Das ist er: Der Lyseo A ist ein bezahlbares und familientaugliches Alkovenmodell mit ganz viel Platz. Bürstner bietet zwei Grundrisse an – entweder mit Stockbetten oder einem großzügigen Doppelbett im Heck. Bei unserem Testmobil schlafen die Eltern im großen und hohen Alkoven. Für die Kinder gibt's Stockbetten im Heck oder die Liegefläche der umgebauten Sitzgruppe. Das 6,52-Meter-Wohnmobil startet mit einem Grundpreis von 47.790 Euro. Damit ist der Lyseo ein bezahlbares Einstiegsmodell der Mittelklasse. Als Motorisierung stehen 130 PS, 150 PS (2080 Euro) oder 177 PS (4310 Euro) zur Wahl. Auch eine Auflastung auf vier Tonnen ist möglich und kann im Familien-Modus Sinn ergeben: Der getestete 3,5-Tonnen-Lyseo hat eine Zuladung von 539 Kilogramm.

Beim Bremstest reißt's die Badtür samt Rahmen

Bürstner Lyseo A 660
Keine Angst vor hohen Wagen: Der Lyseo fordert nicht viel Eingewöhnung – abgesehen von den starken Windgeräuschen über 100 km/h.
So fährt er: Mit dem optionalen 150-PS-Diesel hält der Lyseo auf der Autobahn gut mit. Auch bei Überholmanövern geht ihm nicht so schnell die Puste aus – der Mehrpreis ist also gut angelegt. Während der Fahrt ist jedoch leichtes Aufbaugeklapper zu hören, ab 100 km/h beginnen Windgeräusche zu stören – wer zum Alkoven greift, muss mit dem Rauschen leben. Ebenso wie mit der Wankneigung, sobald schnelles Ausweichen gefragt ist. Wenn's brenzlig wird, zuckt der Lyseo kurz mit dem Heck, bevor sein ESP sanft eingreift. Ein härteres Zupacken des Schleuderschutzes wäre wünschenswert. Die Bremswirkung ist zwar okay, doch beim Bremstest löste sich die Badtür unseres Testwagens und riss den Holzrahmen mit heraus. Schnelle Reaktion bei Bürstner: Statt eines Druckknopfs sichert nun eine stabile Verriegelung die Tür, der Rahmen ist mit längeren Schrauben fixiert.

Beim ersten Bett-Umbau bleiben zwei Polster übrig

Bürstner Lyseo A 660
Die Kleinen ruhen im Heck-Doppelstockbett oder in der umgebauten Sitzgruppe. Das Puzzeln mit den Sitzpolstern sollte zu Hause schon mal geübt werden.
Das hat er: Eine breite Eingangstür und eine elektrische Trittstufe, reinkommen ist also schon mal einfach – auch mit größeren Gepäckstücken in der Hand. Der Innenraum wirkt groß und luftig, was auch an der Stehhöhe von 2,36 Metern liegt. Holzoptik und Beigetöne dominieren die Inneneinrichtung, der dunkle Fußboden in Fliesenoptik ist ein geschmackssicherer Kontrast zu den hellen Möbeln. Noch wichtiger bei einem Familienbegleiter: pflegeleichte Materialien. Und die Abwesenheit von Stufen oder Kanten auf dem Boden. Die Polster der beiden Sitzbänke fallen schön fest aus und bieten guten Sitzkomfort. Dazu tragen auch die zusätzlichen Polsterelemente im Rückenbereich bei. Sowohl der Tisch als auch die Sitzbank lassen sich verbreitern. Optional gibt's für 280 Euro extra Isofix. Der Umbau in eine Liegefläche ist für Ungeübte etwas schwierig – bei unserem ersten Durchlauf blieben zwei Polster übrig. Immerhin: Das Bett reicht auch für ein Paar, das sich gern näherkommt.
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Bürstner Lyseo A 660
In der Küche gibt's reichlich Stauraum und einen Riesen-Kühlschrank. Für die Kleider wird's etwas knapper.
Wer mehr Bewegungsfreiheit braucht, steigt in den Alkoven. Wir würden das hochklappbare Alkovenbett für 679  Euro nehmen, die Stehhöhe im Fahrerhaus macht längere Aufenthalte bequemer. Das untere Stockbett im Heck lässt sich aufpreisfrei hochklappen, die Heckgarage ist damit groß genug für Fahrräder. Übrigens fallen mit glatten zwei Meter Länge auch die hinteren Liegeflächen großzügig aus. Alle Betten kommen ab Länge 6520 mm / Breite 2330 mm Werk mit Lattenrost und Kaltschaummatratzen, der Liegekomfort ist gut. In der Küche des Bürstner fehlt es an Arbeitsfläche, nicht aber an Stauraum – der Kühlschrank ist mit 142 Liter Volumen schön groß. Und das Bad wirkt zwar etwas schlicht, hat aber viele Stell- und Staumöglichkeiten. Das Waschbecken und der große Spiegel lassen sich wegklappen, sodass ein großzügiger Duschbereich entsteht. Genug für drei Urlaubswochen im Mietmobil – oder einen Familienbegleiter, der auch noch für alle reicht, wenn die Kinder groß sind.


Fazit

von

Helene Schmidt
Viel Auto fürs Geld: Der Lyseo ist kein Designerstück und gehört mit seinem Holzboden auch nicht zu den innovativen Typen der Branche. Aber er hat viel Platz und praxisgerechte Details – und er kostet nicht die Welt. Das reicht, um Familienherzen zu erobern.