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Warum entstehen sogenannte Phantomstaus?

Phantomstaus überraschen Autofahrer immer wieder. Doch warum entstehen sie überhaupt? Und was kann man als Autofahrer tun?
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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 474.000 Meldungen zu Staus oder stockendem Verkehr gab es 2022 auf den 123 deutschen Autobahnen. 330.000 Stunden, im Schnitt mehr als 900 Stunden jeden Tag, mussten die Autofahrer warten. Das ist die Stau-Bilanz des ADAC.
Darunter waren fraglos auch zahlreiche sogenannte Phantomstaus. Also Staus, die ohne einen erkennbaren Grund (Baustellen, Unfälle oder eine zu große Auslastung) entstehen.
Eine Kettenreaktion wird ausgelöst
Vor allem sind es unnötige Bremsmanöver durch zu dichtes Auffahren, nicht gut durchgeführte Überholmanöver oder häufige Spurwechsel, die einen Phantomstau auslösen können.

Phantomstaus sind Staus, die ohne einen erkennbaren Grund (Baustellen, Unfälle oder eine zu große Auslastung) entstehen.
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Wenn ein Auto abbremst, wird bei zu geringen Abständen zum Vordermann eine Kettenreaktion ausgelöst, durch die der Verkehr immer zähflüssiger wird und irgendwann ganz zum Stehen kommt – oft erst mehrere Kilometer hinter dem eigentlichen Auslöser. Ganz vermeiden lassen sich die Phantomstaus demnach nicht, denn in den seltensten Fällen verhalten sich alle Autofahrer synchron.
Simple Physik
Vielmehr ist das Ganze simple Physik, wie der Physiker Yuki Sugiyama von der Nagoya-Universität in einem Experiment bewies. Dafür ließ er 22 Fahrzeuge auf einem Kreis mit einem Umfang von 230 Metern fahren. Sie sollten mit 30 km/h fahren und einen gleichbleibenden Abstand zum Vordermann halten. Es dauerte nicht lange, ehe sich ein Stau gebildet hatte.
Wurde der Versuch mit 21 Autos durchgeführt, konnte flüssig gefahren werden. Die kritische Dichte auf einer Autobahn bei einer Geschwindigkeit von 120 km/h liegt demnach bei 25 Fahrzeugen pro Kilometer.
Was kann man als Autofahrer tun? Das, was man eigentlich immer tun sollte: genügend Abstand einhalten, die Geschwindigkeit anpassen und vorausschauend fahren. Das führt normalerweise dazu, dass man in Ruhe das Tempo verlangsamen kann, anstatt abrupt abzubremsen.
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