Fahrbericht Chiron Pur Sport

Fahrbericht Chiron Pur Sport

Bugatti Chiron Pur Sport: exklusive Test-Mitfahrt

So krass geht der Chiron Pur Sport

Wenn Gefühle und Auto Achterbahn fahren: AUTO BILD ist exklusiv unterwegs im neuen Bugatti Chiron Pur Sport – eine echte Grenzerfahrung.
Wir sind am Bilster Berg, einer erstaunlich anspruchsvollen Rennstrecke in der Nähe von Paderborn. Hier hat sich Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff seinen Traum vom kleinen Nürburgring erfüllt. Und Bugatti? Testet hier Fahrwerk, Reifen, Bremsen des auf 60 Exemplare limitierten, drei Millionen Euro (plus Mehrwertsteuer) teuren Chiron Pur Sport. Weil Bugatti eine Marke des großen VW-Konzerns ist, muss hier alles funktionieren, es gelten die strengen Qualitätsstandards der Großserie. Jeder, der einmal die Tür eines Ferrari scheppernd zugeschlagen hat und den Türgriff in der Hand hatte, weiß, wie schwer das in Kleinserie ist.
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*Preise: Stand 11.3.2020

Beim Pure Sport geht es in erster Linie um Fahrdynamik

Aerodynamisch ordentlich aufgerüstet: Ein 1,90 Meter breiter Flügel ziert das Heck des Pur Sport.

Nach dem Chiron Super Sport 300+, der auf maximale Höchstgeschwindigkeit ausgelegt ist, geht der Pur Sport den entgegengesetzten Weg – maximale Agilität, maximale Handlichkeit. Gar nicht so einfach bei einem Auto, dessen Motor und Getriebe-Einheit allein 800 Kilogramm wiegt. Vmax? Nicht soooo wichtig hier. Und daher auf nur noch 350 km/h elektronisch begrenzt. Diese Entscheidung aber hat den Ingenieuren Freiheiten gegeben. 1,90 Meter breiter, fest stehender Heckspoiler, neue Magnesiumräder (sie allein sparen 16 Kilo gegenüber der Serie), neu angemischte Michelin-Sportreifen – und vor allem eine komplett neue Fahrwerksgeometrie mit -2,5 Grad Sturz (so negativ sind sonst nur Rennwagen) sorgen dafür, dass sie den Pur Sport intern ehrfürchtig "das Raketenauto" nennen. Von dem gibt es aktuell zwei Entwicklungsträger. Anders als das blau-schwarz lackierte Showcar, das eigentlich auf dem Genfer Autosalon präsentiert werden sollte (und dann kam die Corona-Krise), ganz uneitel mattschwarz, Sensoren hier und dort, innen ganz Prototyp.

Das Gehirn kommt mit dem Denken kaum hinterher

Was für ein Biest: 1500 PS und über 1600 Nm schnippen den Pur Sport leicht von Kurve zu Kurve.

Nach der Theorie darf ich jetzt also wirklich zum Rocketman werden. Nur auf dem Beifahrersitz, aber immerhin. Vielleicht eh besser bei 1500 PS und mehr als 1600 Nm. Und einem ESP, das in Sport+ ganz bewusst auf große Driftwinkel programmiert ist. Wobei auch der Beifahrersitz eine Herausforderung ist. Ohne Atemschutzmaske (Corona) und Helm (Rennstrecke halt) geht nichts. Hintern auf den Schweller, Kopf einziehen, langsam über das dicke Polster des Sitzes rutschen, Beine nachziehen. Passt. Irgendwie. Jetzt noch den Vierpunktgurt festziehen, so fest, dass du gerade noch atmen kannst. Testfahrer Sven legt den ersten Gang ein, ab zur Aufwärmrunde. Rechts, links, bergauf, bergab, lang gezogene Links, runter in die Kompression einer sehr dreidimensionalen Kurve, Start- Ziel. Und Vollgas. Beim Anbremsen auf die erste schnell gefahrene Kurve bin ich dann doch froh, dass sie mich so im Sitz festgeschnallt haben.
Das Kleinhirn klatscht dir innen an die Schädelwand, und bevor es sich an seinen angestammten Platz im Kopf zurückbewegen konnte, hat der Bugatti schon einen Haken geschlagen. Luft holen. Die schnellen Kurven gehen so schnell, dass du kaum mit dem Denken hinterherkommst, in der Kompression schleift der Frontspoiler am Asphalt – so sehr wird der Pur Sport hier zusammengestaucht.

Die Performance des Über-Chiron ist einfach unfassbar

Extrem agil: Auf der schnellen Runde lenkt Testfahrer Sven den Bugatti fast nur noch mit dem Gasfuß.

Anders als in anderen Autos, die auf maximalen Anpressdruck konzipiert sind, geht es im Bugatti nach der Kurve weiter. Der 16-Zylinder hat akustisch (und auch mit dem Blick auf den Drehzahlmesser) kaum Mühe, die Fuhre zur nächsten Kurve zu schnipsen. Fauchen, Brodeln, Turbopfeifen, ganz lässig. Das Kleinhirn? Klebt jetzt hinten an der Schädeldecke. Und das war erst der halbe Spaß. In Runde zwei schaltet Sven das ESP auf die neue "Sport+"-Regelung. Und schießt quer auf die Start-Ziel-Gerade. Und lenkt das Auto kaum noch mit dem, äh, Lenkrad, sondern mit dem Gasfuß. Echt erstaunlich, wie leichtfüßig der Achtlitermotor reagiert. Linear baut er seine Kraft auf, lässt von leichtem Übersteuern bis zum fiesen Drift sämtliche Winkel zu. Das Kleinhirn? Läuft längst im Notprogramm. Am Ende kommt es, wie es kommen muss. Wir rollen nach einer Abkühlrunde (die ich dringender brauche als das Auto) in die Boxengasse. Tür auf, einfach nur raus. Wer will schon in einen millionenteuren Prototyp kotzen? Ich nicht.
Technische Daten Bugatti Chiron Pur Sport • Motor: 16-Zylinder, vier Turbolader • Hubraum: 7993 cm³ • Leistung: 1103 kW (1500 PS) bei 6900/min • Drehmoment: > 1600 Nm von 2000 bis 6000/min • Antrieb: Allrad, Siebengang-DSG • Leergewicht: < 1900 Kilogramm • Vmax: 350 km/h • Preis: ab 3.570.000 Euro.

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