Müdigkeit, verlangsamtes Den­ken, Rückenschmerzen, Schlafstörungen – oh Mann, Vitamin-­D-­Mangel kann ganz schön schlauchen. Besser oft Sonne tanken! Sollte im Urlaub ja kein Problem sein, da sind wir frischluftverliebten Reisemobilisten klar im Vorteil. Doch was, wenn's draußen ungemütlich wird und sich das rettende Mobilheim als fensterarme Höhle mit kühler OP-­Beleuchtung entpuppt? Dann wird's schwierig mit dem Erholen. Gut also, wenn das Urlaubsdomizil innen mit angenehmen Farben, stimmungsvoller Beleuchtung und großen Fenstern verwöhnt, die viel Licht reinholen. Bei Bürstner haben sie genau das in der Harmony-Line­-Ausstattung umgesetzt, die für teilintegrierte Lyseo zu haben ist. Passt gut zum buzzword "Wohnfühlen", das Bürstner neuerdings so gerne in der Werbung verwendet. Mal sehen, was es damit auf sich hat.

Das Interieur wirkt insgesamt sehr stimmig

Bürstner Lyseo T 734 Harmony Line
Gesteppte Polster: Mit feiner Verarbeitung kommt eine Extraportion Luxus in den Teilintegrierten mit klassischem Paar-Grundriss.
Das ist er: Ein auf den ersten Blick unscheinbar, aber freundlich wirkender Begleiter für zwei. Den Nerz trägt er nach innen, das wird beim Einsteigen durch die angenehm breite Aufbautür sofort klar. Wie in einem Festsaal schimmern perlmuttfarbene Vertäfelungen mit goldfarben abgesetzten Polstern, durch die großen Fenster und Dachluken (zusätzliches Midi Heki 410 Euro) fällt viel Licht. Hat die Sonne Pause, taucht die fein definierte LED-­Ambientebeleuchtung alles in weiches Licht. Überhaupt gibt sich das Interieur weich und nahbar; nicht nur Polster, auch die mattierten Ober­flächen von Tisch und Winkelküche sind wahre Handschmeichler. Das Ganze wirkt sehr stimmig, dabei aber nicht übertrieben oder gar barock.
Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile

Der Harmony Line ist ein Gleiter

Bürstner Lyseo T 734 Harmony Line
Mit 150 PS (1780 Euro) und Schaltautomat (2150 Euro) ist der 3,5-Tonner gut bestückt.
Das hat er: Überall Bewegungsfreiheit und genug Stauraum. Immerhin ist er mit knapp 7,50 Metern der Zweitlängste in der Baureihe. Sein Queensbett mit Kleiderschränken im Heck ist inklusive Bad abtrennbar, sodass zwei Räume entstehen können. Leider verjüngt es sich zum Fußende – da liegt nachts schon mal ein Fuß im Freien. Der Funktions-­Doppelboden sorgt für Ganzjahrestauglichkeit, die sich mit dem Winterpaket (1430 Euro; elektr. Zusatzheizung, isolierter Abwassertank usw.) noch erhöht. So fährt er: Im Vergleich zu seinem edlen Auftritt fast ein bisschen ungehobelt. Klappergeräusche kommen hauptsächlich von den schicken Seitenverkleidungen, auch die faltbare Trennwand Richtung Schlafabteil ist nicht die stabilste und lärmt auf schlechten Strecken. Fahrdynamisch gibt sich der Harmony Line dann wieder galant: Seine Reaktionen in Slalom und Ausweichtest sind frei von unschönen Überraschungen, er bleibt in jeder Situation stabil, die Bremsen packen verlässlich zu. Gut so.

Fazit

Ein angenehm ausgeglichener Typ, dieser Harmony Line! Seine Aura überträgt sich schnell auf Reisende mit erweiterten Wohlfühl-Wünschen. Nur mit dem Klappern zeigt er einen seltsamen Charakterzug: Diese Missklänge passen so gar nicht zu ihm. Urteil: vier von fünf Punkten