Nein, erfolgreich ist Cadillac bei uns nicht. Ganze 38 Autos konnten die Amerikaner im ersten Halbjahr laut Kraftfahrt- Bundesamt in Deutschland verkaufen. Da wird selbst die ewig kriselnde Marke Lancia mit 711 verkauften Wagen zum Massenhersteller. Caddy-Bestseller war mit sechs Zulassungen die Oberklasse-Limousine CTS.

Der Marshmallow-Komfort früherer Jahre ist weg

Cadillac CTS 2.0 Turbo
Vergleichsweise straff: Der Cadillac CTS wurde auf der Nordschleife Richtung Sport abgestimmt.
Bild: Toni Bader
Woran das wohl liegt? Sind wir etwa nicht mutig genug, um uns auf Alternativen zu BMW, Audi und Mercedes einzulassen? Wahrscheinlich. Denn schon die Optik des CTS macht klar, dass die GM-Tochter voll auf Europakurs fährt. Straffe Linien, gefällige Proportionen und der auffällige Kühlergrill jedenfalls lassen den Caddy neben deutschen Oberklasse-Limousinen optisch nicht abfallen. Auch das Cockpit gefällt mit guter Qualität und individuellem Styling: Die Anzeigen sind voll digital, die Bedienung ist leicht. Selbst beim Fahren fällt der CTS nicht ab. Das Fahrwerk ist vergleichsweise straff abgestimmt, vom schaukeligen Marshmallow-Komfort früherer Jahre meilenweit entfernt. Kein Wunder, die Ingenieure haben die Limousine auf dem Nürburgring in Richtung Sport getrimmt. Dazu passen die direkte Lenkung und der knurrige Vierzylinder.
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Ja, der Trend zum Downsizing ist auch in Amerika angekommen. Und so müssen dem Cadillac zwei Liter Hubraum für 276 PS reichen. Auch wenn der CTS sparsamer fährt als seine Vorgänger, der Testverbrauch von 10,4 Litern ist hoch. Ein BMW 528i (245 PS) braucht rund zwei Liter weniger. Auch der CTS-Preis ist eine stolze Ansage: 49.900 Euro – 1650 Euro mehr als für den 528i. Vielleicht ist das ja der Grund, warum nicht mehr Deutsche auf den Amerikaner abfahren.

Fazit

von Stefan Voswinkel
Der Cadillac CTS ist viel besser, als seine Verkaufszahlen vermuten lassen. Gut verarbeitet und straff gezeichnet, passt er prima auf unsere Straßen. Man müsste sich einfach nur mal trauen.