Die verschärften Regeln sind durch. Der Bundesrat hat am 8. Oktober 2021 höhere Bußgelder für bestimmte Verkehrssünder, vorrangig Raser und Falschparker, gebilligt. Damit geht ein langes Ringen zwischen Bund und Ländern endgültig zu Ende. Nach der erwarteten Unterschrift von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kann die neue Verordnung drei Wochen später in Kraft treten. Die erste Version der Novelle war im Frühjahr 2020 wegen eines Formfehlers kassiert worden.
Mit der Reform der StVO werden das Schnellfahren, das Falschparken und das Missachten der Pflicht, eine Rettungsgasse zu bilden, deutlich teurer. Gleichzeitig wird die größte Furcht von Autofahrern entschärft, dass bei einer Schnellfahrt oder einem anderen Fehlverhalten gleich der Führerschein weg ist.

Das Ignorieren von Halteverbot und Rettungsgasse wird im Bußgeldkatalog teurer

Auch bislang kleine Ordnungswidrigkeiten gehen künftig richtig ins Geld. Wer das Verbot zum Parken und Halten ignoriert, zahlte bislang moderate 15 Euro. Daraus werden nun 55 Euro. Auch die Strafe fürs Halten und Parken in der zweiten Reihe geht künftig richtig ins Geld: Wird man erwischt, werden bis zu 110 Euro fällig. Wer es versäumt, eine Rettungsgasse zu bilden oder sie sogar selbst befährt, der muss bis zu 320 Euro berappen – dazu droht ein Monat Fahrverbot. Eine weitere Änderung dürfte E-Auto-Fahrern das Leben leichter machen: Das Blockieren einer E-Auto-Ladestation kostet künftig 55 Euro. Und das unnütze Hin- und Herfahren, was viele Poser betreiben, kostet anstelle von 20 künftig bis zu 100 Euro. Neu: Wer den Weg einer Straßenbahn blockiert oder behindert, zahlt 80 Euro.

Die Strafen und Bußgelder der neuen StVO

Änderungen im Bußgeldkatalog 2021

Welche Strafen müssen Raser künftig fürchten?

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Notorische Schnellfahrer müssen künftig deutlich mehr berappen, denn Geschwindigkeitsübertretungen werden heftiger bestraft. Wer innerorts mit 16 bis 20 km/h zu viel erwischt wird, zahlt bald 70 statt 35 Euro. Autofahrer, die mit 91 statt der erlaubten 50 km/h durch die Stadt rasen, müssen 400 statt wie bisher 200 Euro hinlegen. Dafür bleiben die Fahrverbotsregelungen mit Punkten und Führerscheinentzug wie vor der Reform bestehen.

Was kostet künftig Parken auf Geh- und Radwegen?

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Das Parken auf Geh- und Radwegen sowie das unerlaubte Halten auf Schutzstreifen und das Parken und Halten in zweiter Reihe kostet künftig bis zu 110 Euro.

Wie teuer kommt Parken auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz?

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Das Bußgeld fürs unberechtigte Parken auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz wird von 35 auf 55 Euro angehoben.

Was ist mit der Blockade von Carsharing-Parkplätzen?

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Neuer Tatbestand: Wer einen E-Auto-Ladeplatz oder einen Parkplatz für Carsharing-Fahrzeuge zuparkt, wird mit 55 Euro verwarnt.

Was zahlt man, wenn man Straßenbahnen die Vorfahrt nimmt?

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Ebenfalls neu: Wer einer Straßenbahn keinen Vorrang gewährt oder ihren Weg blockiert, muss 80 Euro zahlen. Wer auf Schienen parkt, blecht 70 Euro.

Was kosten Parkverstöße in Feuerwehrzufahrten?

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Bei Parkverstößen in amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten oder mit Behinderung von Rettungsfahrzeugen wird die Geldbuße auf bis zu 100 Euro erhöht.

Wie teuer werden künftig "Knöllchen"?

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Das "ganz normale" Knöllchen bei Parken im allgemeinen Halte- oder Parkverbot bringt künftig nicht mehr bis zu 15 Euro, sondern bis zu 55 Euro Bußgeld ein.

Welche Strafen erwarten Rettungsgassen-Sünder?

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Das Durchfahren oder Nichtbilden einer Rettungsgasse kostet künftig zwischen 200 und 320 Euro Bußgeld sowie einen Monat Fahrverbot.

Was müssen Lkw-Fahrer beim Abbiegen beachten?

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Lkw-Fahrer, die beim Rechtsabbiegen innerorts nicht Schrittgeschwindigkeit fahren, zahlen 70 Euro.

Welche Geldbußen gibt es beim Parken auf Geh- und Radwegen?

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Die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, linksseitig angelegten Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird statt bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet.

Welche Strafen drohen künftig Autoposern?

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Auto-Posing, das Verursachen von unnötigem Lärm und vermeidbarer Abgasbelästigung sowie belästigendes, unnützes Hin- und Herfahren kostet künftig nicht mehr 20 Euro, sondern bis zu 100 Euro.


Die neuen Strafen fürs Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit innerorts:
Bis zu 10 km/h zu schnell: 30 Euro (bisher 15 Euro)
11 bis 15 km/h zu schnell: 50 Euro (bisher 25 Euro)
16 bis 20 km/h zu schnell: 70 Euro (bisher 35 Euro)
21 bis 25 km/h zu schnell: 115 Euro (bisher 80 Euro)
26 bis 30 km/h zu schnell: 180 Euro (bisher 100 Euro)
31 bis 40 km/h zu schnell: 260 Euro (bisher 160 Euro)
41 bis 50 km/h zu schnell: 400 Euro (bisher 200 Euro)
51 bis 60 km/h zu schnell: 560 Euro (bisher 280 Euro)
61 bis 70 km/h zu schnell: 700 Euro (bisher 480 Euro)
Über 70 km/h zu schnell: 800 Euro (bisher 680 Euro)
Außerorts:
Bis zu 10 km/h zu schnell: 20 Euro (bisher 10 Euro)
11 bis 15 km/h zu schnell: 40 Euro (bisher 20 Euro)
16 bis 20 km/h zu schnell: 60 Euro (bisher 30 Euro)
21 bis 25 km/h zu schnell: 100 Euro (bisher 70 Euro)
26 bis 30 km/h zu schnell: 150 Euro (bisher 80 Euro)
31 bis 40 km/h zu schnell: 200 Euro (bisher 120 Euro)
41 bis 50 km/h zu schnell: 320 Euro (bisher 160 Euro)
51 bis 60 km/h zu schnell: 480 Euro (bisher 240 Euro)
61 bis 70 km/h zu schnell: 600 Euro (bisher 440 Euro)
Über 70 km/h zu schnell: 700 Euro (bisher 600 Euro)