Wer nach Gemeinsamkeiten bei allen offenen Mercedes-Modellen sucht, kommt neben dem Stern auf dem Lenkrad schnell auf die garantierte Wertsteigerung im hohen Alter. Das macht für Gebrauchtkäufer den Einstieg ungemütlich teuer. Wie es anders gehen kann, zeigt die erste Generation des SLK. 1996 mit viel Furore und Wartezeiten von gut zwei Jahren gestartet, legte der kompakte Roadster auf C-Klasse-Basis eine beeindruckende Karriere hin. Bis zur Ablösung durch den Nachfolger (R 171) verließen 311.000 Fahrzeuge das Bremer Werk. Die hohe Zahl an überlebenden Fahrzeugen sorgt dafür, dass der intern R 170 genannte SLK trotz großer Beliebtheit noch immer günstig zu haben ist. Noch!

Das Variodach macht den SLK uneingeschränkt alltagstauglich

Mercedes SLK
Das Blechklappdach ersetzte erstmals die Stoffmütze. Es hält bis heute und lässt vollautomatisch die Sonne rein.
Neben den für Mercedes-Verhältnisse moderaten Preisen war es vor allem das Variodach, das die Neukunden fesselte. Erstmals ersetzte in der Großserie ein Blechklappdach das klassische Stoffmützchen. So war der SLK winter- und damit uneingeschränkt alltagstauglich. Das beste aber: Gegenüber den Faltkreationen der Nachahmer Peugeot (206 CC) und VW (Eos), bei denen es immer wieder zu Aussetzern und Wassereinbrüchen kam, hält die SLK-Konstruktion bis heute und lässt vollautomatisch die Sonne in den knapp geschnittenen Innenraum. Zumindest wenn der Kofferraum leer und das Begrenzungsrollo herausgezogen ist. Schließlich muss all das Blech irgendwo hin. Das Ladevolumen wird so um mehr als 200 Liter reduziert.
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Rost ist beim SLK kaum ein Thema

Macht nichts, ein Roadster ist eh nichts für Hobbyspediteure, sondern für Anhänger von klassischem Fahrspaß. Der wird geboten, auch wenn die indirekte Lenkung und die lahme Automatik heute etwas antiquiert wirken. Was zählt, ist, dass sie halten. Selbst Rost ist, trotz der Verwandtschaft mit dem gammelaffinen W 202, kaum ein Thema. Tuningsünden schon eher. Deshalb gilt: Originalität ist beim SLK Trumpf. Dann klappt’s bestimmt auch mit der Wertsteigerung.
Fazit von Malte Büttner: Trotz großer Geschichte und hoher Qualität ist der erste SLK noch immer bezahlbar. Ruhige Fahrer sparen mit dem 200er-Sauger, mehr Spaß macht der 230er-Kompressor. Teurer: die Sechszylinder. Tipp: 200er-Kompressor ab Baujahr 2000. Urteil: vier von fünf Punkten.

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Bilder: Mercedes SLK (R 170) im Test
Mercedes SLK (R 170) im Gebrauchtwagen-Test
Bilder: Mercedes SLK (R 170) im Test
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Mercedes SLK (R 170) im Gebrauchtwagen-Test