Wie deutsche Autokennzeichen aufgebaut sind, dürfte allen Autofahrern bekannt sein. Es gibt aber auch Sonderkennzeichen, zum Beispiel das Diplomatenkennzeichen. Das ist nicht nur anders aufgebaut, sondern es zeigt auch an, dass der Insasse als Diplomat besondere Rechte genießt.
Ein Diplomatenkennzeichen beginnt immer mit einer Null, gefolgt von einer Landeskennzahl, durch die klar wird, an welches Land das Nummernschild ausgegeben wurde. Nach einem Bindestrich folgt eine weitere Zahl. Mit ihr wird der Rang angezeigt, nach der Regel: je höher der Rang, desto kleiner die Zahl.

Diplomatenkennzeichen "0 17–1": Botschafter der USA

Dabei reicht der zweite Ziffernblock von 1 bis 199, Ausnahmen davon gibt es für die USA (1 bis 500) und die Niederlande (1 bis 299). Sieht man zum Beispiel das Kennzeichen "0 17–1", dann handelt es sich um das Dienstauto des Botschafters der USA.
Zusätzlich zum Kennzeichen hat das Diplomatenauto auch einen Sticker mit dem Aufdruck "CD", was für Corps Diplomatique steht und den Fahrer als Mitglied des Diplomatischen Korps ausweist.
Sticker mit dem Aufdruck "CD": Das steht für Corps Diplomatique.
Bild: dpa

 
Und wie sieht es bei deutschen Staatsvertretern aus? Auch sie fahren mit besonderen Kennzeichen durch die Gegend. Bundespräsident, Bundeskanzler, Präsident und Vizepräsident des Bundesrats, Minister und Staatssekretär, Präsident und Vizepräsident der Höchstgerichte und Beamte des höheren Auswärtigen Dienstes sind mit der "0" und einer weiteren Zahl unterwegs. 
Der Dienstwagen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Kennzeichen "0-1", der von Bundeskanzler Olaf Scholz "0-2".

2021: fast 10.000 Verkehrsverstöße mit Diplomaten-Autos

Interessant im Hinblick auf Diplomaten und den Straßenverkehr: 2021 hat die Polizei in Berlin fast 10.000 Verkehrsverstöße mit Diplomaten-Fahrzeugen registriert. Wegen der Immunität des Botschaftspersonals werden diese Verstöße allerdings nicht verfolgt. Die Summe der eigentlich fälligen Verwarnungsgelder oder Geldbußen beläuft sich auf rund 200.000 Euro, wobei die am häufigsten festgestellten Verstöße Falschparken und Geschwindigkeitsüberschreitungen waren.
Am häufigsten in die Verkehrsverstöße verwickelt waren die Diplomaten-Autos von Saudi-Arabien, gefolgt von Griechenland, USA, Irak, Russland, Sudan, Ägypten, Jemen, Indonesien und Turkmenistan.