Hin und wieder ist träumen erlaubt! Klicken Sie mal auf bmw.de, konfigurieren Sie sich einen BMW Z4. Mit 2,8 Litern und 245 PS landen Sie bei 44.250 Euro. Dabei haben Sie nicht mal Zubehör angeklickt, und unter der Haube arbeitet ein Vierzylinder, kein Reihensechser. Wie gut, dass es den Z4 auch gebraucht gibt. Und zwar bezahlbar, zum Polo-Kurs. Wir finden für 12.990 Euro einen 2003er mit 97.000 Kilometern beim Automarkt Horner Kreisel in Hamburg. Chef Stefan Bastian deutet auf den silbernen Roadster: "Der ist schnell weg." Okay, dann lieber gleich einsteigen. Erster Eindruck: Klimaautomatik, beheizbare E-Sitze, Navigationssystem, CD-Radio – alles da, was beim Neuen noch mal 5000 Euro Aufpreis kosten würde. Schade nur, dass der silbergraue Softlack an der Mittelkonsole sich schon teilweise ablöst. Ein Blick ins Handschuhfach: Das Scheckheft wurde das letzte Mal vor 7000 Kilometern von einer freien Werkstatt abgestempelt. Besser als nichts.

Downsizing kennt die erste Z4-Generation nicht!

BWM Z4
Unser Testwagen: ein Z4 von 2003. Die erste Generation wurde bis 2008 gebaut.
Bild: Thomas Ruddies
Ein Dreh am Schlüssel: Der Dreiliter summt leise. Sechszylinder – ja, das können sie in Bayern. Schade, dass ihre Zeit abläuft. Die Zukunft (seit Herbst 2011 im Nachfolger E89, Vierzylinder mit Turbo) heißt Downsizing. Doch das kennt die bis 2008 gebaute erste Generation des E85 glücklicherweise nicht. Wählhebel auf D. Der "Zettie", wie Fans den Zweitürer nennen, schiebt mit 231 PS mächtig nach vorn. Die Fünfstufenautomatik reicht die Gänge behutsam an die Hinterachse weiter. Beim Lastwechsel kommen keine unnatürlichen Geräusche aus dem Antriebsstrang. Gut, dann ist die Hardyscheibe noch elastisch und nicht versprödet. Die Lenkung arbeitet direkt, allerdings läuft dieser Z4 jeder Spurrille hinterher. Das liegt an den fetten 18-Zoll-Walzen auf den originalen Alurädern. Zeit für den Außen-Check: Das Verdeck hat Gebrauchsspuren, aber okay. Der Metalliclack an der langen Front zeigt kaum Steinschlag. Rost ist sowieso kein Thema beim in South Carolina gebauten E85 (das Coupé heißt E86). Also? Gute Ausstattung, starker Motor fairer Kurs – unser Urteil: Secondhand wird dieser Traum endlich wahr!
Was bei unserem Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim gebrauchten BMW Z4 außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Fazit

von

Stefan Diehl
Der BMW Z4 ist ein bezahlbarer Spaß. Solide, wenig Probleme, viel Ausstattung. Und, ja, die Vierzylindermotoren sind auch okay. Doch am meisten Spaß kommt mit den Sechsendern auf. Manko: Die Werkstattpreise sind deftig.