Der erste Gedanke ist manchmal irreführend: Mindestens 184.900 Euro rufen Friedhelm Wiesmann und seine technischen Partner Harald und Michael Käs für einen CR4 auf. Bedenkt man nun, dass die Basis, der BMW Z4 M40i, bei 62.700 Euro startet, ist das schon ein heftiger Aufpreis.
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Sitzt man dann jedoch im Auto, relativiert sich das schnell. Nahezu alle Oberflächen sind mit edlem Leder bezogen, über dem Zentraldisplay haben die Innenarchitekten eine zusätzliche Blende angebracht, die das Ganze noch mal wertiger aussehen lässt. Die Karosserie ist komplett neu designt. Sämtliche Exterieurkomponenten bestehen aus Kohlefaser und erinnern nur noch an den Z4, wenn man es a) weiß und b) unbedingt sehen will.
Boldmen CR4
Bekanntes BMW- Cockpit mit Detailänderungen und geprägtem Boldmen-Logo. Die ersten 30 Sondermodelle sind nummeriert.

Der Gesamteindruck ist vor allem an der Front mit ihrem schmalen, aber tief nach unten reichendem Grill wirklich mal etwas komplett Neues. Wobei die Frontscheinwerfer in Einfassungen aus Sichtcarbon sitzen und etwas an den Alfa 4C erinnern. An den Rückleuchten setzt sich das Designkonzept fort. 60 Kilo spart man so gegenüber der technischen Basis und drückt das Gewicht auf unter 1,5 Tonnen.

Boldmen CR4 in 3,9 Sekunden auf 100 km/h

Dem geringeren Gewicht steht natürlich eine gesteigerte Leistung gegenüber: Aus den eigentlichen 340 PS des Dreiliter­-Singleturbos mit variablem Twinscroll-­Lader machen die Entwickler 408. Auch das Drehmoment klettert um 110 Newtonmeter auf nun 610. Das reicht, um die prestigeträchtigen vier Sekunden auf Tempo 100 zu unterbieten. 3,9 Sekunden versprechen die Schöpfer des neongelben Geschosses. 4,5 Sekunden gibt BMW für den Z4 M40i an.
Boldmen CR4
Aus den eigent­lichen 340 PS des Dreiliter­-Singleturbos mit variablem Twinscroll-­Lader machen die Entwickler 408.

Auch beim Fahrwerk haben die Entwickler Hand angelegt. 20 Millimeter geht es näher in Richtung Boden, ein 18­-Zoll­-Radsatz ist Serie, 20 oder sogar 21 Zoll sind möglich. Selbst ein elektronisch geregeltes Gewindefahrwerk steht in der Aufpreisliste. Damit lässt sich selbst die Grundcharakteristik auf die Kundenbedürfnisse einstellen.

Boldmen setzt auf Individualisierung

Besonders die Farbe des von uns inspizierten Präsentationsmodells sticht natürlich aus der Masse heraus. Aber das ist gewollt, neben dem schreienden Sportler hat man noch eine elegante Version in Dunkelblau mit cremefarbenem Interieur gebaut. Großer Kontrast? Richtig, aber Boldmen setzt auf Individualisierung. Da jeder CR4 in Handarbeit am Standort in Welden gefertigt wird, ist so gut wie alles nach Kundenwunsch konfigurierbar – eben von schrill bis zurückhaltend. Nur die Handwerkskunst, die ist nicht verhandelbar.
Boldmen CR4
Kohlefaser-Abrisskante und Sportauspuff kosten künftig extra. Die ersten 30 kommen quasi in Vollausstattung.

Mit dem BMW Z4 hat man sich bewusst für eine bereits sehr gute Basis entschieden. Beim CR4, so ist es der Anspruch seiner Erbauer, muss jedes Detail nochmals deutlich wertiger sein. Verständlich bei dem Preis.

Technische Daten und Preis: Boldmen CR4

Motor R6 Turbo, vorn längs
Hubraum 2998 cm3
Leistung 300 kW (408 PS)
Max. Drehmoment 610 Nm
Antrieb Hinterrad, 8-Stufen-Automatik
L/B/H 4420/1933/1275 mm
Leergewicht 1495 kg (DIN)
0–100 km/h 3,9 s
Spitze 250 km/h
Preis ab 184.900 Euro

Fazit

Seine Fertigungsqualität und der Individualisierungsgedanke sind die großen Stärken des Boldmen CR4. Jetzt müssen sich nur noch genug Kunden finden, die rund das Dreifache für einen Z4 M40i zahlen wollen.