Die Produktplanung im BMW-­Werk Pretoria muss schön gewesen sein, Mitte der 80er­-Jahre. Wie eine kleine Tuningschmiede griffen die Südfafrikaner schein­bar nach Geschmack in den Konzern­-Baukasten und bas­telten sich die Modelle ihrer Träume. Zum Beispiel den 333i, ein Sondermodell der zweiten 3er-Reihe (E30).
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Der Über-3er beschleunigt in 7,4 Sekunden auf Tempo 100

Der BMW 333i war ein Sondermodell des E30. Es wurde in Zusammenarbeit mit der BMW Motorsport GmbH und der Firma Alpina ausschließlich für den Markt Südafrika entwickelt. Um die Palette oberhalb des 325i fortzusetzen, zwängten sie den fetten M30-Reihensechs­zylinder aus dem 7er (E32) unter die kurze 3er-­Haube. Motorhalter, Wasserkühler, Ansaugbrücke und Luftfilterkasten borgte man sich beim Alpina B6.
BMW 333i
Der 333i war nur in den Farben Hennarot, Diamantschwarz, Alpinweiß und Arktissilber erhältlich.
Bild: BMW Group Classic / Gudrun Muschalla

Dass der 3,3-­Liter seine 197 PS auch sicher auf die Straße bringt, stellt ein Sperrdifferenzial sicher. In Verbindung mit dem kurz übersetzten Fünfgang­-Sportgetriebe (erster Gang unten links) rennt der leicht kopflastige 3er so in 7,3 Sekunden von null auf 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt laut zeitgenössischen Messungen bei 231 km/h.

Nur 204 Exemplare wurden gebaut

Beein­druckend sind Drehmoment und Elastizität des 333i. Der BMW stürmt aus jeder Drehzahllage vorwärts, als gäbe es kein Halten. Kultiviertes Säuseln überlässt dieser Wagen anderen. Beim Tritt aufs Gaspedal brüllt der 333i los und jagt dem Beobachter wohlige Schauer über den Rücken. Wer 3er der Baureihe E30 kennt, bemerkt ein wenig mehr Kopflastigkeit als etwa beim 325i. Trotzdem ist der Sonder-3er kein schwerer Metall-Klotz, an dem sich der Fahrer abarbeiten muss. Er legt klassische BMW-Tugenden an den Tag und lässt sich genauso präzise ums Eck zirkeln wie seine Markenbrüder. Der Verbrauch lag bei 12,6 Litern Super pro 100 Kilometer.
BMW 333i
Der BMW 333i stürmt aus jeder Drehzahllage vorwärts, als gäbe es kein Halten.
Bild: BMW Group Classic / Gudrun Muschalla

Zwischen 1985 und 1986 entstanden nur 204 Exemplare dieses Über­-3ers, der mit 1256 Kilo nur 45 Kilo mehr auf die Waage bringt als ein gewöhnlicher 325i. Der 333i war nur in den Farben Hennarot, Diamantschwarz, Alpinweiß und Arktissilber erhältlich und ausschließlich als Zweitürer und Rechtslenker zu bekommen. Im Innenraum ist alles zweckmäßig durchdacht. In einem der Luftausströmer ist der Bordcomputer zu Hause. Die Eigner mussten sich zwischen servounterstütztem Fahren und angenehmer Temperatur im Auto entscheiden. Servopumpe und Klimaanlage passten nicht beide zum mächtigen Sechszylinder in den Motorraum. Einen BMW M3 hat es für den südafrikanischen Markt nicht gegeben.