Bremsflüssigkeit wechseln: Kosten und Intervalle

Bremsflüssigkeit wechseln: Kosten und Intervalle

Darum ist der Wechsel so wichtig

Bremsflüssigkeit muss regelmäßig gewechselt werden. AUTO BILD verrät, wie oft ausgetauscht werden muss und ob Sie den Wechsel selbst vornehmen können.
Bremsflüssigkeit spielt für den reibungslosen Ablauf der Bremsanlage und damit für die Fahrsicherheit eine wichtige Rolle. Ihre Aufgabe ist es, die beim Druck auf das Bremspedal erzeugte Kraft an die Räder zu übertragen. Zudem dient Bremsflüssigkeit in den beweglichen Teilen des Bremssystems als Schmiermittel und verhindert dort die Entstehung von Rost. Da diese Flüssigkeit mit der Zeit ihre Eigenschaften verändert, ist ein regelmäßiger Wechsel notwendig da es sonst zu einem Abbau der Bremskraft oder im schlimmsten Fall zum Versagen der Bremsen kommen kann.

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Wann und wie oft wechseln

Unabhängig von der Laufleistung sollte die Bremsflüssigkeit spätestens alle zwei Jahre ausgetauscht werden. Der Grund der begrenzten Lebensdauer liegt daran, dass diese Flüssigkeit hygroskopisch ist. Dies bedeutet, dass sie Wasser aufnehmen und lösen kann. Wird kein Wechsel vorgenommen, könnte das in ihr gelöste Wasser bei starker Erhitzung zu Bläschen verdampfen und damit die Übertragung der Bremskraft gefährden. Außerdem fördert das gelöste Wasser die Rostbildung in der Bremsanlage, speziell am Bremskolben, und es verringert zudem die Schmierfähigkeit. Dies betrifft die klassische Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis, die mit Abstand am meisten verbreitet ist. Einen Teil der genannten Probleme löst eine seltener verwendete Bremsflüssigkeitssorte auf Silikonbasis. Sie kann kein Wasser aufnehmen und lösen, sondern stößt es ab. Das bedeutet: Die Bremsflüssigkeit braucht nicht gewechselt werden. Wer unsicher ist, ob und wann er die Bremsflüssigkeit wechseln soll, erhält in der Werkstatt schnelle Hilfe. Dort kann binnen Minuten der Wassergehalt der Bremsflüssigkeit gemessen werden. Liegt dieser bei 3,5 Prozent, ist der sogenannte Nasssiedepunkt erreicht und die Flüssigkeit sollte ausgetauscht werden.

Aufgabe und Schwachpunkt der Bremsflüssigkeit

Bremsflüssigkeitstestgeräte prüfen den Wassergehalt, indem sie eine kleine Menge Bremsflüssigkeit zum Kochen bringen.

Die Bremsflüssigkeit steht in einer Leitung, die das Bremspedal mit den Kolben der Scheibenbremse oder den Radbremszylindern der Trommelbremse verbindet. Tritt man auf das Pedal, überträgt die Flüssigkeit den Druck. Ein Bremskraftverstärker wirkt dabei unterstützend. Während des Bremsens werden die Bremsscheiben und ihre Umgebung sehr heiß. Dabei kann auch die Bremsflüssigkeit erhitzt werden. Beim Übersteigen des Siedepunktes droht Bläschenbildung. Tritt man dann aufs Pedal, werden nur noch die Luftbläschen zusammengedrückt, die Kraft aber kaum oder gar nicht mehr übertragen.
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Bremsflüssigkeit besser nicht selber wechseln

Lassen sich einige Arbeiten am Auto selbst erledigen, gehört der Wechsel der Bremsflüssigkeit nicht dazu, denn hier kann viel falsch gemacht werden. Es beginnt damit, dass dieses Fluid giftig und ätzend ist und nicht mit der Haut oder dem Lack in Kontakt kommen darf. Hinzu kommt, dass beim Ablassen sowie beim Entlüften Luft ins System gelangen kann, was gravierende Folgen mit sich bringt. Bereits kleine Luftblasen können einen Totalausfall der Bremsen bewirken. Vorsicht ist auch bei der Beseitigung der gebrauchten Bremsflüssigkeit geboten, diese gilt als Gefahrstoff und muss als Sondermüll fachgerecht entsorgt werden. Unter keinen Umständen darf dieser umwelt- und gesundheitsschädliche Stoff in Abflüsse oder Kanäle geraten. Bei einem geahndeten Verstoß drohen hohe Bußgelder – in Berlin etwa bis zu 50.000 Euro. Weil das Bremssystem zu den wichtigsten sicherheitsrelevanten Bestandteilen des Fahrzeuges zählt, raten wir von Selbstversuchen beim Nachfüllen sowie Wechseln ab, obwohl dies grundsätzlich erlaubt ist.

Welche Bremsflüssigkeit kaufen

Die meisten aktuellen Autos nutzen eine DOT-4-Bremsflüssigkeit.

Ähnlich wie beim Motoröl kann auch bei der Bremsflüssigkeit nicht einfach irgendeine Flüssigkeit gekauft werden. Bei der Bremsflüssigkeit gibt es verschiedene DOT-Klassen, die sich vor allem durch den Siedepunkt sowie der Kälteviskosität unterscheiden. Die Abkürzung DOT kommt von "Department of Transportation", dem amerikanischen Verkehrsministerium. Unterschieden wird zwischen den einzelnen Klassen DOT 3, 4, 5 und 5.1. Üblich für den europäischen Raum sind die Klassen 3 und 4, wobei die meisten aktuellen Autos eine DOT-4-Bremsflüssigkeit nutzen. Empfehlenswert ist, sich bei der Bremsflüssigkeit strikt an die Herstellervorgaben zu halten. Werden Bremsflüssigkeiten mit unterschiedlich hohen Siedepunkten miteinander vermengt, kann dies die ursprüngliche Leistung der Bremsflüssigkeit verschlechtern.
 
Für den Einsatz im Oldtimer eignet sich silikonhaltige Bremsflüssigkeit perfekt. Allerdings erfordert eine Umstellung von normaler auf die etwas dickflüssigere silikonhaltige Bremsflüssigkeit gründliches Spülen der Anlage und das Auswechseln aller Dichtungen. Beide Sorten dürfen auf keinen Fall vermischt werden! Ein Sonderfall sind schließlich noch Produkte auf Mineralölbasis. Sie kommen serienmäßig zum Einsatz, aber nur bei wenigen Herstellern wie beispielsweise Citroën. 

Symptome für einen erforderlichen Wechsel

Ist zu wenig Bremsflüssigkeit vorhanden, gibt das Fahrzeug wenige, dafür aber klare Hinweise. Ein Indiz ist nachlassende Bremswirkung. Ebenfalls auffällig ist es, wenn das Bremspedal sich leicht durchdrücken lässt, aber wenig Widerstand hat und erst verspätet reagiert. Auch bei quietschenden Bremsen oder Bremsausfällen sollte die nächste Fahrt schnellstmöglich zur Werkstatt führen.

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Kosten und Dauer des Austausches

Freie Werkstätten bieten den Wechsel der Bremsflüssigkeit oft zu Pauschalpreisen an. Zwischen 40 und 90 Euro fallen dabei inklusive der Flüssigkeit an. Die Dauer des Bremsflüssigkeitswechsels beträgt in der Regel rund 30 Minuten. Teurer wird es, wenn der Füllstand sinkt. Dafür kann eine Undichtigkeit im System verantwortlich sein, die von den Mechanikern gefunden und beseitig werden muss. Ebenfalls aufwendiger und damit kostspieliger wird es, wenn weitere Bremsbauteile ausgetauscht oder ersetzt werden müssen, weil die Flüssigkeit ihre Funktion nicht korrekt ausführen kann.

Autor: Michael Struve

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