Schlechte Nachrichten für Autofahrer: Der Unterhalt für den eigenen Wagen wird bald wohl deutlich teurer. Konkret dürften die Deutschen mehr für die Autoversicherung zahlen müssen.
Das kündigte der deutsche Marktführer HUK-Coburg an. Die Versicherung hatte die Preise bereits im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent erhöht. Doch die Branche schreibt weiterhin rote Zahlen.
Drei Preistreiber nannte Vorstand Jörg Rheinländer. Zum einen eine Steigerung der Preise für Ersatzteile. Hier sieht die HUK-Coburg in diesem Jahr ein Plus von sechs bis sieben Prozent. Rheinländer sieht als Ursache unter anderem den Designschutz, der nach wie vor für viele sichtbare Teile gilt.
Ein weiterer Faktor sind die Stundenverrechnungssätze der Autowerkstätten, die schneller zugelegt als die Inflation. Laut Zahlen der HUK stiegen die Verbraucherpreise seit Anfang 2013 um knapp 28 Prozent, die Reparaturkosten aber um mehr als 70 Prozent. Habe die Diskrepanz zwischen normaler Inflation und Preissteigerung bei Ersatzteilen 2017 bei knapp 14 Prozent gelegen, sind es im Moment fast 43 Prozent.

Preispolitik nicht nachzuvollziehen

"Diese Preispolitik, die Kosten künstlich nach oben treibt, ist nicht nachzuvollziehen", kritisiert Rheinländer. Hinzu kommt, dass die HUK mehr für Mietwagen ausgeben muss, da Ersatzteile nicht schnell genug geliefert werden können.
Und auch der Klimawandel spielt laut Rheinländer eine Rolle. "Wir sehen, dass der Klimawandel hochläuft", sagte Rheinländer. Schadensereignisse im Kaskobereich würden das zeigen, so Rheinländer.
Die Kosten für typische Hagelschäden lagen demnach früher bei rund 3.000 Euro, inzwischen sind es im Schnitt mehr als 5.000 Euro. Rheinländer beziffert den Anteil des Klimawandels bei den anstehenden Preiserhöhungen auf zehn Prozent. Teurere Ersatzteile und höhere Werkstattkosten würden zu etwa gleichen Teilen den Rest ausmachen.
Autofahrer sollten sich laut Rheinländer auf deutliche Steigerungen gefasst mache. "Rechnet man das zusammen, dann muss die Autoversicherung mindestens zweistellig für 2025 angepasst werden, um nur eine schwarze Null zu erreichen", sagte Rheinländer. Auch die HUK liegt laut Rheinländer in diesem Bereich, genaue Zahlen nannte er aber nicht.
Durch den harten Wettbewerb unter den Versicherern bleibt aber abzuwarten, inwieweit die Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Kunden weitergeben.