Fahrbericht Everytimer ETA 02 Cabrio

BMW 02 Bauer-Cabrio auf 1er-Basis: Everytimer ETA 02

Retro-BMW auf 1er-Basis

Der BMW 02 gilt als Inbegriff eines Sportlers. Als Everytimer kommt er jetzt zurück. Wir haben das Retro-Cabrio auf Basis des BMW 1ers ausprobiert.
Immer mehr Autofans wollen ihren Klassiker auch im Alltag bewegen, aber oft hapert es bei den historischen Fahrzeugen an der Technik. Harald Käs und sein Sohn Michael aus Welden in der Nähe von Augsburg schaffen jetzt Abhilfe: Auf Basis eines 1er Cabrios lassen sie den legendären BMW 2002 wiederauferstehen.

Unter der Retro-Karosserie steckt ein BMW 1er

Nur optisch ein 02: Michael und Harald Käs verwandeln den BMW 1er (E88) in ein Retro-Cabrio.

Der BMW 02er ist schon als Limousine ein überaus begehrtes Stück Altmetall. Noch beliebter sind die seltenen Cabrios, die von 1968 bis 1971 beim schwäbischen Karosseriebauer Baur in überschaubarer Stückzahl gefertigt wurden. Technisch sind die offenen 02er dabei alles andere als Volltreffer. "Genau das war für uns der Anlass, den 02 als Everytimer neu aufzulegen", erklärt Michael Käs, "unser Fahrzeug ist absolut alltagstauglich und verfügt über einen modernen Motor und Komfortausstattungen wie Sitzheizung, elektrisches Dach oder Xenonlicht." Was zumindest von vorne auf den ersten Blick aussieht wie ein historischer BMW 2002 ist auf den zweiten Blick eben kein solcher. Unter der Karosserie steckt ein BMW 135i Cabrio der 2013 ausgelaufenen Baureihe E88. "Mein Vater ist immer Oldtimer gefahren und natürlich war ich dabei. Früher hatte er auch einen 02er", lächelt Michael Käs, "wir restaurieren seit vielen Jahren Oldtimer. Irgendwann wollten wir dann etwas Eigenes machen."

Im Topmodell geht richtig die Post ab

Video: ETA 02: BMW 1er als Retro-Cabrio

Retro-BMW im legendären 02er-Look

So wurde das BMW 1er Cabrio außen von allen Teilen befreit, die es zu eben solchem Fahrzeug machten. Die neuen Karosserieteile im 02er-Look sind hochfeste Verbundkomponenten, die aus dem Viersitzer der Generation E88 eine einzigartige Mischung von gestern und heute machen. "Unser Cabrio ist weder ein Old- noch ein Youngtimer, sondern eben ein Everytimer", erklärt Michael Käs. Somit war auch der Firmenname Everytimer Automobile (ETA) gefunden, und das offizielle Erstlingswerk wurde auf den Namen ETA 02 Cabrio getauft. Mittlerweile sind die ersten drei Modelle gebaut und das erste Fahrzeug mit entsprechender Luxusausstattung an den Mann gebracht. Der günstigste Umbau kostet rund 70.000 Euro – zuzüglich des entsprechenden Basisfahrzeugs, für das je nach Zustand noch mal bis über 20.000 Euro fällig werden können.
Dadurch, dass die verschiedenen Module wie Kotflügel, Türen und Hauben durch Karbonteile ersetzt wurden, hat der moderne 02er sogar um rund 40 Kilogramm abgespeckt und wird noch dynamischer. Perfekt ist die Kombination mit dem sportlichen Topmodell des BMW 135i Cabrio, der auf Wunsch bis zu 326 PS mobilisiert und 250 km/h schnell ist. Wie gut das Everytimer 02 Cabrio fährt, davon kann man sich nach ein paar Kilometern überzeugen.

Beim Interieur darf der Käufer bestimmen

Vetraut: Der 1er-Innenraum ist klar erkennbar, er kann nach Kundenwunsch aufgepeppt werden.

Innenraum, Bedienelemente und Anzeigen kennt man von dem alten BMW 1er, während Sitze, Lenkrad und Verkleidungen ganz nach den Wünschen des Kunden individualisiert werden. Dach auf, Gas gegeben und der drei Liter große, aufladungsfreie Reihensechszylinder klingt so satt, wie man es sich in einem viersitzigen Sportcabriolet wünscht. Lenkung und Fahrwerk sind top – Getriebe und Verarbeitung sowieso. Auch wenn sich der Himmel rund um Augsburg langsam zuzieht, bleibt die elektrische Stoffmütze unten und die Gänge werden kraftvoll ausgedreht. Macht Laune, dieser Everytimer, und die Blicke der Umgebung sind einem bei diesem Auftritt allemal sicher. Nur der Charme des Historischen geht der Neuauflage irgendwie ab. "Mit unserem Everytimer kann man ganz normal zur Inspektion oder zur Reparatur zum BMW-Händler fahren. Nur spezielle Karosseriearbeiten erledigen wir", sagt Michael Käs mit Blick auf die Alltagstauglichkeit seiner Kreation, "das macht es besonders einfach."
Bleibt die Frage, ob einem dieser Spaß 80.000 bis 100.000 Euro wert ist, denn wie Michael Käs schon sagt, ist der ETA 02 weder Old- noch Youngtimer, und das Heck kann es trotz LED-Rückleuchten im Retrodesign und eingezogenem Heckdeckel mit dem filigranen Original des BMW 2002 nicht aufnehmen. Von dem Ahnen stammen übrigens zwei originale Teile: die beiden vorderen Blinker. "480 Sätze von denen hat BMW aktuell noch im Bestand", grinst Michael Käs. Die nächsten Pläne haben Vater und Sohn Käs übrigens bereits im Hinterkopf. Gut möglich, dass die beiden Bayern aus einem BMW Z4 bald den legendären BMW 507 machen.

Autor: Stefan Grundhoff

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