Audi TT: MTM Bimoto

Dieser Audi TT sollte 400 km/h schaffen

In diesem Audi TT von MTM stecken zwei 1,8-Liter-Motoren mit zusammen über 1000 PS. Die Mission: 400 km/h Topspeed! Das Ziel wurde knapp verfehlt.
Dieser Audi TT hatte nur ein Ziel: Topspeed! 2002 sorgte Audi-Spezialist MTM mit einem zweimotorigen Audi TT für großes Aufsehen in der Tuningszene. Der "Bimoto" getaufte TT sollte die magische 400-km/h-Mauer knacken! 2002 war der gelbe Audi TT fertig für eine allererste Testfahrt. AUTO BILD war damals mit dabei! In der ersten Ausbaustufe leistete der Bimoto 652 PS, gleichmäßig verteilt auf zwei 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbomotoren mit jeweils 326 PS. Ein Motor sitzt vorne unter der Motorhaube, der zweite wurde direkt hinter den Sitzen platziert.
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Auspuffanlagen

Bremssattel

Scheinwerfer

Filter

Rückleuchten

Jeder Motor treibt eine Achse an, sodass der TT quasi quattro-Antrieb hat, nur eben auf MTM-Art. Die Schaltgestänge der beiden manuellen Sechsganggetriebe wurden mechanisch miteinander verbunden, die Bedienung erfolgte über einen Schaltknauf. Ansonsten gibt es alles doppelt im Bimoto: zwei Motoren, zwei Drehzahlmesser, zwei Startknöpfe!

Drei mittige Auspuffrohre für den Bimoto

In der ersten Ausbaustufe sah der Bimoto TT noch seriennah aus. Charakteristisch: der mittige Wischer!

Angesichts des verrückten Konzepts und der brutalen Leistung war der TT fast schon dezent – trotz seiner gelben Lackierung. In der ersten Evolutionsstufe am auffälligsten: Die zusätzlichen Lufteinlässe in den hinteren Kotflügeln, um den zweiten Motor mit genügend Kühlluft zu versorgen. Dem Heck spendierte MTM einen größeren Spoiler und einen mittigen Auspuff mit drei Endrohren im Stil des Ferrari F40. Zur Fahrbarkeit des Bimoto hatte MTM-Chef Roland Mayer vor fast 20 Jahren klare Vorstellungen: "Unser Ziel wird es sein, dem Auto ein Fahrverhalten zu geben, das es jederzeit berechenbar macht. Es darf den Fahrer nicht mit einem Wechsel zwischen Unter- und Übersteuern überraschen, sondern die Tendenz zum Übersteuern aufweisen." Tatsächlich soll der Bimoto zum Übersteuern tendiert haben, berichten die wenigen Leute, die den Monster-TT gefahren sind.

652 PS sollten schon für über 340 km/h reichen. Doch MTM wollte noch mehr!

Das Ziel war jedoch stets Topspeed. Und so legte MTM nach: In der nächsten Ausbaustufe wurden die standfesten 1,8-Liter-Turbomotoren weiter ausgequetscht, bis eine Gesamtleistung von 840 PS bereitstand. Gleichzeitig wurde dem TT sein charakteristischer Dach-Schnorchel verpasst, um dem hinteren Motor noch mehr Kühlluft zuzuführen. Außerdem wurde die Front in dieser Phase auf Single-Frame-Grill umgebaut und eine zusätzliche Spoilerlippe vorne montiert. Am Heck gab's eine größere Abrisskante, die sich über die Rückleuchten erstreckt. So schaffte der Bimoto einen beeindruckende 374 km/h Topspeed – doch MTM wollte noch mehr!

0-300 km/h in 19,8 Sekunden

In der letzten Ausbaustufe soll jeder der zwei Motoren 501 PS geleistet haben. Mit 1002 PS hätte der Bimoto-TT sogar mehr Leistung als der Bugatti Veyron mit seinen 1001 PS. Offiziell gemessen wurde diese letzte Leistungsstufe aber nie. Dass der Bimoto trotzdem verdammt schnell war, ist unbestritten. Schon bei einem Vortest zum geplanten Highspeed-Run im Italienischen Nardo erreichte der TT im Juli 2007 auf der Teststrecke in Papenburg fast schon unglaubliche 393 km/h! Auch die Sprintwerte waren mehr als beeindruckend:
0-100 km/h: 3,1 Sekunden
0-200 km/h: 8,9 Sekunden
0-300 km/h: 19,8 Sekunden

Die 400 km/h wurden knapp verfehlt

Auffällige Finne: Für den 400-km/h-Rekord wurden zusätzliche Aero-Elemente montiert.

Doch das Ziel von MTM waren 400 km/h! Im selben Jahr sollte die magische 400-km/h-Marke im Rahmen des von AUTO BILD veranstalteten Highspeed Run in Nardo endlich geknackt werden. Dazu wurde der inzwischen grün/silber folierte TT optimal vorbereitet: Der Singleframe-Kühlergrill wurde zurückgebaut, die Außenspiegel demontiert, eine zusätzliche Finne am Dach-Schnorchel angebracht und die 19-Zoll-Schmiederäder mit Aerodiscs verkleidet, um auch die letzten paar km/h aus dem Audi zu quetschen. Doch die ganze Mühe war vergebens. Wegen des starken Winds war der TT mit 390,6 km/h zwar das schnellste Auto des Tages, doch die 400 km/h erreichte er nicht. Einen weiteren Rekordversuch mit dem Bimoto TT sollte es nicht geben.
Heute steht das Einzelstück in Wettstetten (Bayern) bei MTM. Entgegen vieler Gerüchte gab es nur einen einzigen TT Bimoto, der mehrfach modifiziert wurde – sowohl technisch als auch optisch. Zu Beginn des rund 600.000 Euro teuren Projekts dachte MTM tatsächlich über eine Kleinserie von zehn Exemplaren nach. Leider wurde dieser Plan letztendlich verworfen, sodass es bei nur einem einzigen Audi TT MTM Bimoto blieb!

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