Audi Q8 e-tron edition Dakar (2023) im Test
Ein Audi Q8 für die Apokalypse
Bis zu 408 PS, martialische Spezialreifen und ein Dachgepäckträger plus Survival-Bag machen aus dem Q8 e-tron eine edition Dakar und damit ein Auto für die Apokalypse.
Bild: AUTO BILD
Ein klein wenig Panik macht sich bei mir schon breit. Der feine Sand des Omans vor mir sieht eher so aus, als würde ich mich mit jedem Meter festfahren und nicht, als könnte ich wie in einem Wüstenschiff darüber hinweggleiten. Dazu kommt, dass das Drehmoment von 664 Newtonmeter der beiden E-Motoren an Vorder- und Hinterachse eigentlich so hoch ist, dass der Audi sich permanent einbuddeln möchte.
Es gehört schon eine große Portion Vertrauen in die Software dazu, um einfach weiterzufahren. Neben dem serienmäßigen Offroad-Modus klammert sich meine Hoffnung da durchzukommen an den sogenannten General Grabber AT3. Ein grobstolliger Reifen, der das weit über zwei Tonnen schwere Elektro-SUV immer wieder aus dem losen Untergrund herausarbeiten soll.

Spaßiger Ritt durch die Wüste dank martialischer Spezialreifen.
Bild: AUDI AG
Fast lautlos krabbelt der Q8 e-tron in der edition Dakar durch die Einöde. Die gut ausgebauten Straßen der Hauptstadt Maskat haben wir lange verlassen. Ausgedörrte Sträucher, wild gezackte Felsformationen und tiefer Treibsand begleiten uns durch die Einsamkeit. Trotzdem zaubert mir jeder Meter Wüste in diesem Gefährt ein Lächeln ins Gesicht.
Weit weg in einer anderen Welt soll der Q8 e-tron durch Deutschlands Vorstädte zum Sport, zum Einkaufen oder in den Wochenend-Urlaub fahren. Und das alles auf Asphalt und ohne schlechtes Verbrenner-Gewissen.
Auf Basis des Q8 e-tron 55
Denn der Edition Dakar baut auf einem ganz normalen Q8 e-tron 55 von Audi auf. Ein E-Motor an der Vorderachse und einer hinten. So geht quattro auf elektrisch. Das SUV beschleunigt aus dem Stand in unter sechs Sekunden auf 100, macht 200 km/h Spitze und hat dazu noch über 100 kWh Akkukapazität. 450 Kilometer sind also laut WLTP drin.

Das SUV macht 200 km/h Spitze und hat dazu noch über 100 kwh Akkukapazität.
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Doch dieser edle Ringträger hat überhaupt keine Angst, sich schmutzig zu machen. Dort vorne ist ein Wasserloch und wenn ich in der Wüste schon mal Wasser finde, dann muss ich da auch durch.

Platsch, geht's durch ein Wasserloch: Der edle Ringträger hat keine Angst, sich schmutzig zu machen.
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6,6 Zentimeter mehr Bodenfreiheit
Der Dakar hat 6,6 Zentimeter mehr Bodenfreiheit als ein normaler Q8 e-tron und das bringt ihn im Bestfall mit seiner verstellbaren und speziell angepassten Luftfederung bis zu 22 Zentimeter weg vom Boden. Dazu kommen 21 Grad Böschungswinkel vorne und 28 Grad hinten. Sein Rampenwinkel beträgt 19 Grad. Gute Geländewagenwerte. Die Wattiefe beträgt 300 mm. Diese Wasserdurchfahrt in der Wildnis der Wüste ist also genau sein Revier.

Der Audi Q8 e-tron Dakar edition stellt sich auf jeden Untergrund problemlos ein.
Bild: AUDI AG
Wer das alles nicht braucht, kann natürlich auch mit der Dakar-Version auf die Straße. Da duckt er sich unter dem Wind durch und stellt sich auf den neuen Untergrund ein. Bei höheren Geschwindigkeiten senkt sich das Fahrzeug auf Normalniveau: ab 85 km/h geht es um 15 Millimeter runter, ab 100 km/h um weitere 17 Millimeter und ab 120 km/h um weitere 13 Millimeter. Man kann theoretisch sogar auf die Offroadreifen verzichten, denn der Q8 e-tron edition Dakar wird immer auch mit zusätzlich Sommerreifen auf 20-Zoll-Felgen geliefert.
Audi Q8 e-tron Dakar
Technische Daten | Audi Q8 e-tron Dakar |
|---|---|
Systemleistung | 300 kW (408 PS) |
Dauerleistung | 158 kW (214 PS) |
Drehmoment | 664 Nm |
Batteriekapazität | 106 kWh |
max. Ladeleistung (AC/DC) | 22/170 kW |
Reichweite | 450 km |
Geschwindigkeit | 200 km/h |
0-100 km/h | 5,9 s |
Basispreis | ab 120.000 Euro |
Aber wer sich die aufziehen lässt, kann eigentlich auch gleich zum normalen Q8 e-tron greifen, denn der will gar nicht im Matsch spielen und schmutzig nach Hause kommen.

Und weil's so schön ist, wird noch eine Runde gedreht.
Bild: AUDI AG
Bleibt die Frage: Wer braucht ein Auto inspiriert von der weltweit vielleicht bedeutendsten Rallye? Die Antwort: eigentlich niemand! Aber wer eine Wüste vor der Tür hat oder einen kleinen Offroad-Park, der kann sich für 120.000 Euro so ein Spielzeug kaufen und dann rein elektrisch richtig Spaß haben. Denn manchmal geht es beim Autofahren einzig und allein darum.
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