Stoffgaragen im Test

Auto-Zubehör: Stoffgaragen

Neun Modelle im Test

Stoffgaragen schützen Ihr Auto vor Vogelkot, Baumharz, Regen und Dreck. Sie sind einfach anzubringen, preiswert und praktisch. Eine perfekte Lösung für Laternenparker? Neun Modelle von 13 bis 110 Euro im AUTO BILD-Test.
Gleich vorweg: Eine echte Garage können die Stoffmützen natürlich nicht ersetzen. Sie schützen weder vor Kälte noch vor herabstürzenden Ästen. Ein Bierchen drin trinken oder Kumpels einladen? Geht auch nicht. Aber: Richtig angewendet verhindern sie im Winter vereiste Scheiben oder Türschlösser, schützen im Sommer Lack und Kunststoffe vor starker UV-Strahlung. Auch Wasserflecken, Staub und Blütenpollen kommen nicht in Kontakt mit dem Blech.

Auto-Zubehör: Günstige und teure Stoffgaragen im Test

Unsere neun Kandidaten kosten zwischen 13 und 110 Euro. Sie stammen vom Discounter, aus dem Auto-Fachhandel und wurden im Internet bestellt. Sie haben ihren Ursprung in Deutschland, Europa oder Fernost. Fast alle kommen in einem Aufbewahrungsbeutel – in den sie die Ungetüme allerdings gar nicht oder nur sehr umständlich wieder verpackt bekommen. Spaß macht das Gewürge nicht: Eine zwölf Quadratmeter große Stoffgarage fristet ihr Dasein daher wohl meist als großes Knäuel irgendwo im Keller, wenn sie nicht gebraucht wird. Beim nächsten Einsatz sollten Sie daher aufpassen: Sand und Dreck könnten den Lack verkratzen. Auch das Auto sollte grundsätzlich trocken und möglichst blitzsauber sein, damit es keine Kratzer gibt.
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Wichtig ist, dass das Material ein wenig Gezerre verträgt. Die Plane von Wenko zeigte hier Schwächen: Schon beim Anbringen war ruck, zuck ein Loch drin. Schade, denn so wurde es nichts mit dem Preis-Leistungs-Sieg. In Sachen Passgenauigkeit liegen Welten zwischen den Kandidaten. Zwar ist uns beim Härtetest keine davongeflogen, aber die Planen von Freesoo und A.T.U flatterten wie wild. Was vor allem daran liegt, dass sie nicht richtig passen: Es war schlicht unmöglich.

So haben wir getestet:

Unser Testwagen, ein Renault Scénic, wird mit jeder Stoffgarage mehrfach getestet: Gemäß Anleitungen bringen wir den Überzieher bestmöglich an. Wie schnell ist die Plane rauf, wie gut passt sie? Können Ösen und Schnallen dem Lack schaden? Dann der Härtetest: In der Waschanlage von Nord-Ostsee-Automobile in Reinbek bei Hamburg simulieren wir Regengüsse (zweimal gleichmäßige Beregnung) und heftigen Sturm (Trockenprogramm).

Unsere Test-Kandidaten:

● AD Cover Anti-Frost: Diesen Überzieher gibt's passend für viele Fahrzeugmodelle. Zwar ist das Material minimal schwerer als andere, aber auch seidig-weich, wasserdicht und robust. Optimale Passform! Die Gurtschnallen könnten beim Anbringen kratzen, liegen aber nicht auf dem Lack. Die gummierte Innenseite soll das Anfrieren im Winter verhindern. Im Härtetest bei Regen und Sturm zeigte sie sich unbeeindruckt. Alles fest! Urteil: Beste Stoffgarage im Test, hoher Preis.
● Softgarage Indoor & Outdoor: Mit ihr ist der Wagen gut gekleidet und geschützt: Die Plane wird individuell nach den Konturen des Modells gefertigt und passt einwandfrei. Ihre drei Lagen machen die Softgarage etwas dicker und schwerer, somit das "Ankleiden" mühsamer. Schnallen und Ösen sind aus Plastik und Metall: Vorsicht mit dem Lack! Dank der Schlaufen und des Kordelzugs sturmfester Schutz. Urteil: Drei Lagen Schutz gegen Schmutz, optimaler Sitz. Saubere Sache!
● Proplus Hagelschutz Garage: Fünf Millimeter dicker Neoprenschaum bedeckt Motorhaube, Dach und Kofferraum – und verspricht soliden Schutz auch gegen Hagel. Ein dickes Ding, und entsprechend unhandlich. Keinerlei Hinweise, wo vorne und hinten ist. Das Anziehen klappt am besten zu zweit. Ein Teil der Stoßstange bleibt frei. Seitlich endet die Plane weit über dem Boden, weshalb sogar die Seitenscheiben Tropfen abbekamen. Urteil: Gutes Material bietet viel Schutz. Schwächen im Detail.
● Audew Autoabdeckung: Auch wenn der hochwertige Überzieher bis zum Fahrzeugboden reicht: Seitlich greift ordentlich der Wind drunter. Eine sechslagige Plane, außen Silber, mit Reflektoren an den Ecken und Spiegeltaschen, innen lackschonend-flauschig – das geht aufs Gewicht, bleibt jedoch handhabbar. Sie ist etwas zu groß für den Test-Renault. Urteil: Solide verarbeitet, vernünftiger Preis, keine großen Macken – ein guter Deal.
● Purework Teilgarage: Die Schnäppchen-Garage vom Discounter ließ sich einfach anbringen: Gummizug vorne und hinten, fertig. Keine Plastikschnallen. Der ganze Wagen passte nicht drunter. Rechts und links reichte sie nicht bis zum Fahrzeugboden, das Auto war hier seitlich ungeschützt. Haken: Die Plane ist wasserdurchlässig, das Auto somit klatschnass. Urteil: Billig, gutes Handling, aber nicht wasserdicht.
● Car Xtras Auto-Vollgarage: Ähnliches Material wie beim Discounter-Konkurrenten, blieb im Test aber wasserdicht. Die Plane passte vorne, hinten, rechts und links nicht perfekt und flatterte im Wind. Dabei schubberten die Plastik-Schnallen der beiden Befestigungsgurte auf dem Lack. Praktisch: Der Klettverschluss-Schlitz für die Stabantenne spart deren Demontage. Urteil: Brauchbare Notgarage zum niedrigen Preis.
● Premium Vollgarage: Ein Reißverschluss ermöglicht den Zugang zum eingemotteten Fahrzeug. Leider ist er aus Metall: Vorsicht beim Anbringen! Größe M passte nicht: Ecken und Stoßstangen blieben frei. Nach dem Windtest hing die Stoffgarage nur noch halb auf dem Auto. Sinn und Zweck der Löcher auf dem Dach blieben ein Rätsel. Urteil: Von wegen Premium! Für 72,99 Euro erwarten wir mehr.
● Wenko Auto-Vollgarage: Die Wenko passt knapp, aber gut. Gummizüge statt Gurte und Schnallen, deshalb kann man ihr bei Sturm unter den Stoff schauen: Seitlich sowie an den Stoßstangen sind die unteren Bereiche ungeschützt, ansonsten blieb der Wagen trocken. Große Schwachstelle: Material reißt sehr schnell, lässt sich nicht reparieren. Urteil: Gut gedacht, schlecht gemacht – riss beim ersten Einsatz. Darum abgewertet und nicht zu empfehlen.
● Freesoo Autoabdeckung: Die Camouflage-Stoffgarage ist reißfest, wasserdicht und passt halbwegs problemlos wieder in die Tasche. Ansonsten: Passt entweder nur vorne oder hinten oder rechts oder links. Die Radschlaufen sind zu dicht beieinander – unbrauchbar. Im Test wäre sie fast davongeflattert, Schnallen schlugen auf den Lack. Urteil: Günstig, aber nicht gut. Zu viele Schwächen, schlechte Passform.
Alle detaillierten Testergebnisse können Sie in der Bildergalerie nachlesen!

Stoffgaragen im Test

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Fabian Pickel

Fazit

Eine Stoffgarage fürs Auto macht Sinn, wenn das gute Stück längere Zeit im Freien steht – kein Vogelkot, kaum UV-Strahlung. Für den täglichen Einsatz ist das Gefummel zu mühsam. Das gilt vor allem für die schlabberigen Billigkandidaten. In Sachen Passgenauigkeit punkten vor allem die, die modellspezifisch ausgeliefert werden – wie der Testsieger. Eine enge Hülle sieht nicht nur besser aus, sie flattert auch weniger. Das reduziert die Reibung und das Kratzerrisiko. Dran denken: Auto und Plane müssen sauber sein!

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