt (Hiebe). Oder bei Audi aus der Premium Platform Electric (PPE) die Verbrenner-Basis PPC (C für das englische combustion, also Verbrennung).
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A6 Avant TFSI quattro

Audi A6 Avant TFSI quattro
Auch bei den bayrischen Edelkombis namens A6 Avant ändert dieser eine Buchstabe Grundlegendes – und einiges mehr als die Antriebskürzel e-tron und TFSI vermuten lassen.

Überblick: Welcher Audi A6 Avant passt zu wem?

  • Audi A6 Avant TFSI quattro: Die bessere Wahl für klassische Langstreckenfahrer, Liebhaber leistungsstarker Verbrennungsmotoren und Familien, die häufigen Passagiere im Fond transportieren.
  • Audi A6 Avant e-tron performance: Hier können komfortorientierte Pendlern, Technikfans und alle, die die Vorteile eines modernen Elektroautos mit niedrigen Betriebskosten nutzen möchten, zugreifen.

Benziner und Stromer sind made in Germany

Beide Oberklasse-Kombis sind made in Germany. Der Stromer wird zusammen mit dem Q6 e-tron in Ingolstadt gebaut, der Benziner läuft neben dem A5 in Neckarsulm vom Band. Schon auf den ersten Blick wird die grundsätzlich verschiedene Fahrzeugarchitektur deutlich.
Audi A6 Avant e-tron performanceAudi A6 Avant TFSI Quattro
Zwei feine Frachter für die große Fahrt: Benziner (rechts) mit markantem Grill, Elektriker (links) mit sehr flachen Scheinwerfern.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Der TFSI baut flacher (minus 5,5 cm) und länger (plus 7 cm), wirkt mit dem flach auslaufenden Heckabschluss elegant-energisch. Der breitere e-tron (plus 5 cm) erscheint dagegen kraftvoller, funktionaler und insgesamt alltagsgerechter.

Im e-tron sitzt man hinten unbequemer

Beim Einsteigen relativiert sich dieser Eindruck allerdings. Weil der Elektriker einen 94,9 kWh großen Akku zwischen den Achsen spazieren fährt, liegt der Fahrzeugboden höher als beim Verbrenner. Vorn finden selbst große Fahrer jede Menge Platz und auf ebenso komfortablen wie Halt bietenden Polstern eine annähernd perfekte Sitzposition. Die liegt im e-tron 4,5 Zentimeter höher über dem Asphalt und gewährt so das etwas entspanntere Einsteigen.
Audi A6 Avant TFSI QuattroAudi A6 Avant e-tron performance
Die Rücksitzbank im TFSI (links) ist dichter an der Fahrbahn, aber 4,5 Zentimeter höher überm Fahrzeugboden als im e-tron (rechts). Im Stromer sitzt man wegen des Unterflur-Akkus nur 30 cm hoch und damit viel zu nah am Teppich.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Gegenteiliges Bild hinten. Natürlich muss man auch hier im TFSI weiter runter, der Türausschnitt ist aber größer – um fast zehn Zentimeter in der Länge. Die Fondbank ähnelt sich dann wieder weitgehend, zeigt bei Format und Polsterung durchaus Reisetauglichkeit. Allerdings erhebt sich die Bank wegen des schon erwähnten Akkus im Untergeschoss beim e-tron gerade mal 295 Millimeter über die (wie im Benziner) feine Auslegeware. So sitzen größere Gäste mit unangenehm spitzem Knie- und Hüftwinkel, im TFSI bleiben zwischen Bank und Boden 4,5 Zentimeter mehr – was deutlich zur Entspannung beiträgt.

Laderaum ist bei beiden Kombis knapp

Wenig Ruhm ernten die beiden Avant beim Thema Gepäck. Nur knapp 1500 Liter fasst der Benziner, der Stromer muss schon bei 1422 Liter passen – der rund einen halben Meter kürzere Mini Countryman kann 1450 Liter einladen.
Audi A6 Avant TFSI QuattroAudi A6 Avant e-tron performance
Etwas knapp: Die Kofferräume fallen bei beiden nicht besonders groß aus. Der TFSI (links) fasst mit 1497 Litern Maximalvolumen noch etwas mehr als der e-tron (rechts), der bereits bei 1422 Litern passen muss.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Weitgehend Einigkeit herrscht übrigens beim Cockpit sowie den Themen Assistenz und Konnektivität. Scharfe, schnell reagierende Bildschirme (bis zu drei, Beifahrermonitor optional), verständige Sprachassistenz, volle Vernetzung und eine All-inclusive-Sicherheits-Crew sind voll auf der Höhe der Zeit.

Benziner ist der emotionalere Kombi

Der absolut oberklassige Fahreindruck verdient in keinem der beiden A6 wirklich Schelte. Eher sind es die feinen Unterschiede, die zu Auf- oder Abwertung führen. Der V6-Turbo betört mit seinem rauchig-rassigen Klang, druckvollem und dank Allrad gripstarkem Antritt sowie der vollen Autobahntauglichkeit bis 250 km/h. Trotz minimaler Mehrleistung und sofort anliegender Kraft kann der heckgetriebene e-tron weder im Sprint noch bei der Endgeschwindigkeit folgen, maximal 210 km/h gelten unter Elektrikern aber als richtig flott.
Audi A6 Avant TFSI quattro, Audi A6 Avant e-tron performance
Der V6-Turbo im TFSI gefällt mit rauchigem Klang, im Sprint und bei der Höchstgeschwindigkeit schlägt er den e-tron. Der liegt dafür satter und verbindlicher auf der Straße.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Seinen Reiz entfaltet der Stromer über das lautlose Dahinzischen und den fast perfekten Komfort. Wo sich der mit gut 2,1 Tonnen gewichtige (und gegenüber dem e-tron gerade mal 150 kg leichtere) Verbrenner auf kurzen Anregungen ab und zu ein leichtes Zittern erlaubt, bleibt der e-tron ganz gelassener Gleiter. Er liegt stets fest, satt, verbindlich.
Bei der Fahrsicherheit lassen die beiden Business-Kombis nichts anbrennen. Das ESP regelt in beiden Avant feinfühlig und fahraktiv, die Lenkungen arbeiten direkt und mitteilsam, frühere Testwagen zeigen sich mit Bremswegen zwischen 31 und 33 Metern aus 100 km/h über jeden Zweifel erhaben.

Kilometerkosten sprechen für den Stromer

Obwohl der e-tron teurer ist und den höheren Wertverlust aufweist (47,38 zu 45,72 Prozent), fährt man im Stromer unterm Strich günstiger. Neben der Steuerbefreiung und der günstigeren Wartung bringt den e-tron vor allem der niedrige Strompreis (bzw. der hohe Benzinpreis) nach vorn.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Benziner
Elektro
Motor
V6, Turbo, Mildhybrid
Elektromotor
Leistung/Systemleistung
270 + 18 kW (367 + 24 PS)
280 kW (381 PS)
Drehmoment
550 Nm
565 Nm
0-100 km/h
4,7 s
5,4 s
Vmax
250 km/h
210 km/h
Antrieb/Getriebe
Allrad/Siebengang-Doppelkupplung
Hinterrad/Einganggetriebe
Verbrauch – Reichweite (WLTP)
6,7 l S/100 km – k. A.
14,3 kWh/100 km – 743 km
Testverbrauch/Reichweite
9,1 l S/100 km – 615 km
19,6 kWh/100 km – 515 km
Tank/Batteriekapazität
56 l
94,9 kWh
Länge/Breite/Höhe
4999/1875-2099*/1472 mm
4928/1923-2137*/1527 mm
Radstand
2923 mm
2946 mm
Kofferraum
466-1497 l
502-1422 l + 27 l vorn
Leergewicht/Zuladung
2114/531 kg
2264/496 kg
Anhänge-/Stützlast
2100/95 kg
2100/100 kg
Typklassen (HPF/TK/VK)
15/26/27
19/26/26
Grundpreis
72.500 Euro
77.250 Euro
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km)**
12.012 Euro
5174,40 Euro
Wartung (4 Jahre)
2200 Euro
1000 Euro
Steuer (4 Jahre)
756 Euro
0,00 Euro
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre)
8344,92 Euro
9158,48 Euro
Wertverlust (4 Jahre; 60.000 km)***
33.147 Euro
36.601,05 Euro
Gesamt
56.459,92 Euro
51.933,93 Euro
Kosten pro Kilometer
0,94 Euro
0,87 Euro
Bei angenommenen 2,20 Euro pro Liter Super zahlen V6-Fans über 60.000 Kilometer allein 12.012 Euro fürs Tanken – dafür müssten E-Mobilisten wohl ausschließlich die teuersten Schnelllader nutzen. Apropos laden: Dank 800-Volt-Architektur geht das beim e-tron mit 270 kW (AC: 11 kW) recht flott. Zusammen mit der Testreichweite von 515 Kilometern (nur 100 km weniger als beim Benziner) ganz gute Anlagen. Reisen sollte jedenfalls mit beiden klappen.

Die wichtigsten Fragen zum Audi A6 Avant

Welcher ist der bessere Reisewagen?

Beide Modelle eignen sich sehr gut für die Langstrecke. Der e-tron überzeugt durch seinen besonders leisen und komfortablen Fahrcharakter, der TFSI punktet mit hoher Reichweite, souveräner Autobahnperformance und mehr Platz im Fond.

Wie groß sind die Unterschiede bei der Reichweite?

Der TFSI hat mit 615 Kilometern die etwas höhere Reichweite, aber auch der e-tron schafft im Test rund 515 Kilometer und liegt damit gar mehr nicht so weit hinter dem Verbrenner. Dank 800-Volt-Technologie kann der Stromer mit bis zu 270 kW zudem besonders schnell nachgeladen werden.

Wer bietet die besseren Fahrleistungen?

Was die Längsdynamik angeht, hat hier der Benziner die Nase vorn: Der A6 Avant TFSI quattro erreicht Tempo 100 bereits nach 4,7 Sekunden und schafft 250 km/h Spitze. Aber auch im e-tron ist man mit 5,4 Sekunden von 0 auf 100 und 210 km/h Vmax alles andere als langsam unterwegs.

Wer ist günstiger im Unterhalt?

Der A6 Avant e-tron hat aufgrund niedrigerer Energie-, Wartungs- und Steuerkosten die Nase vorn. Trotz höherem Anschaffungspreis sind die Kosten pro Kilometer um 7 Cent geringer als beim Benziner.

Fazit

von AUTO BILD
Schnelles Laden und hohe Reichweite verleihen dem Stromer Reisetalent – solange hinten keine Erwachsenen mitfahren. Der Verbrenner ist ebenfalls ein Genuss, macht noch mehr Spaß – der aber pro Kilometer sieben Cent mehr kostet.