Bremsen reinigen Schritt für Schritt

Bremsen reinigen Schritt für Schritt

Bremsenreiniger: Anwendung, Test

So kontrollieren und reinigen Sie Ihre Bremsen

Bremsen sind die Lebensversicherung eines jeden Autofahrers. Damit sie einwandfrei funktionieren, sollten man sie im Blick haben. Alle Infos rund um die Reinung, die Wahl des Bremsenreinigers – und wann der Gang zum Fachmann richtig ist.
Wenn die Bremsen quietschen, können Verschmutzungen und Ablagerungen die Ursache sein. Oft lassen sich die Geräusche schon mit dem Reinigen der Bremsen beheben. Aber auch ohne Störgeräusche ist eine regelmäßige Kontrolle der Bremsen ratsam. Der ideale Zeitpunkt ist zum Beispiel die Reifenwechsel-Saison, da die Räder ohnehin abmontiert werden müssen. Nur so haben Sie freien Zugriff auf Bremssattel und Scheiben. Wie Sie beim Kontrollieren der Bremsen am besten vorgehen und was beim Bremsenreiniger zu beachten ist, erklärt AUTO BILD.

Wann sollte man die Bremsen kontrollieren?

Spätestens, wenn ein störendes Schleifen oder Quietschen die Verzögerung an der Ampel begleitet, sollten Sie einen Blick auf ihre Bremsen werfen. Doch auch ohne konkreten Anlass lohnt es sich, die Bremsen in regelmäßigen Abständen genau zu inspizieren. Sind sie stark verschmutzt, verölt oder fettig, kann das massive Auswirkungen auf das Bremsverhalten haben. Doch keine Angst: In vielen Fällen wird der richtige Bremsenreiniger und eine Drahtbürste damit fertig. Die Reiniger versprechen nicht nur unschöne Geräusche zu eliminieren, sie sorgen auch dafür, dass die Bremsbeläge wieder fest zupacken können. Wichtig: Lassen sich die Schleifgeräusche auf Verschleiß zurückführen, ist es ratsam, einen Fachmann aufzusuchen und Bremsscheiben bzw. -beläge tauschen zu lassen. Das gleiche gilt, wenn die Geräusche nach der Reinigung nicht verschwinden – im Zweifelsfall immer in die Werkstatt fahren.
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Kann man die Bremsen selbst reinigen?

Ja – zumindest, wenn man darauf verzichtet, die Bremse in ihre Einzelteile zu zerlegen. Das sollten nur sehr versierte Schrauber tun, denn die Bremsen sind sicherheitsrelevant. Wer sich freut, dass im Reparaturhandbuch seines Wagens beschrieben wird, wie der Bremssattel abgenommen wird und selbstbewusst zur Tat schreitet, kann großen Schaden anrichten. Werden Schläuche oder Leitungen gelöst, sammelt sich Luft im System, die dann zur Folge hat, dass die Bremswirkung spürbar nachlässt. Dann muss die Bremse entlüftet werden – eine Sache für den Fachmann. Oft reicht es schon aus die Bremsscheibe zu reinigen und den Sattel im montierten Zustand mit einer Drahtbürste zu bearbeiten, ohne ihn zu lösen. Im Zweifelsfall sollte die Werkstatt aufgesucht werden.

Wie geht man bei der Bremsenkontrolle vor?

Das Auto sollte auf einer geraden Fläche abgestellt werden, um das Rad abzunehmen. Zuerst werden die Radschrauben angelöst, dann kann der fahrbare Untersatz mit einem Wagenheber aufgebockt und das Komplettrad abgenommen werden. Nun ist Augenmaß gefragt: Finden sich tiefe Riefen oder ein ausgeprägter Grat auf der Scheibe, kann man sich die Arbeit sparen. Auch gegen abgenutzte Bremsbeläge oder einer verschlissenen Scheibe lässt sich nicht mehr viel machen – hier hilft nur eine Erneuerung der Bremsen – das wird von der Werkstatt übrigens immer Paarweise gemacht, also auf den beiden Seiten einer Achse.

Die folgende Reinigung der Bremsen ist einfach, sodass selbst Laien wenig falsch machen können. Zumindest sofern sie darauf achten, dass der Reiniger nicht mit Kunststoffen oder dem Lack in Berührung kommt. Liegt ein sauberer Lappen bereit und ist die Dose gut geschüttelt, kann’s losgehen. Die Bremsscheibe wird einfach mit dem Reiniger eingesprüht. Mit dem Sprühen aufgehört werden soll erst, wenn die "Verschmutzung verschwunden ist", wie es lapidar auf der Rückseite einer Reiniger-Dose heißt. Danach besprühten Flächen gründlich abwischen, ehe das Rad wieder angebaut werden kann. Sind die Schrauben wieder fest, sollte man sich auf einer kurzen Probefahrt vergewissern, dass die Bremse gut zupackt. Natürlich schön langsam, damit nichts passiert. Bei Problemen sollte die nächste Werkstatt angesteuert werden.
Versierte Schrauber, denen die Reinigung der Bremsscheibe so nicht genügt, können den Bremssattel zerlegen und die Bremsklötze herausnehmen. So können auch die Einzelteile gut gereinigt werden. Wichtig: Bremsschlauch und Bremsleitungen sollten nicht gelöst werden, da sonst Luft ins System gerät. Auch hier gilt wieder: Kein Risiko eingehen und im Zweifelsfall immer einen Fachmann aufsuchen.

Welcher ist der beste Bremsenreiniger?

Teures WD-40 (5 Euro) oder günstiger Presto (1,99 Euro) – chemisch gibt es nahezu keine Unterschiede.

©Dominik Großpietsch/AUTO BILD

Ähnlich groß wie die Werkstatt-Dichte ist auch das Angebot an Bremsenreinigern. Während es landläufig heißt, dass man bei Bremsen nicht sparen soll, kann man das in Sachen Reiniger beruhigt tun. Das zeigt der Praxischeck von AUTO BILD, bei dem der meist für unter zwei Euro pro 500 Milliliter angebotene günstige Bremsenreiniger von Presto gegen das mehr als doppelt so teure Markenprodukt von WD-40 antreten musste. Wer damit leben kann, dass der Sprühstrahl des Reinigers von Presto nicht ganz so fein ist wie der der Konkurrenz, die zudem weniger Rückstände hinterlässt, kann billiger wegkommen. Einen Nachteil in Sachen Reinigungsleistung gibt’s nicht.
Das liegt auch daran, dass es bei Bremsenreinigern kaum Unterschiede in der Zusammensetzung gibt. Sie bestehen fast ausschließlich aus Alkohol, einigen Lösemitteln und Treibgasen. Es macht also keinen Unterschied, ob man sich für das günstige No-Name-Produkt oder einen teuren Marken-Anbieter entscheidet. Die einzigen Unterschiede können sich – wie im AUTO BILD-Test – aus dem Sprühverhalten der Flasche ergeben. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, mit welchen Handling er am besten klarkommt.

Autor: Dominik Großpietsch

Fotos: Dominik Großpietsch/AUTO BILD

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