BYD Sealion 7: Test
Zwischen Seelöwe und Segelboot: BYD Sealion 7 im Test

Mit reichlich Leistung und imposantem Auftritt nimmt der BYD Sealion 7 Kurs auf deutsche Käufer. Was kann er denen bieten? AUTO BILD macht den Test.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Inhaltsverzeichnis
Direkt mal vorab: Der Seelöwe im BYD Sealion 7 bleibt bis jetzt verschollen. Weder im Gepäckabteil haben wir ihn antreffen können – noch im vorderen Maschinenraum, der neben einem der zwei Elektromotoren auch einen 58 Liter großen Frunk beherbergt.
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Außen hat sich das Team von BYD-Chefdesigner Wolfgang Egger um einen präsenten Auftritt bemüht. Mit knapp 1,93 Meter Breite erreicht der Sealion 7 beinahe das Format des kürzlich eingestellten VW Touareg – in der Länge ist er ihm mit 4,83 Metern ebenfalls fast ebenbürtig.
- Für Familien, die vom großen Platzangebot im Sealion 7 profitieren.
- Für komfortorientierte Fahrer, die Wert auf eine umfangreiche Serienausstattung legen.
Innenraum inspiriert vom Segelboot
Wer maritime Anleihen sucht, wird am ehesten in der Kabine des Sealion 7 fündig, die laut den Chinesen "vom dynamischen Flow und der Geschwindigkeit von Segelbooten" inspiriert sein soll. Wir sagen: Daran erinnert uns auch das Heckfenster, das zumindest in seiner Größe der eines Bullauges ähnelt. Angenehmerweise fällt die Kabine ungleich geräumiger aus.

Wer genau hinsieht, kann im Sealion 7 tatsächlich leichte maritime Anleihen bei der Innenraumgestaltung erkennen.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Besonders der Fond kann für langbeinige Hintensitzer als echte Entspannungs-Oase gelten. Zusätzlich zur üppigen Kniefreiheit lässt sich selbst in der zweiten Reihe der Hintern beheizen und die Lehnenneigung stufenlos verstellen. Allenfalls die Kniegelenke müssen etwas stärker angewinkelt werden, weil der Fahrzeugboden recht hoch liegt.

Wohlfühlplatz auch für Große: Selbst mit knapp zwei Metern passt es hinten für den Kopf. Die beheizbare Bank ist aber etwas tief montiert.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Auch darüber hinaus hat der Sealion 7 technisch einiges zu bieten. Auf- und Zusperren per Handyschlüssel nach Annäherung etwa, eine belüftete Smartphone-Ladeschale oder das große Panorama-Glasdach, das sich zwar nicht öffnen lässt, aber immerhin über eine echte Sonnenblende verfügt. An anderer Stelle scheint Technik bei BYD aber auch ein wenig Selbstzweck zu sein. Dem um 90 Grad drehbaren Bildschirm haben wir bis jetzt nichts abgewinnen können, zumal Apple CarPlay und Android Auto im Hochkant-Modus nicht funktionieren.
Fahrzeugdaten
Modell | BYD Sealion 7 |
|---|---|
Motor Bauart vorn | Asynchronelektromotor |
Leistung vorn | 160 kW (219 PS) |
Motor Bauart hinten | Synchronelektromotor |
Leistung hinten | 230 kW (314 PS) |
Spitzenleistung gesamt | 390 KW (530 PS) |
Drehmoment gesamt | 690 Nm |
Vmax | 215 km/h |
Getriebe | Einganggetriebe |
Antrieb | Allradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 245/45 R 20 V |
Reifentyp | Michelin Pilot Sport EV |
Radgröße | 8 x 20" |
Reichweite* | 456 km |
Verbrauch* | 21,9 kWh/100 km |
Ladeanschluss | hinten rechts |
Batterieart | BYD-Blade-Batterie (LFP) |
Batteriekapazität (netto) | 82,5 kWh |
Ladeleistung AC/DC | 11/150 kW |
DC-Ladedauer (10-80 %) | 32 Minuten |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1500/750 kg |
Stützlast | 150 kg |
Kofferraumvolumen | 520-1789 l |
Länge/Breite/Höhe | 4830/1925–2189**/1620 mm |
Radstand | 2930 mm |
Grundpreis | 49.990 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 55.990 Euro |
Dazu kommt eine selbst nach chinesischen Standards penetrante Assistenz. Wer etwas länger in den Rückspiegel blickt, wird ermahnt. Wer etwas länger aus dem Seitenfenster blickt, wird ermahnt. Wer es wagt zu gähnen, wird sofort zur Pause aufgefordert. Schwierig, unter diesen Voraussetzungen eine innige Beziehung zum Sealion 7 aufzubauen.
Zumal er laut BYD ja beinahe so etwas wie ein kleiner Rebell ("Performance-SUV") sein soll. Zumindest antriebsseitig kommt das auch hin. 530 PS sorgen für überlegene Fahrleistungen, was Beschleunigung und Zwischenspurt angeht. Von null auf 100 km/h vergehen gerade mal 4,2 Sekunden, von 80 auf 120 nur glatte zwei. Von Traktionsproblemen keine Spur.

Geht sehr ordentlich: Es dauert gerade einmal 4,2 Sekunden bis im Sealion 7 Tempo 100 anliegt. Und erst bei 215 km/h endet der Vortrieb.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Es ist also nicht so, dass man sich beim Überholen langer Lkw auf der Landstraße scheuen müsste. Selbst auf der Autobahn gibt es mit 215 km/h ausreichend Reserven, um auf der linken Spur mitzumischen. Flott unterwegs ist man mit dem Sealion 7 allemal. Auch die gute Geräuschdämmung stimmt milde.
Querdynamik liegt dem BYD nicht
Echte Dynamik strahlt er allerdings wenig aus. Die ganze Fuhre verhält sich schon bei Geschwindigkeiten jenseits der 120 km/h und schnelleren Richtungswechseln taumelig und nimmt Lenkbefehle allenfalls billigend zur Kenntnis. Das geht, 2,4 Tonnen Leergewicht zum Trotz, besser. Das gilt auch für die Bremsen. Warmbremswerte von knapp 38 Metern sind kein Ruhmesblatt. Und zu allem Überdruss bleibt auch der Abrollkomfort bei niedrigeren Geschwindigkeiten verbesserungswürdig.

Kein Kurvenkünstler: Der 2,4 Tonnen schwere Sealion 7 nimmt Lenkbefehle nur billigend zur Kenntnis, bei schnelleren Richtungswechseln wird er taumelig.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Letztlich löst das bei uns die Frage aus, wen BYD mit diesem Auto eigentlich ansprechen möchte. Richtig sportlich fährt der Sealion 7 nicht – für regelmäßige, lange Autobahn-Trips fallen Test-Reichweite (318 Kilometer) und Ladeleistung (max. 150 kW, 10 auf 80 Prozent in 32 Minuten) dann auch wieder nicht gut genug aus.
Messwerte
Modell | BYD Sealion 7 |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 1,9 s |
0–80 km/h | 3,1 s |
0–100 km/h | 4,2 s |
0–130 km/h | 6,7 s |
0–160 km/h | 10,4 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 1,9 s |
80–120 km/h | 2,0 s |
Leergewicht/Zuladung | 2390/360 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 49/51 % |
Wendekreis links/rechts | 11,9/11,8 m |
Sitzhöhe | 695 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 36,4 m |
aus 100 km/h warm | 37,7 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 56 dB(A) |
bei 100 km/h | 62 dB(A) |
bei 130 km/h | 66 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 15,0 kWh/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 25,9 kWh/100 km (+18 %) |
Sportverbrauch | 29,6 kWh/100 km |
CO2 (lokal) | 0 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 318 km |
BYD gewährt hohe Rabatte
Immerhin: Den Listenpreis von 55.990 Euro für die mittlere, von uns gefahrene Variante zahlt man wohl vor allem in der Theorie. Zu Redaktionsschluss gewährte der Hersteller knapp 15.000 Euro Rabatt. Macht dann also nur noch rund 40.000 Euro.

Theoretischer Preis: Die aufgerufenen 55.990 Euro werden aktuell kaum fällig – BYD gewährt fast 15.000 Euro Rabatt für den Sealion 7.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Unser Tipp: Es gibt noch zwei weitere Antriebsvarianten, die wir nach unseren gemachten Erfahrungen bevorzugen würden. Die Basis kommt nur mit Heckantrieb und 313 PS – völlig ausreichend –, schafft laut Hersteller rund 30 Kilometer mehr. Für Fahrer, die es eher gemütlich angehen lassen, würden wir es hierbei belassen. Nebenbei spart man auch noch 200 Kilogramm Gewicht und rund 6000 Euro Listenpreis.
Wertung BYD Sealion 7
Kategorie | Bewertung / Beschreibung | Punkte |
|---|---|---|
Karosserie | Gutes Platzangebot auch hinten, die tief montierte Fondbank ist für große Gäste etwas unbequem. | 3,5 / 5 |
Antrieb | Explosiver Antritt, immerhin 215 km/h Topspeed. Ladeleistung und Verbrauch eher mäßig | 4 / 5 |
Fahrdynamik | Längsdynamisch gut, querdynamisch ziemlich träge. Der Allradantrieb erhöht die Fahrsicherheit. | 3 / 5 |
Connected Car | Eine Auswahl von Apps ist vorhanden, darunter Spotify, Amazon und YouTube. Handyschlüssel möglich. | 3,5 / 5 |
Umwelt | Der Sealion ist groß und schwer, fährt aber lokal emissionsfrei. LFP-Akku ohne seltene Rohstoffe. | 3 / 5 |
Komfort | Es geht leise zu, sogar hinten gibt es Sitzheizung. Der Abrollkomfort könnte geschmeidiger ausfallen. | 3,5 / 5 |
Kosten | Hier werden ja die Listenpreise bewertet – die sind okay, aber kein Schnapper. Teure Vollkasko. | 3 / 5 |
AUTO BILD-Testnote | 2,1 |
Wer dagegen viel auf der Autobahn unterwegs ist, sollte ein paar Tausender mehr in die Hand nehmen und zum Excellence greifen (60.990 Euro laut Liste). Dafür gibt es dann eine zehn Kilowattstunden größere Batterie und ein anderes Bordnetz mit bis zu 240 kW Ladeleistung. Vielleicht fährt der Seelöwe da ja tatsächlich mit.
Die wichtigsten Fragen zum BYD Sealion 7
Wie alltagstauglich sind Reichweite und Ladeleistung?
Im Test lag die Reichweite bei 318 Kilometern. Die mittlere Variante lädt mit bis zu 150 kW und benötigt rund 32 Minuten für den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent.
Wie sportlich ist der Sealion 7?
Mit seinen 530 PS beschleunigt das SUV in 4,2 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 215 km/h. Querdynamisch fehlt es dem BYD aber an Talent.
Wie komfortabel ist der Sealion 7?
Die gute Geräuschdämmung, beheizbare Rücksitze und verstellbare Lehnen sorgen für hohen Reisekomfort. Das Fahrwerk könnte jedoch verbindlicher abgestimmt sein.
Welche Variante ist die beste Wahl?
Für die meisten Käufer dürfte die Basisversion mit 313 PS und Heckantrieb die beste Wahl sein. Wer häufig lange Autobahnstrecken fährt, profitiert beim Excellence-Modell von der größeren Batterie und der höheren Ladeleistung von bis zu 240 kW.
Fazit
Der Sealion 7 ist ein stilvoll eingerichtetes und kraftvoll motorisiertes E-SUV, das BYD – Rabatte eingerechnet – sehr günstig anbietet. Mit der hohen Längsdynamik hält das Kurventalent nicht ganz mit. Unsere Empfehlung: Entweder zur günstigeren Basis greifen – oder zur Topversion, die schneller lädt. Noch verbesserungswürdig: die Assistenz. AUTO BILD-Testnote: 2,1
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