Der Markt für Kleinserienhersteller und Restomods aller Art boomt. Immer mehr Firmen drängen mit ihren Kreationen auf den Markt, weil viele Kunden inmitten von Elektrofahrzeugen und SUVs auf der Suche nach etwas anderem sind. Genau bei diesem Wunsch nach Individualität will die junge, deutsche Marke Boldmen behilflich sein!
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Der Leitspruch von Boldmen lautet: "mutiges, ikonisches Design, das auf maximalen Fahrspaß trifft". Die Köpfe hinter dem erst 2020 gegründeten Unternehmen sind Harald und Michael Käs sowie Friedhelm Wiesmann. Letzterer dürfte Autofans als Mitbegründer der ikonischen Marke Wiesmann bekannt sein, doch auch Michael Käs, Leiter Entwicklung und Produktion bei Boldmen, ist kein unbeschriebenes Blatt in der Automobilbranche, hat er zuvor beispielsweise für Alpina gearbeitet und bietet seit ein paar Jahren den Everytimer ETA 02 auf Basis des nicht mehr erhältlichen BMW 2er Cabrio an. Unter der neuen Marke, die übersetzt so viel bedeutet wie mutige, kühne Männer, soll noch 2021 ein in Handarbeit gefertigter Roadster entstehen.
Boldmen CR4 Rendering
Die Front des Boldmen CR4 lässt kaum noch Rückschlüsse auf das Basisfahrzeug BMW Z4 zu.

Das Erstlingswerk hört auf den schlichten Namen CR4, was so viel bedeutet wie Carbon (C) Roadster (R) mit über 400 PS (4). Das Grundrezept ist aus Wiesmann-Zeiten bekannt: Ein sportlicher Roadster im Retro-Look mit BMW-Technik. Im Gegensatz zu MF3, MF4 und Co übernimmt Boldmen für den CR4 nicht nur die BMW-Technik, sondern gleich die gesamte Plattform, denn der CR4 basiert auf dem BMW Z4 der aktuellen Generation G29. In aufwendiger Handarbeit wird die Karosserie des bayerischen Roadsters jedoch komplett neu aus Carbon modelliert, sodass die Verwandtschaft am Ende am ehesten noch im Profil zu erkennen ist. Front- und Heckpartie sind völlig neu. Der CR4 trägt einen sechseckigen Kühlergrill mit vertikalen Streben und dem Boldmen-Logo. Besonders prägnant sind die dreidimensional gestalteten Scheinwerfer, die mit ihrer Spinnen-Optik am ehesten an die 2015 präsentierte Launch Edition des Alfa Romeo 4C erinnern. Ähnliches Bild am Heck: Die Rückleuchten ähneln den Scheinwerfern, der Retro-Look und eine gewisse Ähnlichkeit zu Wiesmann-Modellen lassen sich nur schwer abstreiten. Doch der Boldmen will keine Kopie vergangener Erfolge sein, er ist ein eigenständiger Roadster.

Boldmen CR4 mit Reihensechszylinder und 408 PS

Auch technisch hat Boldmen, oder besser gesagt BMW-Spezialist Dähler, Hand angelegt. Der Dreiliter-Reihensechszylinder des Z4 M40i wurde modifiziert und leistet jetzt 408 PS und 610 Nm statt der serienmäßigen 340 PS und 500 Nm. So soll der CR4 in beachtlichen 3,9 Sekunden auf 100 km/h sprinten – immerhin sechs Zehntel schneller als der Z4. Der Topspeed des Stoffdach-Roadsters bleibt auf 250 km/h begrenzt.
Boldmen CR4 Rendering
Mit einem Basispreis von 185.000 Euro ist der CR4 rund drei Mal so teuer wie ein BMW Z4 M40i.

185.000 Euro Basispreis sind eine Hausnummer

Noch existiert der CR4 nur als Rendering, doch wenn alles gut geht, soll die offizielle Premiere noch 2021 stattfinden. Zu Beginn der Kleinserie ist das durchnummerierte Sondermodell "First Thirty" verfügbar. Die ersten der 30 Kundenfahrzeuge sollen noch 2021 ausgeliefert werden. 2022 sollen bis zu 80 weitere Exemplare in Handarbeit entstehen. Vorausgesetzt, es finden sich genügend potentielle Kunden, die bereit sind, mindestens 184.900 Euro, und somit rund drei Mal so viel Geld wie für einen BMW Z4 M40i (ab 62.700 Euro), auszugeben. Aber Handarbeit made in Germany und das Bedürfnis nach Individualität sind eben kein Schnäppchen.