Bremsen: Feinstaub
Diese Bremsbeläge sorgen für weniger Feinstaub

– Die Euro-7-Norm nimmt erstmals auch den Feinstaub durch Bremsenabrieb ins Visier – gut so! Doch im Zubehör finden sich längst Bremsscheiben und -Beläge, die eine deutliche Reduktion des Feinstaubs ermöglichen.
Bild: Lena Willgalis
Feinstaub ist ein Problem, das wir schon lange kennen. Seit 1993 sorgt die immer strengere europäische Abgasnorm für eine erfolgreiche Reduktion der Feinstaubbelastung. Zumindest jener, die durch die Kraftstoffverbrennung in den Motoren entstehen. Doch die Belastung durch den Feinstaub, abgekürzt PM (für den englischen Begriff Particular Matter), den Reifen und Bremsen emittieren, blieb länger unbeachtet und dadurch bis heute konstant hoch.
Als besonders schädlich gelten die Feinstaubabgase PM 2,5, die überwiegend Teilchen mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern enthalten. Die können bis in die Lungenbläschen gelangen und Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie Lungenkrebs begünstigen oder verursachen.
Feinstaub-Grenzwerte auch für Elektroautos
Schon seit etwa zehn Jahren sind im Straßenverkehr laut Umweltbundesamt nicht mehr die Abgase von Verbrennungsmotoren größter Emittent von diesen PM-2,5-Teilchen, sondern der Abrieb von Reifen, Straßen- und Bremsbelägen. Daher nimmt die Euro-7-Norm nun Bremsen und Reifen in den Fokus, weswegen erstmals auch Elektroautos die neuen Grenzwerte erfüllen müssen. Betrachtet werden bei den Bremsen allerdings PM-10-Partikel. Messungen zeigen jedoch: Bremsbeläge, die hier niedrigere Emissionen erzielen, stoßen auch weniger vom noch feineren Feinstaub (PM 2,5) aus.

Die ATE-Ceramic-Bremsbeläge emittierten im ADAC-Test am wenigsten Feinstaub.
Bild: Stefan Novitski
Die neuen Regularien gelten ab Ende 2026 für neu entwickelte Modelle (mit neuer Typgenehmigung) und ab Ende 2027 für alle neu zugelassenen Fahrzeuge. Für reine E-Autos gelten dabei strengere Grenzwerte (3 mg/km) als für Verbrenner. Schließlich können Elektroautos ihre E-Motoren auch als Generatoren verwenden und die dabei einsetzende Verzögerung nutzen. Für alle anderen Antriebstypen gilt ein PM-10-Grenzwert von 7 mg/km.
Analyse zeigt, wie viel Feinstaub sich einsparen lässt
In der Praxis lassen sich diese Werte schon heute einhalten, wie eine Analyse des ADAC aus dem Jahr 2021 belegt. Ermittelt wurden dabei die Emissionen jeweils einer Vorderradbremse. Die abgebildeten Werte müssen also mehr als verdoppelt werden, allerdings auch nicht vervierfacht, denn die deutlich geringer beanspruchten hinteren Bremsen emittieren entsprechend weniger Abrieb.

Beim ADAC-Test wiesen die ATE-Beläge den geringsten Feinstaubausstoß auf. Die Euro-7-Grenzwerte ließen sich damit schon jetzt einhalten. (Quelle: ADAC)
Bild: ADAC
Auch wenn nur ein Hersteller die künftigen Grenzwerte unterschreitet (ATE), haben auch die anderen Aftermarket-Lieferanten Bremsbeläge im Programm, die in Kombination mit den passend darauf abgestimmten Scheiben deutlich weniger PM-10-Partikel freigeben, als die Komponenten, mit denen die Hersteller ihre Fahrzeuge werkseitig ausrüsten. Der Clou daran: Ziel der Entwicklungen war noch nicht einmal die Reduktion des Feinstaubs, sondern eine bessere Brems-Performance oder ein besonders gepflegtes Felgenbild – was vermuten lässt, dass es noch viel Potenzial zur Feinstaubeinsparung gibt.
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