Autonomes Fahren: Zwischen Vision und Wirklichkeit in Deutschland
Neue Technologien brauchen ein modernes Land

Bild: Rimac
Da bin ich skeptisch, Elon Musk kündigt für Oktober ein Robotertaxi an. Etwas früher präsentierte uns Bugatti- und Rimac-CEO Mate Rimac sein autonomes Shuttle Verne. Verne soll ab 2026 in vier deutschen Städten unterwegs sein. Im komplexen Stadtverkehr von San Francisco sind bereits selbstfahrende Shuttles der Google- Tochter Waymo für den Personentransport freigegeben, ohne Sicherheitsfahrer. In China ist der Tech-Gigant Baidu mit seinen Robotaxis unterwegs. Autonomes Fahren nimmt wieder an Geschwindigkeit auf. Die Technologie hat dank KI erste Sprünge gemacht. Bis zum großen Durchbruch des autonomen Fahrens dauert es nicht mehr lange – daran glaube ich!
Skeptisch bin ich beim Einsatz der Robotertaxis wie Verne in Deutschland. Denn selbst wenn hier an Bord der selbstfahrenden Autos die modernste Technik steckt, herrscht drum herum Rückstand. Wenn ich morgens auf meinem Weg zur Redaktion in der Bahn Richtung Hamburger Innenstadt sitze, sind Internet und Telefonnetz weitestgehend nicht verfügbar. Wohlgemerkt, in Hamburg! Natürlich müssen autonome Autos auch ohne Netz fahren. Dennoch: Bei Robotaxis laufen die gesamte Kommunikation und der Bestellprozess über das Handy. Ohne Verbindung also keine Verbindung. Außerdem ist für eine sicherheitsrelevante Kommunikation mit anderen Fahrzeugen (Car2Car) 5G notwendig.
Mängel bei den Grundlagen für Robotaxis in Deutschland
Neben der teilweise mangelhaften Netzabdeckung stößt autonomes Fahren sicherlich bei der deutschen Bürokratie an seine Grenzen. Die EU hat zwar mit dem AI Act eine Grundvoraussetzung für autonomes Fahren und den Einsatz von KI geschaffen, doch habe ich mit Blick auf die katastrophale Digitalisierung unserer ohnehin lahmen Bürokratie starke Bedenken bei der Umsetzung.
Immerhin ist es der VW-Tochter Moia gelungen, in Hamburg in einem kleinen öffentlichen Bereich den künftigen Einsatz von Robotaxis zu testen. Der offizielle Start ist für 2026 angedacht. Die KI für VW stellt das israelische Unternehmen Mobileye zur Verfügung, das auch beim Rimac Verne an Bord ist.
Hier schließt sich der Kreis und zeigt: Ohne starke Tech-Partner wie Waymo, Mobileye oder Baidu geht es nicht! Ich sehe große Mängel bei den Grundlagen für Robotaxis in Deutschland. An die Technologie glaube ich, freue mich darauf. Deswegen wäre ich mit Blick auf unseren Standort gern weniger skeptisch.
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