Der fährt easy 300, erzählte RS-3-Projektleiter Marvin Schwätter Ende 2022 seinem Entwicklungsteam ganz euphorisch, als er mit dem normalen RS 3 im italienischen Nardò ein Testprogramm abspulte.
In einem morgendlichen Teams-Call kam dann die Frage auf, ob man nicht die Vmax beim RS 3 noch mal anheben könne. Ob jetzt 290 wie bisher oder 300, spiele doch keine Rolle. Hin und her, Für und Wider, letztendlich war dann schnell die Idee von einer Performance-Version geboren. Und die Chefs der anderen RS-Abteilungen hatten auf einmal noch viel mehr Ideen dazu.
Trotz stattlicher 75.000 Euro waren alle 300 Autos gefühlt nach zehn Sekunden verkauft. Die Fans wollten mehr.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Schwätter hatte die 300 zwar mit einem 400-PS-Auto geschafft, dennoch wollte man den Käufern den Weg zur Vmax etwas erleichtern. Dafür gab es eine Leistungssteigerung, die durch die Erhöhung des Ladedrucks um 0,1 Bar erzielt wurde (1,6 Bar relativ). 407 PS sind es insgesamt. Sie liegen nun etwas höher von 5700 bis 7000 Touren an. Das Drehmoment bleibt mit 500 Nm gleich, ist jedoch etwas länger verfügbar, von 2250 bis 5700 Umdrehungen.

RS 3 performance editon voll ausgestattet

Was hat er sonst noch, was die anderen nicht haben? Es ist quasi alles an Bord, was gut und teuer ist. Adaptivfahrwerk, Keramikbremsen, Sportabgasanlage, LED-Matrix-Scheinwerfer, spezielle, vom Rennwagen RS 3 LMS abgeleitete Felgen mit Pirelli-Trofeo-R-Semislicks und das vom RS 4 und RS 5 competition plus bekannte Carbonschalen-Gestühl.
Die extrem seitenhaltigen und gesteppten Schalen hat nur der edition. Auch die blaue 12-Uhr-Markierung am Lenkrad darf nur er tragen.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Innen noch 12-Uhr-Markierung am Lenkrad und Carbon-Look-Hintergrund inklusive "1-2-4-5-3"- Zündfolge im 10,1-Zoll-Infotainment-Screen sowie die "3-0-0"-Lichtsignatur im Scheinwerfer beim Öffnen und Schließen des Fahrzeugs.
Motorbauart 
R5 
Aufladung 
Turbo 
Hubraum 
2480 cm³ 
kW (PS) b. 1/min 
299 (407)/5700-7000 
Literleistung 
164 PS/l 
Nm b. 1/min 
500/2250-5700 
Getriebe 
7-Gang-Doppelkupplung 
Antriebsart 
Allrad 
Maße L/B/H 
4389/1984/1436 mm 
Tank-/Kofferraumvolumen 
55/282-1104 l 
Normverbrauch • CO2 
9,5 l SP/100 km • 216 g/km
Abgasnorm 
Euro 6d-ISC-FCM 
Preis
75.000 Euro
Wenn jetzt einige die Preisliste durchgehen und rechnen – richtig, dieser RS 3 performance editon bietet trotz seiner 75.000 Euro (Sportback) einen kleinen Preisvorteil. Schön und gut, doch uns stellt sich die Frage, ob die Schminke und die paar PS wirklich etwas bringen, spürbar.
Auf den ersten Kilometern im Alltag ist alles beim Alten. Man schwimmt unauffällig mit, in den normalen Fahrmodi lässt es sich entspannt cruisen, mit der Semi-Mischbereifung muss man wie gehabt bei Spurrillen und Regen aufpassen, aber so was weiß man, wenn man den RS 3 kauft.
0-100 km/h 
3,5 s 
0-200 km/h 
13,0 s 
100-200 km/h 
9,42 s 
100-0 km/h kalt (m/s²) 
31,2 m (12,4 m/s²) 
200-0 km/h warm (m/s²) 
121,1 m (12,7 m/s²) 
Verbrauch Ø auf 100 km 
9,5 l Super Plus 
Reichweite 
580 km 
Leistungsgewicht 
3,9 kg/PS 
Höchstgeschwindigkeit (lt. Hersteller) 
300 km/h 
Auf kurvigem Geläuf ist er auch als edition ein idiotensicheres Traktions-Biest. Je runder die Kehren, desto besser, einfach drauf aufs Gas, den Rest regeln die griffigen Pirellis, Elektronik, Allrad und Torque Splitter.

300 km/h möglich, mit viel Anlauf

Auf der Autobahn? 300 haben wir geschafft, jedoch nur mit viel Anlauf. Die paar PS und der erhöhte Ladedruck machen die Fuhre nicht wirklich fühlbar schneller. Das beweisen auch die längsdynamischen Messwerte. Überraschend dabei, dass der edition anfangs auf 100 gegenüber dem Supertest-Auto sogar eine Zehntel langsamer ist, erst ab Tempo 200 minimal davonfährt.
Der edition erstrahlt im gleichen Nogaroblau wie einst der Audi RS 2.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Der erhöhte Ladedruck hat auch zur Folge, dass ihm im Vergleich zum normalen RS 3 in der Elastizität in unteren Drehzahlen etwas Punch fehlt. Sei es drum, das ist alles trotzdem immer noch sauschnell.
Und genauso ist es auch auf dem Sachsenring. Im RS-Performance-Modus ist der edition vorn bissig und hinten geschmeidig, drückt bei Bedarf und Fahrtalent hinten eifrig mit. Die Runde ist ein Erlebnis, breitestes Grinsen, vier Zehntel ist er noch mal schneller als damals im Supertest. Weil? Vielleicht mehr Seitenhalt im Sitz und bessere Streckenbedingungen als vor zwei Jahren.
Der RS 3 bleibt auch als performance edition die kompakte Nummer eins. Das PS-Plus und die Vmax-Anhebung – unwichtig. Das Ding schiebt wie eh und je längs wie quer, macht Spaß, kann Alltag. Kritik? Klar! Mit Preisvorteil und exklusiven Extras hätten die Fans gern mehr als 300 Autos gekauft.