So groß ist das Ladenetz für Elektroautos
Die Zahl der Ladestationen wächst schneller als die der E-Autos

Bild: Joel Micah Miller/EnBW
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E-Auto-Kritiker bemängeln immer wieder eine nicht ausreichende Infrastruktur zum Laden von Elektroautos, Eine Möglichkeit, die öffentliche Ladeinfrastruktur zu bewerten, ist die frei zugänglichen Ladesäulen zu zählen. Ihre Zahl ergibt im Verhältnis zur Anzahl der Elektroautos einen aussagekräftigen Wert: Dem Verhältnis E-Auto zu Ladepunkt.
Der ist aktuell von 21 auf 17,3 gesunken, meldet der Verband der Automobilindustrie (VDA), meint dabei neben batterieelektrischen Fahrzeugen auch Plug-in-Hybride. Damit hat sich das Angebot zum öffentlichen Laden seit der letzten Erhebung deutlich verbessert: Beim letzten Ladestationencheck 2023 lag die Quote noch bei 21 Elektroautos pro Ladepunkt. Im vorvergangenen Jahr 2022 waren es 22 E-Autos pro Ladepunkt, das Tempo beim Ausbau nimmt also zu.
Typ-2-Ladekabel im Vergleich
Grundlage der Zahlen ist die Bundesnetzagentur, die regelmäßig die verfügbaren Ladepunkte ausweist, wie zuletzt zum Stichtag 1 Juli 2024. Den Zahlen zufolge standen für öffentliche Laden exakt 142.793 Ladepunkte zur Verfügung. Zum Stand 1. September sind sogar rund 3100 weitere hinzugekommen, an der Quote pro Auto ändert sich dabei aber wenig. In Deutschland waren Mitte 2024 laut Kraftfahrzeug-Bundesamt rund 2,48 Millionen E-Autos (auch Plug-in-Hybride) angemeldet.
Dabei handelt es sich um all die öffentlichen Ladepunkte, die das Anzeigeverfahren der Bundesnetzagentur vollständig abgeschlossen haben und im Internet veröffentlicht wurden. (Hier ist die offizielle Ladesäulenkarte). Die tatsächliche Zahl der Ladepunkte dürfte mittlerweile noch etwas höher liegen.
Allerdings sticht ein nicht ganz so positiver Wert hervor: In einem Drittel der 10.752 Gemeinden in Deutschland gibt es noch keine einzige öffentlichen E-Auto-Ladestation, 73 Prozent verfügen über keine Möglichkeit zum Schnellladen. Immerhin ist bei der Entwicklung der Ausbau zu spüren: Vergangenes Jahr war noch die Hälfte aller Gemeinden ohne öffentliche Ladeinfrastruktur, die Zahl der schnellladelosen Gemeinden lag sogar bei 80 Prozent.
Beim Schnellladen teilen sich derzeit im Bundesdurchschnitt 82,4 E-Autos eine Ladesäule. Hier verglich das VDA die Verteilung auf Ebene der Bundesländer. Auch dieser Wert zeigt den Ausbau des öffentlichen Ladenetzes: vor einem Jahr kamen noch 111 E-Autos auf einen Schnellladepunkt. Allerdings spricht die Bundesnetzagentur schon oberhalb von 22 kW von Schnellladen, in der Industrie gilt eine Ladeleistung oberhalb von 150 kW als HPC-Laden (High-Power-Charging).
Was steckt hinter den Begriffen CPO, MSP und Ladestation?
CPO: "Charge Point Operator" = Betreiber von Ladestationen; MSP: "Mobility Service Provider" = Dienst zum Laden via Karte/App an Stationen verschiedener CPOs; Ladestation: Gerät zum Versorgen von E-Autos mit Strom (meist mit mehreren Ladepunkten)
Die Aussagekraft zur Qualität des Ladens in Deutschland ist laut dieser Untersuchung dennoch begrenzt, denn mehr als die Hälfte aller Ladevorgänge von E-Autos in Deutschland finden im privaten Bereich oder am Arbeitsplatz statt. Laut Energieagentur DENA wurden hierzulande mehr als 900.000 Wallboxen installiert, die das Ladeangebot ergänzen.
Eben in Ballungsgebieten, so die Sonderauswertung des jüngsten KfW-Energiewendebarometers, seien bei einem weiteren zahlenmäßigen Anstieg der Elektrofahrzeuge höhere Nutzungsraten zu erwarten. Einfacher ausgedrückt: Wo viele Menschen wohnen, werden vermutlich mehr E-Autos gekauft und Ladestationen häufiger genutzt.
Zumal – auch das ist eine Erkenntnis der Studie – E-Autos in kreisfreien Großstädten, also in dicht besiedelten Gebieten, weniger private Abstellfläche haben und somit auch im Verhältnis seltener zu Hause geladen werden können.
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