BMW 530d GT (2017): Gebrauchtwagen-Angebot
Unbeliebter BMW mit fast 70.000 Euro Wertverlust zu verkaufen

Der BMW 5er GT soll alles können – und war trotzdem ein Flop. Als Gebrauchtwagen gibt es den "BMW 7er für Arme" zum Schnäppchenpreis!
Bild: Autoscout24
Als BMW im Jahr 2009 den intern F07 genannten 5er GT aus dem Hut zauberte, klang das Konzept erst mal vielversprechend. Der Gran Turismo wurde zwischen 5er (F10) und 7er (F01) angesiedelt, wobei er viele technische Details und große Teile des Innenraums von der Luxuslimousine 7er übernahm. In Foren wurde der 5er GT zuweilen auch als "BMW 7er für Arme" oder als "7er Touring" betitelt. BMW selbst versprach neben der erhöhten Sitzposition vor allem luxuriöse Platzverhältnisse im Fond. Der GT soll Beinfreiheit wie im 7er und Kopffreiheit wie im X5 bieten. Gleichzeitig ist der Kofferraum bei umgeklappter Rücksitzbank mit 1700 Litern größer als der des 5er Touring F11 (maximal 1650 Liter).

Da Heck ist nicht unbedingt die Sahneseite des 5er GT. Dafür verbirgt sich unter der Klappe ein großer Kofferraum.
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Auf dem Papier war der 5er GT die oft zitierte eierlegende Wollmilchsau. Mit einem Sechszylinder-Diesel unter der Haube ist der große BMW zudem perfekt motorisiert, ausreichend flott und trotzdem sparsam. Es gab nur ein einziges, nicht ganz unerhebliches, Problem: das Design. Nicht nur für traditionelle BMW-Fans war der große 5er schlichtweg zu unförmig.
Sechszylinder-Diesel mit 258 PS
Wer sich jedoch mit der Optik arrangieren kann, der bekommt den 2017 eingestellten 5er GT gebraucht zum Schnäppchenpreis. Beispiel gefällig? Wie wäre es mit diesem 530d GT, der von privat in Berlin angeboten wird? Dieses Exemplar ist ein spätes Modell, das erstmals im Mai 2017 zugelassen wurde und aus zweiter Hand stammt. Da es sich um ein Faceliftmodell handelt, leistet der Reihensechszylinder (N57) 258 PS und 560 Nm, was trotz eines Leergewichts von 2015 Kilo für 245 km/h Topspeed reicht. Laut Verkäufer ist der BMW durchgängig scheckheftgepflegt und wurde penibel gepflegt.

Die nachträglich montierten schwarzen Nieren passen nicht zum eleganten Erscheinungsbild des 5er GT. Das lässt sich aber einfach zurückrüsten.
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Die Laufleistung ist hoch
Eine Aussage, die durch die Inseratsbilder bestätigt wird. Zwar wird explizit erwähnt, dass der 530d GT kürzlich aufbereitet wurde, doch abgesehen von ein paar Steinschlägen sieht man ihm die Laufleistung von 224.000 Kilometern nicht an. Vor allem der Innenraum mit schwarzer Lederausstattung scheint äußerst gepflegt. Gröbere Abnutzungserscheinungen sucht man hier vergebens.
Da dieses Exemplar einst mit der gehobenen "Luxury Line" konfiguriert wurde, ist die Ausstattung mehr als ordentlich. Die versprochene Vollausstattung hat der 5er GT zwar nicht, doch da schauen wir einfach mal großzügig drüber hinweg und konzentrieren uns lieber auf die Highlights: Panoramadach (1700 Euro), Softclose (640 Euro), Komfortsitze mit Memory-Funktion (2260 Euro), adaptive LED-Scheinwerfer (1990 Euro), Driving Assistant Plus (1990 Euro), Navi Professional (3000 Euro), Head-up-Display (1390 Euro) und vieles mehr sind an Bord.
Neupreis von knapp 85.000 Euro
Zusätzlich zum ehemaligen Basis-Neupreis von 60.800 Euro für einen 530d GT ohne xDrive kamen hier noch mal knapp 25.000 Euro an Sonderausstattungen, sodass sich der Listenpreis auf rund 85.000 Euro belief. Gute acht Jahre und 224.000 Kilometer später soll der BMW noch 16.499 Euro kosten, was einem Wertverlust von knapp 70.000 Euro entspricht. Ein kompletter Satz Winterräder ist im Kaufpreis inklusive.

Dem Innenraum sieht man die Laufleistung von 224.000 Kilometern nicht an. Hier hat der Aufbereiter einen guten Job gemacht.
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Es geht auch noch günstiger
Bedenkt man, dass sich die GT-Version auch gebraucht keiner großen Beliebtheit erfreut, kann man davon ausgehen, dass mit etwas Geschick sogar noch etwas am Preis machen lässt. Grundsätzlich gibt es den Vorgänger des 6er GT gebraucht sogar für deutlich unter 10.000 Euro. Hierbei handelt es sich jedoch meist um deutlich runtergerocktere Modelle aus fünfter oder sechster Hand und nicht selten um das ehemalige Topmodell 550i, dessen V8 nicht gerade als langlebig gilt.
Der Sechszylinder-Diesel hingegen macht nur selten Probleme – daher sind auch Laufleistungen von 300.000 Kilometern und mehr keine Seltenheit. Größter Kritikpunkt am 5er GT: hoher Brems- und Reifenverschleiß, der natürlich auch auf das hohe Leergewicht von über zwei Tonnen zurückzuführen ist. Ein echter "BMW 7er für Arme" ist das Zwitter-Modell also nicht, aber womöglich eine oft unterschätzte Alternative zum 5er Touring.
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