Der Premium Winterreifen: Bridgestone Blizzak 6 215/55 R17 im Test
Was leistet der Bridgestone Blizzak 6 im harten Wintereinsatz?

Der Bridgestone Blizzak 6 in der Dimension 215/55 R17 verspricht Spitzenleistungen im Winter. AUTO BILD hat getestet, ob der Premium-Winterreifen hält, was er verspricht.
Bild: AUTO BILD
Schnee, Eis, matschige Fahrbahnen - der Winter stellt Autofahrer vor besondere Herausforderungen. Gerade größere Fahrzeuge wie kompakte SUVs oder die obere Mittelklasse brauchen Winterreifen, die auch bei höherem Gewicht sicheren Grip bieten. Der Bridgestone Blizzak 6 in der Dimension 215/55 R17 98V XL mit Enliten-Technologie verspricht genau das. Die spezielle EV-Auslegung soll auch für schwere Elektrofahrzeuge geeignet sein. Im AUTO BILD-Test zeigte der japanische Premiumreifen ein gemischtes Bild: Während er auf verschneiter Fahrbahn überzeugte, offenbarte er bei Nässe deutliche Schwächen.
Technische Spezifikationen und EU-Label
Der Blizzak 6 kommt in der größeren 17-Zoll-Dimension und ist für Fahrzeuge wie BMW 3er, Audi A4, Mercedes C-Klasse oder kompakte SUVs wie den VW Tiguan ausgelegt. Der Lastindex 98 erlaubt eine maximale Tragfähigkeit von 750 Kilogramm pro Reifen - ausreichend auch für schwere Elektrofahrzeuge. Das EU-Label zeigt C für Rollwiderstand, B für Nasshaftung und B für Außengeräusch bei 70 dB(A). Die XL-Markierung steht für Extra Load, also erhöhte Tragfähigkeit. Die Enliten-Technologie soll durch optimierte Materialverteilung Gewicht sparen und den Rollwiderstand reduzieren.
Überzeugend auf Schnee und Eis
Auf verschneiter Fahrbahn spielt der Blizzak 6 seine Stärken aus. Mit einem Bremsweg von nur 23,1 Metern aus Tempo 50 gehört er zu den besten Winterreifen im Test. Nur wenige Konkurrenten erreichen ähnlich kurze Stoppstrecken. Das Handling auf Schnee überzeugt ebenfalls: Mit 61,3 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit im Parcours liegt er deutlich über dem Niveau vieler Mitbewerber. Besonders stark zeigt sich der Reifen beim Anfahren auf verschneiter Piste. Die gemessene Zugkraft von 2.999 Newton ist ein Spitzenwert und sorgt für sicheres Vorankommen auch bei schwierigen Bedingungen. Im Slalom erreicht er 4,58 m/s² Querbeschleunigung - ein sehr guter Wert, der präzise Seitenführung auch bei schnellen Richtungswechseln ermöglicht.

Auf verschneiter Piste spielt der Blizzak 6 alle seine Stärken aus!
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Schwächen bei Nässe trüben das Bild
Bei nassen Straßenverhältnissen offenbart der Bridgestone deutliche Defizite. Der Bremsweg aus Tempo 100 beträgt 49,0 Meter - das ist vergleichsweise lang und liegt deutlich über dem Niveau der Spitzenreiter im Winterreifentest. Immerhin: Das Handling bei Nässe überzeugt mit 81,0 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit und gehört zu den besseren Werten. Beim Aquaplaning schwimmt der Reifen bei 79,0 km/h auf - ein durchschnittlicher Wert, der aber noch ausreichende Sicherheitsreserven bietet. Die Kreisbahn absolviert er in 16,41 Sekunden, was im Mittelfeld liegt. Das Kurven-Aquaplaning mit 3,30 m/s² Querbeschleunigung ist ebenfalls nur Durchschnitt.

Bei Nässe verliert der Reifen einige Punkte – die Leistungen bei Aquaplaning und dem Bremsweg lassen Luft nach oben.
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Fahrverhalten auf trockener Fahrbahn
Auf trockener Straße zeigt der Blizzak 6 solide Leistungen ohne Ausrutscher. Der Bremsweg von 43,47 Metern aus Tempo 100 ist konkurrenzfähig und liegt auf dem Niveau guter Winterreifen. Das Handling erreicht 98,4 km/h - ein ordentlicher Wert, der sicheres Fahren auch bei höheren Geschwindigkeiten ermöglicht. Beim Vorbeifahrgeräusch misst der Reifen 69,8 dB(A) bei 50 km/h und 73,9 dB(A) bei 80 km/h. Das ist etwas lauter als bei Spitzenmodellen, aber noch im akzeptablen Bereich für einen Winterreifen in dieser Größe.

Beim Trockenhandling performt der Bridgestone zuverlässig.
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Wirtschaftlichkeit und Rollwiderstand
Der Rollwiderstand von 8,00 kg/t liegt im mittleren Bereich und trägt zu moderatem Kraftstoffverbrauch bei. Für einen 17-Zoll-Reifen mit XL-Verstärkung ist das ein akzeptabler Wert. Die Enliten-Technologie zeigt hier ihre Wirkung und hält den Rollwiderstand trotz der größeren Dimension und höheren Tragfähigkeit in Grenzen. Angaben zur Laufleistung liegen für diese Dimension nicht vor, aber Bridgestone-Reifen erreichen in der Regel gute bis sehr gute Kilometerleistungen.

Der Bridgestone Blizzak ist ein verlässlicher Begleiter im Winter – bei trockener Piste verschenkt er Potential.
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Fazit: Winterkönig mit Nässe-Schwäche
Der Bridgestone Blizzak 6 215/55 R17 ist ein typischer Winterreifen mit klaren Stärken und Schwächen. Auf Schnee und Eis überzeugt er mit sehr kurzen Bremswegen und starker Traktion - hier spielt er in der Oberliga mit. Die Enliten-Technologie macht ihn zu einer guten Wahl für schwere Elektrofahrzeuge. Allerdings trübt der lange Nassbremsweg das ansonsten gute Bild erheblich. Wer hauptsächlich in schneereichen Gebieten unterwegs ist, macht mit dem Blizzak 6 nichts falsch. Fahrer, die auch bei Nässe maximale Sicherheit wollen, sollten zu Alternativen greifen. Die Note 2,3 im Test spiegelt diese zwiespältige Leistung wider: gut im Winter, mäßig bei Nässe.
Alternativen zum Bridgestone Blizzak 6
Wer einen ausgewogeneren Winterreifen sucht, findet im Continental WinterContact TS 870 eine hervorragende Alternative. Er bietet bei jeder Witterung starke Leistungen und überzeugt zusätzlich mit sehr hoher Laufleistung. Allerdings ist er teurer und nur in kleineren Dimensionen verfügbar. Der Goodyear UltraGrip Performance 3 ist ebenfalls eine empfehlenswerte Option mit ausgewogenen Eigenschaften auf Schnee und Nässe. Für preisbewusste Käufer bietet der Semperit Speed-Grip 5 gute Leistungen zu fairem Preis, erreicht aber nicht ganz das Niveau der Premiummodelle.
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