Autobatterie: Pflege im Winter

Bei Kälte braucht sie Pflege

Bei Kälte büßt die Autobatterie Leistung ein, gleichzeitig benötigt der Motor zum Starten mehr Strom. Ist die Batterie nicht gut gepflegt, springt der Wagen nicht an. AUTO BILD sagt, wie man dem Ausfall vorbeugen kann.
In der ADAC-Pannenstatistik steht sie als Pannen-Ursache ganz oben: die Autobatterie. Jeder dritte Einsatz der Pannenhelfer ist auf einen schlappen Akku zurückzuführen. Und gerade bei kalten Temperaturen im Winter drohen vielen Autofahrern streikende Autobatterien. Um solchen Ausfällen vorzubeugen, braucht die Autobatterie die richtige Pflege.

Autobatterie pflegen und Ausfall vorbeugen

Idealerweise liegt die Spannung der Autobatterie immer im Bereich über 12,6 Volt. Damit das auch im Winter so bleibt und die Autobatterie eine lange Lebensdauer hat, sollte man mit einigen Maßnahmen vorbeugen. Denn die Deklaration moderner Batterien als "wartungsfrei" bedeutet nicht, dass der Akku keine Pflege benötigt. Wartungsfrei bedeutet hier lediglich, dass kein Stopfen zum Nachfüllen von Wasser vorhanden ist. Aber auch, wenn die Batterieflüssigkeit nicht kontrolliert werden muss, sollte regelmäßig die Spannung überprüft und die Autobatterie gegebenenfalls mit dem Ladegerät nachgeladen werden. Das gilt übrigens auch für Autobatterien, die über den Winter abgeklemmt werden (zum Beispiel bei Oldtimern). Auch eine abgeklemmte Batterie entlädt sich mit der Zeit und sollte regelmäßig gecheckt und nachgeladen werden.

Diese Batterie ist mehr als 100 Jahre alt. Doch die grundsätzliche Konstruktion mit Platten und Polen hat sich nicht geändert.

Ein wichtiger Punkt in der Batteriepflege ist Sauberkeit: Durch feuchten Schmutz fließen Kriechströme, die die Autobatterie auf Dauer entladen. Dementsprechend sollte regelmäßig nachgesehen werden, ob die Kontakte und Anschlüsse sauber sind. Was Batterien überhaupt nicht mögen, ist die Tiefenentladung. Wurde zum Beispiel das Licht für längere Zeit angelassen oder der Wagen lange nicht gefahren, sinkt die Spannung in einen kritischen Bereich, die Kapazität nimmt stark ab – manchmal bis zum Totalausfall. Daher Batterien niemals im entladenen Zustand stehen lassen, sondern sofort aufladen. Denn je länger die Spannung im kritischen Bereich bleibt, desto stärker wird die Batterie geschädigt. Deswegen ist auch empfehlenswert, eine wenig oder nur im Kurzstreckenbetrieb genutzte Batterie regelmäßig an ein Ladegerät anzuschließen.
Wer noch mehr vorbeugen möchte, kann seine Batterie mit einem Thermoüberzug schützen – dann kühlt der Akku im Winter nicht so stark aus. Wichtig: Der Überzug muss im Frühling wieder runter, ansonsten droht Überhitzungs-Gefahr.

Warum streiken Autobatterien ausgerechnet im Winter?

Durch Kälte verlieren Autobatterien an Kraft. Herrschen Temperaturen von minus zehn Grad, büßen die Stromspeicher rund ein Drittel ihrer Leistung ein. Bei minus zwanzig Grad steht nur noch die Hälfte der eigentlichen Batterieleistung zur Verfügung. Hinzu kommt, dass der Motor der Batterie bei kalten Temperaturen mehr abverlangt: Das Motoröl ist bei Kälte sehr zähflüssig – bei minus zwanzig Grad verdoppelt sich so der Stromverbrauch beim Motorstart. Deswegen springen kalte Motoren bei Minusgraden oft nur widerwillig an. Kommt noch viel Kurzstreckenbetrieb hinzu, droht Ärger. Wenn der tägliche Weg zur Arbeit nur ein paar Kilometer beträgt, dabei auch noch Heckscheiben- und Sitzheizung laufen, bleibt der Lichtmaschine zu wenig Zeit, um die Batterie vollständig zu laden. Dann ist der Ausfall vorprogrammiert – das Auto springt nicht mehr an. Unser Kurzstrecken-Tipp: Auf elektrische Verbraucher verzichten, zusätzlich die Batterie mit einem Ladegerät pflegen.
Längerfristig kann der Kurzstreckenbetrieb und die nicht vollständige Aufladung die Batterie stark schädigen: Befindet sich die Batterie für längere Zeit auf einem Spannungsniveau unter 12,4 Volt, wird es kritisch – die Sulfatbildung beginnt. Es bilden sich Bleisulfat-Kristalle, die sich an den Elektroden anlagern und die Ladefähigkeit der Batterie verringern. Die Sulfatkristalle sind nicht mehr ladefähig, die Kapazität der Batterie sinkt. Ist die Sulfatbildung derart fortgeschritten, dass die Batterie sich nicht mehr laden lässt, spricht man von einer Sulfatierung. Durch gezielte Pflege der Autobatterie (z.B. regelmäßiges Nachladen mit einem Ladegerät) kann man diesem Prozess jedoch vorbeugen. Falls die Batteriekapazität bereits spürbar abgenommen hat, kann ein Batteriepulser (z.B. Novitec Megapulse) helfen: Das Gerät erzeugt während des Ladevorgangs Spannungsspitzen, die eine Sulfatierung rückgängig machen sollen.
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Autobatterien

Warnzeichen für schwächelnde Batterie erkennen

Messen: Mit einem Schnelltester lässt sich der Zustand der Batterie leicht prüfen. Er kostet zum Beispiel bei ATU fünf Euro.

Vor dem Ausfall gibt es meist Anzeichen für eine schwächelnde Autobatterie: Der Anlasser dreht nur müde am Motor. Springt der Motor nur noch "eben so" an, steht der Totalausfall kurz bevor. Auch wenn die Beleuchtung beim Starten des Motors glimmt oder gar ausfällt, ist das ein Zeichen für zu wenig Spannung. Tipp: Auch ohne ein Spannungsmessgerät kann man den Zustand der Autobatterie überprüfen. Bei ausgeschaltetem Motor (Zündung ein) wird das Abblendlicht eingeschaltet. Nimmt die Lichtstärke der Scheinwerfer schon nach kurzer Zeit merklich ab, ist dies ein klares Indiz für eine schwache Batterie. Der Test klappt am besten bei Dunkelheit.
Wer die Warnzeichen erkennt, muss die Batterie aber nicht sofort austauschen. Fürs Erste reicht es, die Batterie zu laden. Das geht entweder durch eine längere Fahrt (mindestens 30 Minuten und am besten über Land) oder durch das Anschließen ans Ladegerät. Streikt der Akku danach erneut, sollte er einer Prüfung unterzogen werden. Um der Autobatterie die Arbeit nicht noch zu erschweren, sollten allgemein vor dem Starten des Motors alle elektrischen Verbraucher (Beleuchtung, Radio, Gebläse etc.) ausgeschaltet sein. Bleibt das Starten erfolglos, nicht länger als zehn Sekunden versuchen. Dann mindestens eine halbe Minute pausieren und erneut probieren.

Autobatterie streikt: Das ist zu tun

Video: Ratgeber Starthilfe (2017)

So klappt die Starthilfe

Starthilfe:
Ist der Akku bereits entladen und der Wagen springt gar nicht mehr an, ist Starthilfe nötig. Dabei kann ein anderes Fahrzeug mit seiner Batterie Pannenhilfe geben. Wichtig: die richtige Reihenfolge beim Verbinden der Batterien beachten (mehr zur Starthilfe). Einfacher geht es mit den sogenannten Startboostern: Das sind kleine Lithium-Ionen-Akkus, die einer schlappen Batterie wieder auf die Sprünge helfen. Das Helfer-Auto und ein Starthilfekabel sind hier nicht mehr nötig. Einfach den Startbooster an die Batterie klemmen und das Fahrzeug starten.
Anschieben: Das Anschleppen oder Anschieben eines Autos funktioniert nur, wenn die Batterie noch eine Restspannung besitzt. Und: Es klappt nur bei Schaltgetrieben. Beim "schlappen" Auto den zweiten Gang einlegen, Kupplung treten, nach ein paar Metern kommen lassen. Vorsicht: Springt der Wagen nicht auf den ersten Metern an, kann unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator gelangen und ihn beschädigen.
Aufladen: Eine schlappe Batterie muss nicht immer gleich ausgetauscht werden. Oft reicht es, den Akku für eine Nacht an ein Ladegerät anzuschließen (mehr zum Laden der Autobatterie). Nur wenn er dann wieder schwächelt, muss er ersetzt werden. Wichtig: Das Ladegerät muss für den jeweiligen Batterietyp geeignet sein.
Desulfatierung: Nützt auch das Aufladen mit dem Ladegerät nichts mehr, ist die Sulfatbildung meist zu weit fortgeschritten. Ein letzter Versuch kann die Desulfatierung mithilfe eines Batteriepulsers sein. Wer es gar nicht erst soweit kommen lassen will, kann den Batteriepulser auch dauerhaft an seine Autobatterie anschließen. Die Lebensdauer der Autobatterie soll sich damit bestenfalls verdoppeln lassen.
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