Die Top Ten der Verkehrsdelikte

Bußgelder: Deutsche Städte im Vergleich

Riesen-Reibach mit Knöllchen

Eine aktuelle Untersuchung zeigt: 2011 haben die 116 größten deutschen Städte rund 450 Millionen Euro durch Strafzettel eingenommen – neun Prozent mehr als 2010. Spitzenreiter ist Ulm.
Die 116 größten deutschen Städte haben 2011 rund 450 Millionen Euro durch Strafzettel eingenommen. Das ergab eine Untersuchung des Verbraucherportals preisvergleich.de, das die Städte zu ihren Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern durch Verkehrsordnungswidrigkeiten wie Falschparken und Tempoverstöße befragt hat. Damit kassierten die Städte von den Autofahrern 2011 rund neun Prozent mehr als im Jahr zuvor. Während zahlreiche Städte die Auskunft verweigerten, gibt es bei denen, die antworteten, große Unterschiede. So wurden in Ulm, Schwerin, Bielefeld und Köln im Schnitt pro Kraftfahrzeug über 60 Euro Strafen eingetrieben, in Ingolstadt hingegen nur sechs. "Das liegt daran, dass wir eine relativ kleine Altstadt haben", sagt Ingolstadts Pressesprecher Gerd Treffer. In unmittelbarer Nähe gebe es zahlreiche Parkhäuser, im Zentrum Parkautomaten mit Brötchen-Tasten, die 20 Minuten kostenfreies Parken ermöglichen.

Städtische Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern 2011

Ingolstadt (92.971 zugelassene KfZ)

Sechs Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 594.930 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 36 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Traunstein (13.436 zugelassene KfZ)

Zehn Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 133.170 Euro • Steigerung gegenüber 2010: minus drei Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Heide (11.849 zugelassene KfZ)

Zwölf Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 140.886 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 27 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Pirmasens (25.189 zugelassene KfZ)

Zwölf Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 304.116 Euro • Steigerung gegenüber 2010: minus zehn Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Recklinghausen (66.745 zugelassene KfZ)

13 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 898.230 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwei Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Minden (49.971 zugelassene KfZ)

15 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 746.806 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 29 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

München (707.697 zugelassene KfZ)

19 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 13.290.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: acht Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Göttingen (53.750 zugelassene KfZ)

19 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.014.225 Euro • Steigerung gegenüber 2010: minus 16 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Moers (64.068 zugelassene KfZ)

19 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.244.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 15  Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Paderborn (80.069 zugelassene KfZ)

20 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.600.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwölf Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Nürnberg (262.150 zugelassene KfZ)

20 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 5.262.284 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 39 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Freiburg (98.654 zugelassene KfZ)

20 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 2.000.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: fünf Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Solingen (93.720 zugelassene KfZ)

20 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.906.181 Euro • Steigerung gegenüber 2010: minus zwei Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Neuss (92.158 zugelassene KfZ)

22 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 2.000.235 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 19 Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Offenburg (36.532 zugelassene KfZ)

22 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 804.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwhn Prozent • Bewertung: wenige Knöllchen.

Trier (55.358 zugelassene KfZ)

22 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.241.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 20 Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Chemnitz (136.744 zugelassene KfZ)

26 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 3.553.974 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 50 Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Baden-Baden (36.277 zugelassene KfZ)

29 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt Euro 1.066.799 • Steigerung gegenüber 2010: acht Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Mainz (105.010 zugelassene KfZ)

30 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 3.159.841 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 45 Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Erlangen (57.761 zugelassene KfZ)

32 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.843.774 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 35 Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Hamburg (834.906 zugelassene KfZ)

36 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 30.025.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: keine • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Münster (147.962 zugelassene KfZ)

37 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 5.460.279 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwölf Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Flensburg (45.530 zugelassene KfZ)

38 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 1.751.561 Euro • Steigerung gegenüber 2010: ein Prozent • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Lübeck (102.788 zugelassene KfZ)

40 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 4.080.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: keine • Bewertung: Knöllchen-Mittelfeld.

Duisburg (245.122 zugelassene KfZ)

41 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 10.094.246 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 18 Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Leipzig (221.915 zugelassene KfZ)

47 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 10.431.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwölf Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Stuttgart (309.698 zugelassene KfZ)

49 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 15.190.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: sieben Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Mannheim (158.692 zugelassene KfZ)

51 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 8.100.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 14 Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Tübingen (40.837 zugelassene KfZ)

52 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 2.135.762 Euro • Steigerung gegenüber 2010: neun Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Aachen (118.063 zugelassene KfZ)

53 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 6.281.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwölf Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Köln (496.441 zugelassene KfZ)

61 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 30.100.000 Euro • Steigerung gegenüber 2010: 19 Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Bielefeld (170.417 zugelassene KfZ)

63 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 10.692.300 Euro • Steigerung gegenüber 2010: minus 13 Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Schwerin (46.017 zugelassene KfZ)

63 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 2.905.339 Euro • Steigerung gegenüber 2010: fünf Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.

Ulm (68.232 zugelassene KfZ)

65 Euro pro zugelassenem Kfz • insgesamt 4.461.671 Euro • Steigerung gegenüber 2010: zwölf Prozent • Bewertung: Knöllchenhochburg.
Die Besonderheiten der Städte spiegelten sich in der Studie nicht wieder, findet derweil Marlies Gildehaus von der Stadt Ulm. Die Umgebung von Ulm sei ländlich geprägt, daher gebe es viele Pendler – und folglich auch mehr Strafzettel. "Es liegt hier niemand auf der Lauer nach Falschparkern", verspricht Gildehaus. Das Verkehrsministerium plant unterdessen, die Strafen für Falschparken ab April 2013 zu erhöhen. Wer in einer gebührenpflichtigen Zone kein Ticket zieht, soll innerhalb der ersten 30 Minuten künftig zehn statt fünf Euro Strafe zahlen. Mehr als drei Stunden ohne gültigen Parkschein kosten 30 Euro.

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