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Geblitzt? Immer mehr Bußgeld-Einsprüche sind erfolgreich!

Wer geblitzt wird, muss inzwischen tief in die Tasche greifen. Doch ein Einspruch kann sich lohnen: Die Behörden sind überlastet, viele Fälle verjähren.
Bild: DPA
Wenn es blitzt, kann es inzwischen richtig teuer werden. Wer zum Beispiel innerorts mit 16 bis 20 km/h zu viel erwischt wird, zahlt seit der jüngsten Novellierung der Straßenverkehrsordnung 70 statt 35 Euro. Rast man mit 91 statt der erlaubten 50 km/h durch die Stadt, werden 400 statt wie bisher 200 Euro fällig. Wer rast, der zahlt, denn das Blitzerfoto ist meist eindeutig. Und, völlig klar: Die Buße muss wehtun, denn Rasen geht gar nicht.
Gleichzeitig sind die Chancen auf einen erfolgreichen Bußgeldeinspruch allerdings so hoch wie noch nie, verraten die Experten von "geblitzt.de".
Zahl der erfolgreichen Einsprüche ist gestiegen
Dass die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Einspruchs gegen Bußgeldvorwürfe aus dem Straßenverkehr in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist, wird zum Beispiel durch eine in der "Nordsee-Zeitung" veröffentlichten Statistik untermauert, die vom Landkreis Cuxhaven erstellt wurde.

Mobiler Blitzer im Einsatz.
Bild: picture alliance / HMB Media/ Heiko Becker
Die Anzahl der erfolgreichen Einsprüche bei Geschwindigkeitsverstößen in Cuxhaven stieg von 16,05 Prozent im Jahr 2019 auf 24,48 Prozent in 2020 bis auf 28,57 Prozent in 2021. Für das Jahr 2022 lagen noch nicht alle Zahlen vor.
Die Behörden sind überlastet
Und warum ist der Zeitpunkt gerade jetzt so günstig, Bußgeldvorwürfe überprüfen zu lassen? Das liege an der Überlastung der entsprechenden Behörden. Bundesländer wie Berlin und Sachsen kämen mit der Bearbeitung der Fälle nicht mehr hinterher, merken die Experten an.
Das liege in erster Linie an der Novellierung der Straßenverkehrsordnung (StVO) vom 9. November 2021, so "geblitzt.de". Dass unter anderem, wie eingangs erwähnt, Geschwindigkeitsverstöße härter sanktioniert werden, hat AUTO BILD hier dargestellt.
Hoher Personalmangel
Hinzu komme nun ein hoher Personalmangel bei den Bußgeldstellen, weshalb "nicht alle Fälle rechtzeitig bearbeitet" würden und es so "häufig zur Verjährung der Vorwürfe" komme.
Auch Gerichtsurteile spielen den Autofahrern in die Karten, denn sie führen dazu, "dass geblitzten Verkehrsteilnehmern zunehmend mehr Rechte eingeräumt werden".
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