BMW iX1, Mercedes EQA, Peugeot E-3008: Test
Drei kompakte Elektro-SUV im Test-Vergleich

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Den Peugeot 3008 gibt es seit 2009. Und er fiel seitdem nicht wirklich durch besonderes Design oder Finesse auf. Mit der Neuauflage ändert sich das jetzt. Das kompakte SUV kommt mit jeder Menge neuer Technik und radikal neuem, spannendem Design. Hat er jetzt als E-3008 eine Chance gegen die etablierten BMW iX1 und Mercedes EQA?
Auf alle Fälle kann er mit seinem Design Sympathien sammeln. Außen kantig und modern, innen mit einer interessanten Cockpit-Landschaft. Die Instrumente sind, typisch Peugeot, über dem kleinen und tief sitzenden Lenkrad angebracht. Das ist gewöhnungsbedürftig und passt nicht jedem – also bitte vorher mal ausprobieren.

Sehr gewöhnungsbedürftig: Dass man beim E-3008 über das Lenkrad auf die Armaturen schaut, gefällt nicht jedem. Sollte man ausprobieren.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das Panoramadisplay ist bei der von uns getesteten GT-Ausstattung 21 Zoll groß – das sind bemerkenswerte 53,3 Zentimeter. Darin enthalten sind das Kombiinstrument – mit Infos etwa über Tempo, Leistung, Energiefluss, Bordcomputer. Und der Touchscreen für Multimedia, Klima, Navi, Einstellungen. Alles vielfach konfigurierbar und grafisch angenehm zurückhaltend.
Fahrzeugdaten
Modell | BMW iX1 eDrive20 | Mercedes EQA 250+ | Peugeot E-3008 |
|---|---|---|---|
Motor Bauart | Synchronelektromotor | Synchronelektromotor | Synchronelektromotor |
Spitzenleistung | 150 kW (204 PS) | 140 kW (190 PS) | 157 kW (213 PS) |
Dauerleistung | 68 kW (93 PS) | 95 kW (130 PS) | 62 kW (85 PS) |
max. Drehmoment | 250 Nm | 385 Nm | 345 Nm |
Vmax | 170 km/h | 160 km/h | 170 km/h |
Getriebe | Einganggetriebe | Einganggetriebe | Einganggetriebe |
Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 245/45 R 19 Y | 235/45 R 20 T | 235/50 R 20 V |
Reifentyp | Hankook Ventus S1 evo3 | Pirelli P Zero Elect | Michelin e•Primacy |
Radgröße | 8 x 19" | 8,5 x 20" | 7,5 x 20" |
Reichweite* | 430 km | 496 km | 504 km |
Verbrauch* | 17,2 kWh/100 km | 16,7 kWh/100 km | 17,7 kWh/100 km |
Batteriekapazität (netto) | 64,8 kWh | 70,5 kWh | 73 kWh |
Batterieart | Lithium-Ionen | Lithium-Ionen | Lithium-Ionen |
Ladeleistung (AC/DC) | 11/130 kW | 11/100 kW | 11/160 kW |
Ladeanschluss | hinten rechts | hinten rechts | hinten links |
Ladezeit (10-80 %, DC-Laden) | 29 Minuten | 35 Minuten | ca. 30 Minuten (20-80 %) |
Fach unter Frontklappe | - | - | - |
Vorbeifahrgeräusch | 66 dB(A) | 67 dB(A) | 65 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 750/750 kg | 1500/750 kg | 1250/750 kg |
Stützlast | 75 kg | 80 kg | 80 kg |
Kofferraumvolumen | 490–1495 l | 340–1320 l | 520–1480 l |
Länge/Breite/Höhe | 4500/1845–2104**/1616 mm | 4463/1834–2020**/1612 mm | 4542/1895–2108**/1641 mm |
Radstand | 2692 mm | 2729 mm | 2739 mm |
Grundpreis | 47.900 Euro | 52.205 Euro | 48.650 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 57.800 Euro | 64.135 Euro | 53.450 Euro |
Fondpassagiere sitzen im BMW am besten
Mit seinem Platzangebot hat der Peugeot hier im Vergleich vorn leichte Vorteile, im Fond sortiert er sich hinter BMW und Mercedes ein. Die Komfortsitze vorn – im Paket für 3050 Euro – sind vielfach verstellbar, beheizt, belüftet und mit Massagefunktion ausgestattet – und tragen das AGR-Siegel (Aktion Gesunder Rücken). Im Fond geht es nicht ganz so großartig zu, die Rückbank hat eine kurze Auflage und ist recht flach über dem Boden montiert.

Angenehm untergebracht: Im exakt 4,50 Meter langen iX1 sitzen wir hinten am besten – und genießen die größte Kopffreiheit.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Im Vergleich am entspanntesten untergebracht ist man hinten im BMW – wegen der neigungsverstellbaren Fondlehne. Und der iX1 hat spürbar die größte Kopffreiheit und den meisten Platz für lange Beine. Auch hier ist die Rückbank allerdings flach über dem Boden montiert. Vorn sitzt es sich auf großen, gut ausgeformten Sitzen mit viel Seitenhalt sehr gut.
Kombiinstrument und Touchscreen sind gemeinsam im Curved Display untergebracht. Auf den iDrive-Controller verzichtet BMW ja inzwischen, setzt komplett auf den Touchscreen. Der kommt mit schöner Grafik, umfangreichen Menüs und jeder Menge Apps (zum Beispiel auch für Spiele und TV) – liegt aber etwas zu weit weg, man muss sich vorbeugen, um den Schirm berühren zu können.
Mercedes mit gut strukturiertem Arbeitsplatz
Der EQA ist vorn luftig gebaut, hat hier im Vergleich aber die einfachsten Sitze, schmal und zierlich geschnitten. Im Fond gibt es etwas mehr Platz als im Peugeot, vor allem mehr Kniefreiheit, aber weniger als im BMW. Und man hockt noch flacher über dem Boden als in den beiden anderen.

Das Display des Mercedes hat eine brillante Grafik, die Menüführung eine gute Struktur. Aber die Sitze sind schmal und zierlich.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Instrumente und Touchscreen kommen mit brillanter Optik, die Menüs mit sinnvoller Struktur. Auch im Benz muss man sich aber etwas vorbeugen, um an den Schirm zu kommen. Ein vertrautes Detail inmitten der schönen neuen Welt ist der Mercedes-typische Wählhebel am Lenkrad. Im E-3008 erledigt das ja eine Art Schieberegler.
Für Dynamik ist der Peugeot nicht gemacht
Der Peugeot kommt mit einem E-Motor mit 213 PS, schafft den Sprint von null auf hundert in 8,9 Sekunden und wird bei 170 km/h abgeregelt. Er tritt durchaus zügig an, gerade im direkten Vergleich aber verhaltener als BMW und Mercedes. Das E-System lässt sich gut dosieren, die Rekuperation mit den Schaltwippen am Lenkrad in drei Stufen verstellen.

Kein Kurvenräuber: Die Lenkung des E-3008 vermittelt wenig Gefühl, sie ist indirekt und nicht frei von Antriebseinflüssen.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das eckige Lenkrad liegt, das muss man sagen, schlecht in der Hand, die Lenkung selbst arbeitet indirekt, vermittelt wenig Gefühl, auch sind Antriebseinflüsse zu spüren. Der E-3008 rollt mit den 20-Zöllern (Serie beim GT) hart ab, nimmt Querfugen poltrig, bügelt lange Wellen aber gekonnt aus. Insgesamt fährt er sich im direkten Vergleich mit iX1 und EQA etwas bedächtiger. Der BMW wiegt ja immerhin auch 275 Kilogramm weniger, der Mercedes 210.
Messwerte
Modell | BMW iX1 eDrive20 | Mercedes EQA 250+ | Peugeot E-3008 |
|---|---|---|---|
Beschleunigung | |||
0–50 km/h | 3,6 s | 3,1 s | 3,8 s |
0–100 km/h | 8,2 s | 8,3 s | 8,9 s |
0–130 km/h | 12,9 s | 14,0 s | 14,2 s |
0–160 km/h | 20,3 s | - | 22,0 s |
Zwischenspurt | |||
60–100 km/h | 3,8 s | 4,5 s | 4,3 s |
80–120 km/h | 5,1 s | 6,0 s | 5,7 s |
Leergewicht/Zuladung | 1940/495 kg | 2005/465 kg | 2215/425 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 54/46 % | 53/47 % | 53/47 % |
Wendekreis links/rechts | 11,7/11,8 m | 11,1/11,2 m | 11,3/11,3 m |
Sitzhöhe | 645 mm | 640 mm | 705 mm |
Bremsweg | |||
aus 100 km/h kalt | 36,6 m | 36,4 m | 35,6 m |
aus 100 km/h warm | 34,8 m | 37,1 m | 37,3 m |
Innengeräusch | |||
bei 50 km/h | 55 dB(A) | 58 dB(A) | 56 dB(A) |
bei 100 km/h | 63 dB(A) | 65 dB(A) | 63 dB(A) |
bei 130 km/h | 67 dB(A) | 68 dB(A) | 68 dB(A) |
Verbrauch | |||
Sparverbrauch | 13,6 kWh/100 km | 14,2 kWh/100 km | 15,6 kWh/100 km |
Testverbrauch Druchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 19,0 kWh/100 km (+10 %) | 18,3 kWh/100 km (+10 %) | 22,8 kWh/100 km (+29 %) |
Sportverbrauch | 23,6 kWh/100 km | 23,0 kWh/100 km | 35,3 kWh/100 km |
CO2 (lokal) | 0 g/km | 0 g/km | 0 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 366 km | 402 km | 372 km |
Der EQA 250+ wird von einem E-Motor mit 190 PS angetrieben, brauchte von null auf hundert 8,3 Sekunden, maximal läuft er zurückhaltende 160 km/h. Der Antrieb wirkt lebhafter als im Peugeot, reagiert sensibler aufs Fahrpedal. Auch hier lässt sich die Rekuperation mit den Schaltwippen am Lenkrad in drei Stufen verstellen, dazu gibt es einen klugen Automatikmodus, aber wie beim Peugeot auch keine One-Pedal-Funktion bis zum Stillstand.
Die Federung schluckt lange Wellen souverän, wird nur bei kleinen Stößen etwas unruhig, passt insgesamt gut zum Auto. Die Lenkung arbeitet unaufgeregt, aber weniger gefühlvoll als sonst bei Benz gewöhnt, auch hier sind Antriebseinflüsse zu spüren.
One-Pedal-Drive nur beim BMW
Wie übrigens auch bei der BMW-Lenkung, die strammer anspricht als im Benz und – für BMW-Verhältnisse – tatsächlich eine Spur synthetisch wirkt. Der iX1 kommt mit einem E-Motor mit 204 PS, braucht 8,2 Sekunden von null auf hundert und wird dann auch bei 170 km/h abgeregelt.

One-Pedal-Drive: Der BMW bremst als einziger in diesem Test elektrisch bis zum Stillstand ab. Bei den Fahrleistungen liegt er vorne.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das E-System reagiert ausgesprochen feinfühlig, die Rekuperation lässt sich – im Menü – in vier Stufen verstellen. Besonders empfehlenswert ist der gut funktionierende adaptive Modus, und als Einziger hier bremst der BMW elektrisch bis zum Stillstand. Er fährt sich im Vergleich klar am geschliffensten und lebendigsten, federt straff und verbindlich.
Platzierung
Modell | BMW iX1 eDrive20 | Mercedes EQA 250+ | Peugeot E-3008 |
|---|---|---|---|
Punkte* | 593 | 565 | 555 |
Platz | 1 | 2 | 3 |
Fazit | Fährt am geschliffensten und lebendigsten, sehr gutes E-System. Beste Bremsen. | Größte Reichweite im Vergleich, ausgereiftes E-System. Sehr gutes Multimedia. | Spannendes Design, klasse Interieur. Sehr gute Sitze vorn (Aufpreis). Acht Jahre Garantie. |
Seine Batterie ist 64,8 kWh groß, damit kam er im Test – bei 11 Grad Celsius – auf eine Reichweite von 366 Kilometern. Geladen werden kann mit Wechselstrom bis 11 kW (22 kW kosten 720 Euro Aufpreis) und Gleichstrom bis 130 kW. Der Mercedes kam mit seinem 70,5 kWh großen Akku sogar 402 Kilometer weit – Bestwert im Vergleich.
Er kann mit Wechselstrom bis 11 kW und Gleichstrom bis zu 100 kW geladen werden. Der Akku im Peugeot ist 73 kWh groß. Im Vergleich schaffte der Peugeot eine Reichweite von 372 Kilometern. Geladen werden kann mit 11 kW an der Wechselstrom- und maximal 160 kW an der Gleichstrom-Ladesäule.
BMW iX1 mit dem günstigsten Grundpreis
Der Peugeot E-3008 mit 213-PS-Motor kostet ab 48.650 Euro, mit der hier getesteten GT-Ausstattung ab 53.450 Euro. Den EQA 250+ mit 190 PS berechnet Mercedes mit mindestens 52.205 Euro, in Testausstattung unter anderem mit der AMG Line Premium ab 64.135 Euro, klar der Teuerste. Und den BMW iX1 eDrive 20 mit 204 PS gibt es ab 47.900 Euro, mit der hier bewerteten Testausstattung ab 57.800 Euro.
Am Ende liegt der BMW iX1 dann klar an der Spitze. Danach kommt der Benz ins Ziel, der Peugeot folgt auf Augenhöhe.
Fazit
Klarer Gewinner des Vergleichs ist der durchdachte BMW, auf Platz zwei der Mercedes, der die größte Reichweite hat. Der Peugeot gefällt mit gekonntem Design und Interieur. Alle drei sind kompakte, vernünftige Elektro-SUV mit anständigem Platzangebot und sinnvoller Leistung. Die Reichweiten sind aktuell eben der Stand der Technik.
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