Audi RS 6 Avant C6: Gebrauchtwagenangebot
RS 6 mit 700 PS zum A3-Preis kaufen

Der Neupreis dieses Audi RS 6 lag bei rund 130.000 Euro. Jetzt soll der 700-PS-Powerkombi unter 40.000 Euro kosten – ein Wertverlust von 90.000 Euro!
Bild: Auto Jessen
Der Audi RS 6 der Generation C6 ist eines dieser Autos, das viele gern einmal fahren, aber nur wenige besitzen möchten. Als Gebrauchtwagen ist das V10-Monster eine herrlich unvernünftige Versuchung. Was, wenn alles gut läuft und nichts kaputtgeht? Dann steht hier ein Powerkombi, der es geradeaus auch heute noch mit den meisten Sportwagen aufnehmen kann – und dabei die ganze Familie komfortabel von A nach B bringt. Doch was, wenn etwas schiefgeht? Dann könnte schnell die Privatinsolvenz drohen.
Anfang der 2000er-Jahre machten die deutschen Hersteller Ernst. BMW hatte den M5 E60/E61 mit dem legendären V10-Sauger im Angebot, und Mercedes stopfte die 6,2-Liter-Allzweckwaffe in die E-Klasse. Audi sah sich gezwungen nachzuziehen. Zwar hatte man bereits den S6 mit 5,2-Liter-V10 im Angebot, doch dessen 435 PS und 540 Nm waren schlichtweg nicht genug, um mit der Konkurrenz mitzuhalten. Aus diesem Grund brachten die Ingolstädter 2008 die zweite Generation des RS 6 an den Start, die als Avant und Limousine gebaut wurde. (Hier geht es zum RS-6-Gebrauchtwagentest.)
Anders als S6, M5 und E 63 setzte der RS 6 jedoch nicht auf einen Saugmotor, sondern auf einen 5,0-Liter-V10-Biturbo, der mit seinen 580 PS sogar den Nachfolger RS 6 C7 überflügelte – zumindest auf dem Papier. Trotz eines Leergewichts von über zwei Tonnen sprintet der Audi dank quattro und Sechsgang-Automatik in 4,6 Sekunden auf 100 km/h. Eingebremst wird er bei 250 km/h, optional gingen auch 280 km/h. Ohne Vmax-Beschränkung waren aber auch über 300 km/h kein Problem. Nach insgesamt nur knapp 4700 gebauten Einheiten (der Großteil davon Avant) wurde der RS 6 C6 bereits 2010 wieder eingestellt.

Optisch zeigt sich der RS 6 weitestgehend im Serienzustand. Die Räder wurden getauscht und die Audi-Ringe am Heck demontiert.
Bild: Auto Jessen
Entsprechend klein ist die Auswahl im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt. Der Großteil der angebotenen RS 6 sind Avant, die Preisspanne ist gewaltig. Ein interessantes Exemplar wird vom Händler Auto Jessen aus Flensburg angeboten. Das Besondere an diesem RS 6 ist, dass einem der Vorbesitzer die serienmäßigen 580 PS offensichtlich nicht ausreichten, woraufhin er sich an den Audi-Spezialisten MTM wandte. Mittels Software-Tuning (aktueller Preis 2999 Euro plus Einbau) wurde die Leistung auf noch brachialere 702 PS und 785 Nm gepusht. So ausgestattet absolviert der dicke Avant den Sprint auf 100 km/h in 4,2 Sekunden, 200 km/h sollen nach glatten 13,0 Sekunden anliegen. Außerdem wurden 22-Zoll-Felgen von Sportec verbaut, die dem RS 6 einen bulligeren Auftritt verleihen.
Unfallfrei und scheckheftgepflegt
Der Powerkombi wurde im Juli 2008 erstmals zugelassen und befindet sich seit September 2009 im Zweitbesitz. Laut Händler ist der RS 6 unfallfrei, scheckheftgepflegt und technisch einwandfrei. Anhand der Bilder lässt sich zumindest ein erster Eindruck gewinnen – darauf wirkt der Audi tatsächlich überdurchschnittlich gepflegt. Die schwarze Lederausstattung ist unbeschädigt, das Lenkrad nicht speckig. Rückbank und Kofferraum sehen aus, als wären sie selten benutzt worden.

Dem Innenraum sieht man die knapp 18 Jahre nicht an, der RS 6 scheint überdurchschnittlich gut gepflegt.
Bild: Auto Jessen
Nicht wenige der angebotenen RS 6 C6 sind nach 15 und mehr Jahren sichtbar durchgerockt, was sich häufig vor allem im Zustand des Innenraums widerspiegelt.
Umfangreiche Ausstattung
In Sachen Extras zeigte sich der Erstbesitzer bei der Bestellung nicht knauserig. Neben gängigen Features wie MMI Navigation mit DVD, Schiebedach und Einparkhilfe inklusive Rückfahrkamera orderte er auch Bedienelemente in Leder, das Sportfahrwerk plus und die einst 8200 Euro teure Keramikbremse. Am Ende standen rund 130.000 Euro auf der Rechnung – ohne Tuning.
39.985 Euro soll der RS 6 kosten
Mit nur 72.900 Kilometern auf dem Tacho gehört dieses Exemplar definitiv zu den weniger gefahrenen RS 6 C6. Der aufgerufene Preis von 39.985 Euro erscheint erst einmal nicht überzogen. Dennoch hat es den Anschein, als stünde der potente Audi schon etwas länger beim Händler, denn die Inseratsfotos stammen aus dem Juni 2024.
Ein Grund für das zurückhaltende Interesse sind sicherlich die horrenden Unterhaltskosten – wobei hier noch gar nicht von Reparaturen die Rede ist. Gemeint sind vielmehr die drei "V": Verbrauch, Verschleiß und Versicherung. Problemfrei ist der RS 6 natürlich trotzdem nicht.
Für Ärger sorgen können etwa die Schubumluftventile der Turbolader. Besonders bei leistungsgesteigerten Exemplaren neigen sie zu Undichtigkeiten, da die Kunststoffmembranen unter der Hitze der Abgaskrümmer leiden. Falsche Ladedruckwerte können in der Folge zu erhöhten Laderdrehzahlen führen – und auf Dauer zum Ausfall der Turbos.
Auch das Motortuning könnte ein Punkt sein, der gegen diesen RS 6 spricht. Auf dem Papier klingen 700 PS zwar verlockend, doch die höhere Belastung für den Motor kann langfristig zu Problemen führen. Und eine Garantie gibt es bei einem mittlerweile fast 18 Jahre alten Auto ohnehin nicht – erst recht nicht, wenn der RS 6 im Kundenauftrag angeboten wird.
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