Dieses Ultra-SUV ist ein Einzelstück mit 700 PS! Geplant war, um die Jahrtausendwende die Verkäufe des damals neuen BMW X5 anzukurbeln. Der Weg: Der damalige BMW M-Technikchef Albert Biermann verpflanzte den Motor aus dem Le-Mans-Siegerauto V12 LMR in den ersten BMW X5. Heraus kam ein monströses SUV mit Rennwagenqualitäten. Vorgestellt wurde der X5 mit V12 im Jahr 2000 auf dem Genfer Autosalon. Als reines Experimentalfahrzeug ging es den Ingenieuren in erster Linie darum, auszuloten, wie weit das technische Potenzial des BMW X5 im Extremfall tatsächlich reicht.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 278 km/h

BMW X5 LE Mans
Ausgeräumt: Die Rücksitzbank fehlt, der Fahrer ist im Rennsitz verschalt.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Für den Renneinsatz war noch ein Luftmengenbegrenzer verbaut, der entfiel beim V12-X5. Frei atmend leistete das Triebwerk danach über 700 PS – genug, um das Zweitonnen-Trumm in 4,7 Sekunden auf Tempo 100 zu schießen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 278 km/h, das maximale Drehmoment von 720 Newtonmetern liegt bei etwa 5000 Umdrehungen an. Schon im Außendesign zeigt das SUV seine brutale Kraft. Die zweiteilige, in Carbon laminierte Haube wird von einem riesigen Luftauslass zerfurcht. Der BMW X5 Le Mans steht auf Retro-Rädern von BBS in Mattgold (zum großen AUTO BILD-Sommerreifen-Test 2021). Damit das Super-SUV besser in der Kurve liegt, wurde der Schwerpunkt abgesenkt: Der radikale X5 liegt 30 Millimeter tiefer als die Serie.

Der BMW X5 Le Mans darf nur mit Helm gefahren werden

BMW X5 LE Mans
Eine große Tasche in der laminierten Motorhaube führt Hitze aus dem Motorraum ab.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Im Innenraum fehlen Rückbank und Beifahrersitz, stattdessen klemmt der Fahrer in einem Rennsitz. Die Gewichtsverteilung liegt, beinahe ideal, bei 51:49 Prozent. Große Rennbremsen sind nötig, um den schweren X5 zu verzögern. Auf dem Armaturenbrett klebt der Hinweis: "Nur mit Helm fahren – kein Airbag!" Ganz normal per Zündschlüsseldreh startet der Le Mans; nur dass sich im Anschluss nicht der üblicherweise verbaute Diesel meldet, sondern ein Rennmotor bei Gaszufuhr ins Kreischen kommt. Hans-Joachim "Strietzel" Stuck befolgte die Anweisung mit dem Helm seinerzeit, als er den X5 Le Mans um die Nürburgring-Nordschleife peitschte: In ganzen 7 Minuten 49 Sekunden war die Runde absolviert. Damit war das SUV schneller als mancher Sportwagen.