Cadillac Lyriq: Erste Fahrt
Luxus-SUV mit Boombox-Qualitäten

Bild: Cadillac
Das Preisschild ist happig – und gleichzeitig eine Ansage. Denn, wenn Cadillac den Schritt auf den europäischen Markt wagt und direkt mit einem Luxus-SUV für mindestens 80.500 Euro an den Start geht, muss da auch was kommen. Die Erwartungshaltung vor der ersten Fahrt mit dem neuen Cadillac Lyriq ist entsprechend hoch. Immerhin legt er sich in diesem Segment mit Größen dem Mercedes EQE SUV oder am Audi Q8 E-tron an.

Hohes Ausstattungslevel: Für den Basispreis ist der Lyriq schon voll ausgestattet.
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Eckdaten des Cadillac Lyriq sind durchaus konkurrenzfähig
In Sachen Reichweite kann der Lyriq hier auf jeden Fall schon mal mithalten. Mit seinem 102-kWh-Akku schafft er 530 Kilometer (WLTP). Die Ladegeschwindigkeit ist mit 190kW nicht die höchste, reicht aber absolut aus, um an der DC-Säule in 15 Minuten Strom für 200 Kilometer nachzuladen.
Beim Fahren zeigt sich der Cadillac Lyriq komfortbetont. Zwar sind die Fahrleistungen mit 528 PS, 610 Newtonmetern Drehmoment und einer Sprintzeit von 5,3 Sekunden durchaus sportlich, doch der Lyriq lädt eher zum entspannten Cruisen ein: Er liegt satt auf der Straße, bietet hohen Federungskomfort und steckt unebene Strecken oder Kopfsteinpflaster gelassen weg, sodass man sich fühlt wie in einer Sänfte.

Das Heckdesign ist dynamisch und von der typischen Cadillac-Designsprache inspiriert.
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Abzüge gibt’s nur bei der Lenkung: Sie ist etwas schwergängig. Beim Manövrieren durchs enge Parkhaus in der Hamburger Innenstadt, muss man ganz schön Kurbeln. Doch glücklicherweise gibt es ja eine ganze Armada an Assistenzsystemen, die frühzeitig warnen, sollte man den Parkhauswänden zu nahe kommen. Im Lyriq ist aber auch das erst mal gewöhnungsbedürftig: So warnt das SUV vor drohenden Kollisionen durch vibrierende Sitze. Für alle, die den klassischen "Parkpiepser" gewohnt sind, ist das erst mal ganz schön irritierend. Gut, dass sich die Vibration einfach deaktivieren lässt.
In Sachen Bedienung wird jeder abgeholt
Die Bedienung erfolgt über einen 33-Zoll-Screen, der sich vor dem Fahrer bis in die Mitte des Cockpits erstreckt. Android Auto und Apple CarPlay sind selbstverständlich an Bord – allerdings noch nicht kabellos. Das soll sich aber mit einem Update in etwa einem bis zwei Monaten ändern, wie uns auf Nachfrage verraten wurde. Bei der Bedienung dürfte sich jeder abgeholt fühlen: viele Funktionen lassen sich direkt über das Lenkrad ansteuern. Alternativ kann am Touchscreen selbst oder mit dem Dreh-Drück-Steller in der Mittelkonsole eine Auswahl getroffen werden. Sprachsteuerung gibt es natürlich auch, die funktioniert zwar nicht immer einwandfrei, das lässt sich angesichts der Bedien-Vielfalt jedoch verzeihen.

Das Cockpit ist modern gestaltet, die Mittelkonsole ist zweigeteilt, das vermittelt ein großzügiges Raumgefühl.
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Noise-Cancelling im Innenraum
Das Highlight, das den Lyriq von seinen Mitbewerbern abhebt, ist jedoch etwas anderes. Und zwar die sogenannte Noise Cancelling-Funktion. Das Prinzip ist von vielen Kopfhörern bekannt: Sie produzieren einen nicht hörbaren Gegenschall für alle Geräusche von außen. Dadurch wird die Geräuschkulisse abgeschwächt und das Hörerlebnis mit den Kopfhörern intensiviert.
Dieses Prinzip hat Cadillac beim Lyriq einfach adaptiert und den ganzen Innenraum mit einer Art Noice-Cancelling-Funktion ausgestattet. Der Gegenschall kommt aus in die Kopfstütze integrierten Lautsprechern. Dadurch wird es im Innenraum angenehm ruhig, die Außenwelt wird ausgeblendet. Kombiniert mit der sagenhaften Soundanlage bestehend aus 19 Lautsprechern, wird aus dem Lyriq nahezu ein rollendes Soundstudio. Da wird die erste Fahrt in dem neuen Modell gleich zum einzigartigen Sounderlebnis und die übrigen Eigenschaften des neuen SUV von Cadillac fast zweitrangig.
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