Audi TT/BMW Z4/Mercedes SLK: Test
Fährt der SLK allen davon?

Er hat das Gesicht, aber hat er auch das Talent? Der geliftete Mercedes SLK, nun mit eindrucksvoller SLS-Nase, bietet seinen Widersachern Audi TT und BMW Z4 die Stirn. Wir haben die drei Roadster verglichen.
- Wolfgang König
Damen-Ferrari, Friseur-Katapult, Sport-Cabriolette – die Schmähworte, die er über die Jahre ertragen musste, sind vielfältig. Dabei hatte der Pionier des Blechverdecks seine Meriten, konnte nicht nur die Frisur schonen, sondern auch sportlich sein und gediegen. Allein, es half nichts – alle Imagepolituren blieben in der Vergangenheit ohne Erfolg. Nun aber könnte sie gelingen, denn die jüngste Variante des Mercedes SLK durfte die bisherige Comedy-Nase ablegen. Der SLK trägt ab sofort das Gesicht des gewaltigen SLS. Ein sehr ähnliches zumindest, was auch in den Rückspiegeln Vorausfahrender seine Wirkung nicht verfehlt. Verspricht dieser Anblick zu viel?
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Der große Verdeckvergleich
Der Audi gibt als zweisitziger GTI eine überzeugende Vorstellung. Sein Turbo-Vierzylinder beißt herzhaft zu und dreht lustvoll hoch, markig röhrend, zumal bei gedrückter "Sport"-Taste, die das Fahrwerk strafft und bei Gasannahme schärft. Er ist stets leicht zu fahren, dazu spontan und aufmerksam wie ein Terrier beim Gassigehen – ein Gute-Laune-Auto, bei dem es keineswegs nötig ist, in die Grenzbereiche der Fahrdynamik vorzudringen. Das trifft sich schon deshalb gut, weil dort der Fronttriebler seine weniger spaßige Seite offenbart: In engen Krümmungen drohen dem Fahrer schon mal verknotete Arme, denn je nach Straßenbeschaffenheit schiebt der TT mehr oder weniger stark mit dem Bug geradeaus. Und an der Lenkung zerrt das Turbodrehmoment. Andererseits taugt der TT durchaus für die Reise, denn Innen- und Kofferraum erfüllen die entsprechenden Ansprüche. Gleichwohl spielt der Komfort nicht die Hauptrolle. Sein Fahrwerk ist sauber gedämpft (besonders mit einstellbarem "Magnetic Ride"-Fahrwerk für 1230 Euro), aber straff gefedert. Und unter dem Stoffdach rauscht der Wind lauter als in den Konkurrenten – trotz "Akustikverdeck" übrigens, für das weitere 1015 Euro fällig werden.
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Sahnig: Unter der Haube des BMW Z4 arbeitet ein ansprechender Reihensechszylinder.
Bild: Christian Bittmann
Es muss mehr hingelangt werden, die Bedienungskräfte sind höher. Als Lohn winken dem aktiven Fahrer mehr Interaktion, das ausgewogenere Fahrverhalten und eine Elektronik, die von passionierten Schnellfahrern abgestimmt wurde. Angenehme Zugabe: Der Z4 federt sogar am geschmeidigsten. Ein verdienter Sieger nach Punkten also.
Fazit
Knapp daneben ist auch vorbei – dieser Spruch passt zum SLK in dieser Ausführung. Er gewinnt zwar die Eigenschaftswertung, für einen kleinen SL fehlt es ihm aber an Komfort und an Laufkultur, für einen Sportwagen an fahrerischem Reiz. Das schmerzt umso mehr, als er auch noch am meisten kostet. Schön zielgerecht dagegen die beiden Konkurrenten: Der Audi gibt uns den zweisitzigen GTI. Und der BMW überzeugt als klassischer Sportwagen, jetzt mit Komfortkomponente.
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