(dpa/AUTO BILD/KI) Die Europäische Union wird vorerst keine zusätzlichen Zölle auf Elektroautos aus China erheben. Ursprünglich war geplant, in bestimmten Fällen rückwirkend hohe Ausgleichszölle von bis zu 37,6 Prozent zu verlangen. Dies sollte geschehen, weil laut der EU chinesische E-Autos durch staatliche Subventionen einen unfairen Vorteil erhalten, der der europäischen Industrie schadet. Chinesische Elektroautos sind laut Angaben der EU-Kommission normalerweise etwa 20 Prozent günstiger als vergleichbare in der EU produzierte Fahrzeuge.
Die EU-Kommission hat jedoch bekanntgegeben, dass die rechtlichen Grundlagen für eine rückwirkende Erhebung dieser Zölle nicht gegeben sind. Weiterhin wurden die vorläufigen Zollsätze leicht angepasst und in den meisten Fällen etwas reduziert. Der Hersteller BYD sollte zunächst einen vorläufigen Strafzoll von 17,4 Prozent erhalten, der nun auf 17,0 Prozent gesenkt wurde.
Für Geely wurde der Satz von 19,9 Prozent auf 19,3 Prozent und für SAIC von 37,6 Prozent auf 36,3 Prozent reduziert. Tesla erhält einen individuellen Zollsatz von neun Prozent. Firmen, die mit der EU kooperieren, werden nun mit 21,3 Prozent (vorher 20,8 Prozent) belastet, während für unkooperative Unternehmen der Höchstsatz von 36,3 Prozent gilt.
Eine endgültige Entscheidung über die Einführung von Strafzöllen soll bis Ende Oktober getroffen werden. Diese Entscheidung muss jedoch von den 27 EU-Staaten abgestimmt werden. Sollte sich eine Mehrheit dagegen aussprechen, können die Ausgleichszölle nicht eingeführt werden. Es besteht auch die Hoffnung, dass eine diplomatische Lösung mit Peking erreicht werden kann. Autohersteller und andere betroffene Parteien haben die Möglichkeit, Anhörungen bei der Kommission zu beantragen und innerhalb von zehn Tagen Stellungnahmen abzugeben. Die Kommission wird diese prüfen und den Mitgliedstaaten anschließend einen Vorschlag für eine endgültige Entscheidung vorlegen.