Klappscheinwerfer, Keilform, Handschaltung: eine Kombination, die 2026 kaum noch jemand baut. Bertone setzt genau darauf. Der neue Runabout ist ein Sportwagen, der sich bewusst gegen den Zeitgeist stellt.
Als moderne Neuinterpretation eines historischen Entwurfs bewegt sich der Runabout zwischen Design-Statement und Fahrmaschine. Jetzt steht fest: Es bleibt nicht bei einer Studie. Ein Jahr nach der ersten Design-Preview zeigt Bertone die Serienversion – und die fällt deutlich konkreter aus als erwartet. Nicht nur optisch, sondern auch technisch.
Bertone Runabout
Carbon-Karosserie, Aluminium-Chassis und nur 1057 Kilo Gewicht machen den Bertone Runabout zum Leichtbau-Sportwagen.
Bild: Carrozzeria Bertone
Der Runabout wird in zwei Karosserievarianten angeboten. Neben der offenen Barchetta zeigt Bertone auch ein Targa-Modell mit vollwertiger Windschutzscheibe und abnehmbarem Carbon-Dach. Beide Versionen orientieren sich klar am A112 Runabout Concept von 1969, entworfen von Marcello Gandini. Flache Linien, scharfe Kanten und ein betont breites Heck lassen die Design-DNA der Keilform-Ära deutlich erkennen.

Lotus-Basis, Carbon-Haut

Technisch verabschiedet sich Bertone von historischen Fiat-Wurzeln und setzt stattdessen auf moderne Leichtbau-Technik. Grundlage ist eine neu entwickelte, stranggepresste und verklebte Aluminiumplattform auf Lotus-Basis, die für den Runabout angepasst wurde. In Kombination mit Carbon-Karosserieteilen bringt der Retro-Sportwagen nur 1057 Kilogramm auf die Waage – das sind rund 500 Kilo weniger als ein aktueller Porsche 911.
Runabout Concept von 1969 vs. Serienversion
Links das A112 Runabout Concept von 1969, rechts die Serienversion von 2026. Bertone überträgt die Keilform fast unverändert in die Gegenwart.
Bild: Carrozzeria Bertone
Mit 3,99 Metern Länge bleibt das Auto kompakt, wirkt aber durch seine extrem flachen 1,12 Metern Höhe deutlich sportlicher. Hinten steht der Zweisitzer breiter als vorn, rollt auf geschmiedeten Aluminiumrädern und setzt auf eine Mischbereifung: 18 Zoll vorn, 19 Zoll hinten.

Sechszylinder mit manuellem Getriebe

Für den Antrieb greift Bertone auf bewährte Technik zurück. Unter der Haube arbeitet der bekannte 3,5-Liter-V6 von Toyota, wie man ihn aus verschiedenen Lotus-Modellen kennt. Ein Kompressor steigert die Leistung auf 475 PS und 490 Nm Drehmoment. Die Kraft wird über ein manuelles Sechsgang-Getriebe mit offener Schaltkulisse an die Hinterräder geleitet.
Bertone Runabout
Offene Schaltkulisse, Schalensitze und Vierpunktgurte zeigen den kompromisslosen Fahrerfokus im Bertone Runabout.
Bild: Carrozzeria Bertone
Der Sprint von null auf 100 km/h gelingt in 4,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 270 km/h. Zum Fahrwerks-Setup gehören Doppelquerlenker-Achsen, verstellbare Dämpfer und Stabilisatoren.
Bertone plant lediglich 25 Exemplare des Runabout. Der Preis liegt bei 390.000 Euro pro Fahrzeug. Nach dem deutlich stärkeren, aber weniger puristischen GB110 ist der Runabout erst das zweite moderne Modell der Marke.