Einfach mal durchpusten lassen, den Kopf frei kriegen. Manche nutzen dazu möglichst laute Open-Air-Festivals, andere möglichst offene Sportwagen. Und wer ganz großes Glück hat, der bestimmt den Audi TT RS Roadster zum Headliner seines ganz privaten Rock-'n'-Roadster-Festivals. Der Ingolstädter verführt mit Fünfzylinder-Röhre und spontanen Frischluft-Gigs zum Mitgrölen – Bühne frei!

Ein Kuschel-Roadster ist der Audi TT RS nicht

Audi TT RS Roadster
Kein Weichspüler: Im Audi TT RS spürt man den Fahrtwind trotz Windschott noch deutlich.
Bild: Thomas Ruddies
Klar, für Zelt und Klamotten fürs Festival-Wochenende wird’s bei 280 Liter Kofferraum und ohne Rücksitze eng. Auch geht es vorn minimal kuscheliger zu als im Coupé, Headbangen dürfen Große hier nicht. Doch dafür wirft der RS in zehn Sekunden seine Mütze in den Nacken und stellt das Bordbarometer auf Sturm. Doch, doch: Hier zieht es bei Tempo 100 auch mit Windschott (elektrisch, Serie), wie es in einem offenen Auto eben ziehen soll. Nicht unangenehm, aber spürbar. Und darum geht es ja beim Offenfahren – die Natur in Form von Sonne, Wind und Rapsduft erfahren. Okay, kann auch mal würzige Landluft sein. Aber wen das stört, der sollte Coupé fahren. Oder irgendein zugfreies Klappdach-Cabrio mit Nackenföhn und Duftspender. Da passt dann auch Helene als Begleitmusik. Ansonsten steht RS eher für Rammstein.
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Der Sportauspuff ist beim Starten zu laut

Video: Audi TT RS Roadster (2017)

Schneller als die Werksangabe

Der Fünfzylinder heizt mit 400 PS derart ein, dass die Fans kreischen. Der Allrad peitscht den TT in 3,8 Sekunden auf Tempo 100, dreht, drückt und donnert dabei, als sei es sein letzter Auftritt. Stagediving ist dagegen Kindergeburtstag. Und wer für 1500 Euro das VIP-Ticket ordert, fliegt der Sonne mit bis zu 280 km/h entgegen. Womit wir zu den Allüren kommen. Auch wenn der TT RS wieselflink und souverän über die Alltagsbühne wirbelt – harten Rennstreckeneinsatz mag er nicht. Und so betörend der Fünfender mit Sporttröten für 850 Euro auch immer röhrt und rumort – das Extra-Bollern beim Starten nervt auf Dauer. Auch Hardrocker haben ein normales Leben und Nachbarn. Das Ticket für den Audi TT RS Roadster kostet stolze 69.200 Euro. Dennoch bietet der Veranstalter nur zwei Jahre Ausfallgarantie. Die gibt es auch beim Boxster S für 67.212 Euro. Der Porsche-Rocker hat zwar "nur" 350 PS – zum Durchpusten reicht aber auch das locker.
Bei diesem Audi horchen wir gern auf. Der TT RS Roadster verwandelt jeden noch so lauen Sommertag dank Fünfzylinder und 400 PS in ein berauschendes Open-Air-Festival. Nur schade, dass die Karten dafür so teuer sind.