Es ist 12:56 Uhr, wir sind raus. Sorry, diese Geschichte ist gerade mal ein paar Zeilen alt, und wir müssen schon zugeben: Marathon mit dem neuen Audi Q7 rein elektrisch – wir haben versagt. Bei Kilometer 37,8 kam der Mann mit dem Hammer. Wer war schuld? Wir, der Dicke, eine Schlafmütze aus Pinneberg, Staatsamateure der Hamburger Verwaltung. Aber der Reihe nach.

Mit knapp drei Tonnen Gewicht geht der Dino auf die Reise

Audi Q7 e-tron
Streckenwahl: Wir wollen den Hamburger Marathon im Q7 nachfahren – rein elektrisch, versteht sich.
Bild: Christoph Boerries
So ein Audi Q7 ist ein Dinosaurier, ein Riesen-SUV, 2,2 Tonnen schwer. Als Q7 e-tron legt er 450 Kilo zu, hat neben V6-TDI einen E-Motor samt Batterien, zusammen 373 PS stark. 56 Kilometer soll er rein elektrisch schaffen, sagen die von Audi. Aber erzählen können die ja viel. Das prüfen wir lieber nach! Wir wollen wissen: Schafft der Dicke 'nen Marathon, also 42,195 Kilometer? Erst mal nullen, "EV mode" für rein elektrisches Fahren drücken, "efficiency Mode" für höchstmögliche Effizienz. So weit die Theorie. In der Praxis ist es so, dass ab Kilometer 5,3 eine Pinnebergerin im Daihatsu Cuore an jeder Ecke stoppt und guckt, obwohl das total bekloppt ist. Wir müssen immer wieder anfahren, immer wieder die Fuhre in Bewegung setzen. Kollege Berend hat die Fully-loaded-Hütte vorher auf die Waage gestellt: mit allem Pipapo 2654 Kilo. Dann noch wir zwei AUTO BILD-Jungs vorn und Fotograf Christoph hinten, das macht 2950 Kilo, zwei Kitkat und ein Snickers haben wir vorhin auch noch gekauft.
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Die rote Welle verhagelt dem Audi die Marathon-Fahrt

Audi Q7 e-tron
Freie Fahrt? Nur selten! Dauernd müssen wir an Ampeln halten – und den Q7 wieder beschleunigen.
Bild: Christoph Boerries
16 Kilometer gefahren, Hafen Steuerbord, Bahnhof voraus, 34 Kilometer im Akku. Theoretisch müssten wir 50 Kilometer schaffen, aber die Restreichweite geht schneller runter als der Kilometerzähler hoch. Ich so: "Hast du 'n Reifen geraucht? Die Lüftung ist noch an!" Berend: "Ja, aber die Klima nicht." Dann knipst er alles aus, wir schwitzen. Und fluchen. Rote Welle! Berend navigiert nicht nur per Handy, er führt auch Strichliste. 23 rote Ampeln! Das bedeutet auch: 23-mal knappe drei Tonnen auf Touren bringen. Die Staatsamateure der Verwaltung haben einfach ein Händchen dafür, uns Autofahrer zu drangsalieren. Wenn nicht mit Ampeln, dann eben mit Baustellen, am liebsten geballt und parallel. Reden wir nicht um den heißen Brei herum. Es läuft mittelgut. Jetzt liegen noch 15 Kilometer vor uns, aber der Saft reicht nur noch für die Hälfte, obwohl wir das Gaspedal streicheln und auch ganz sanft und lange vorher bremsen, um Energie zurückzugewinnen.
Berend rechnet: "Einmal Batterie leer fahren kostet 4,50 Euro für 15 Kilowattstunden, macht 'n Zehner für 100 Kilometer. Da ist es billiger, mit Diesel zu fahren. Denn da kommt der Öko-Dino mit 7,6 Litern aus."
Und dann ist es so weit, wir haben Ihnen das Dilemma ja 74 Zeilen zuvor angekündigt. Akku alle. Bei Kilometer 37,8. Eppendorfer Baum. Da, wo beim echten Hamburg-Marathon immer alle stehen und jubeln. Diesmal hat's außer uns keiner gemerkt, denn auch mit Verbrenner ist der Q7 e-tron so wunderbar leise und harmonisch. Dass der Q7 mit 623 Punkten das beste Auto im AUTO BILD-Test ist, erwähnen wir an dieser Stelle NICHT. Ach ja. Tag nach dem Marathon, Testfahrer Jan Tietjen (der mit dem sanften Gasfuß) stromert mit dem e-tron durch Hamburg. Viel Ausfallstraßen, wenig Ampeln. 46,1 Kilometer elektrisch. Der Dicke kann’s ja doch!

Fazit

Mit E-Motor und Batterien kostet der Hybrid 18.800 Euro mehr als ein V6-TDI, Geld beim Stromern spart er aber nicht. Sinnvoll? Nein. Faszinierend? Ja. Audi zeigt, was technisch drin ist: in der Stadt mit Strom, auf der Autobahn mit Diesel, immer effizient.