BYD statt BMW? Deutsche Firmenwagenfahrer sind offen für China-Autos
Firmenwagen-Wende: 58 Prozent offen für BYD und Co.

Laut einer Umfrage können sich 58 Prozent der Befragten chinesische Dienstwagen vorstellen. Besonders Fuhrparkentscheider zeigen Interesse.
Bild: BYD
BMW, Audi oder Mercedes? Bei deutschen Firmenwagen dominieren traditionell heimische Marken. Doch die Konkurrenz aus China könnte ihnen zunehmend Kunden abjagen. Denn für viele Unternehmen sind BYD, MG und Co. längst keine Außenseiter mehr.
Das zeigt eine Umfrage des Instituts Omniquest im Auftrag des Fuhrparkdienstleisters MHC Mobility. Demnach können sich 58 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit Firmenfahrzeugen vorstellen, innerhalb der nächsten drei Jahre chinesische Autos in ihren Fuhrpark aufzunehmen. Nur 25 Prozent schließen das aus, 17 Prozent sind unentschieden.
Fuhrparkentscheider besonders offen für China-Autos
Bemerkenswert: Gerade diejenigen, die bei der Fahrzeugbeschaffung mitreden, zeigen besonders großes Interesse. Unter ihnen können sich sogar 79 Prozent chinesische Firmenwagen vorstellen. Ein Viertel plant deren Anschaffung bereits konkret.
Bei Befragten ohne Einfluss auf die Beschaffung liegt die Zustimmung dagegen nur bei 34 Prozent.
Auch das Alter spielt eine Rolle: Während 77 Prozent der 30- bis 39-Jährigen offen für chinesische Modelle sind, sind es bei den 60- bis 69-Jährigen nur 42 Prozent.
BYD statt Audi? Für viele kein Problem
Und was passiert, wenn statt eines BMW oder Audi plötzlich ein BYD oder MG als Dienstwagen vor der Tür steht?

Laut einer Umfrage können sich 58 Prozent der Befragten chinesische Dienstwagen vorstellen.
Bild: BYD
43 Prozent hätten damit kein Problem, solange das Auto gut ist. Weitere 22 Prozent fänden den Wechsel sogar spannend. Allerdings würden 22 Prozent einen chinesischen Firmenwagen als Abstieg empfinden. 13 Prozent wäre er gegenüber Kunden oder Kollegen unangenehm.
Das wichtigste Kaufargument ist der Preis: 29 Prozent nennen Anschaffungskosten und laufende Betriebskosten als entscheidenden Vorteil. Dahinter folgen Technologie und Ausstattung mit 27 Prozent sowie die Elektro-Kompetenz mit 19 Prozent.
Allerdings muss der Preisvorteil stimmen. Für 32 Prozent müsste ein chinesisches Modell 10 bis 20 Prozent günstiger sein, weitere 26 Prozent erwarten sogar mehr als 20 Prozent Ersparnis.
Werkstattnetz und Datenschutz bereiten Sorgen
Ganz ohne Vorbehalte geht es trotzdem nicht. Am häufigsten wird das Service- und Werkstattnetz genannt (26 Prozent). Dahinter folgen politische Unsicherheiten wie mögliche Zölle (22 Prozent) sowie Datenschutz und IT-Sicherheit (20 Prozent).
Noch ist der China-Boom im deutschen Flottengeschäft ohnehin eher Zukunftsmusik. Laut Dataforce lag der Anteil chinesischer Hersteller Anfang 2026 bei lediglich rund 1,4 Prozent.
Die Umfrage zeigt damit vor allem eines: Das Interesse an chinesischen Firmenwagen ist deutlich größer als ihr bisheriger Marktanteil. Ob BYD, MG und Co. daraus tatsächlich Verkäufe machen können, hängt nicht zuletzt von Preisen, Service und Vertrauen ab.
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