Autokosten 2025: Elektroautos holen auf
Kosten für E-Autos teilweise schon auf Verbrenner-Niveau

Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Elektroautos sind in Europa auf dem Vormarsch – und das nicht nur auf der Straße, sondern auch bei den laufenden Kosten. Der Car Cost Index 2025 von Ayvens (neue globale Marke von ALD Automotive/LeasePlan) zeigt, wie teuer das Autofahren tatsächlich ist – vom Kleinwagen bis zum Oberklasse-Modell, in 28 europäischen Ländern.
Das Ergebnis: E-Autos werden wettbewerbsfähiger, aber Deutschland hinkt hinterher.
Große Unterschiede – europaweit und innerhalb der Fahrzeugklassen
Die Spreizung der monatlichen Gesamtbetriebskosten ist enorm: In Griechenland kommt man mit 815 Euro pro Monat vergleichsweise günstig weg, in der Schweiz sind es satte 1252 Euro. Deutschland liegt mit 967 Euro dazwischen. Bei den E-Autos zeigt sich das gleiche Bild: günstig in Griechenland (792 Euro), teuer in der Schweiz (1152 Euro).
Doch der spannendste Vergleich findet innerhalb Deutschlands statt – zwischen Verbrenner und Elektroauto. Während Elektroautos in der Kleinwagen-, Kompakt- und Mittelklasse teurer bleiben als Benziner oder Diesel, schneiden sie in der oberen Mittelklasse besser ab: Hier ist das E-Auto rund 50 Euro günstiger – 1111 Euro im Monat gegenüber 1161 Euro für den Verbrenner.
Der Blick hinter die Zahlen: Woher kommen die Kosten?
Der Car Cost Index erfasst sämtliche Kosten über einen Zeitraum von vier Jahren bei 30.000 Kilometer Laufleistung pro Jahr. Dazu zählen neben Wertverlust und Zinsen auch Wartung, Strom bzw. Kraftstoff, Versicherung und Steuern. Nicht berücksichtigt: Mehrwertsteuer, Ersatzwagen, Ladekarten oder Heimladegeräte.
Die Ladekosten für Elektroautos werden anteilig gerechnet: 70 Prozent zu Hause, 20 Prozent im Büro, 10 Prozent an öffentlichen Ladesäulen – ein realitätsnahes Szenario, das zeigt, wie viel Sparpotenzial im E-Auto-Laden steckt.
E-Auto-Strategie braucht mehr Schub
Martin Kössler, Geschäftsführer von ALD Automotive und LeasePlan in Deutschland, sieht beim Ausbau der Elektromobilität noch deutlichen Nachholbedarf: "Besonders bei gewerblichen Flotten braucht es mehr Planungssicherheit." Denn sie seien das Rückgrat des deutschen Pkw-Markts.
Kösslers Forderung: mehr staatliche Anreize, ein breiteres Angebot erschwinglicher E-Modelle mit praxisnaher Reichweite – und vor allem eine flächendeckende, zuverlässige Ladeinfrastruktur.
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