Stars, Sternchen und ein Milliardär: Spannende Ziele im Salzkammergut
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Eine winterliche Erlebnistour durch Salzburg und sein malerisches Umland – Schnee und Schmankerl.
Bild: Eisriesenwelt GmbH
Das Salzkammergut hat immer Saison. Im Sommer zählen Salzburg und Umland 14, im Winter gut 15 Millionen Gästeübernachtungen. Neben Top-Wintersportbedingungen punktet die Region in der kalten Jahreszeit auch mit bewährten Ganzjahresklassikern: Kaffeehäusern und Burgen, bizarren Traumwelten aus Eis und Salz, dem ersten Megastar der Musikgeschichte, dem Blick auf ferne Sterne – und dem Vermächtnis eines Getränke-Milliardärs.
Mönchsberg und Kapuzinerberg
Mönchs- und Kapuzinerberg sind Oasen der Ruhe inmitten der Großstadt. Wer eine kleine Salzburg-Auszeit braucht und sich gleichzeitig einen Überblick über die Stadt verschaffen möchte, muss nur durch ein unscheinbares Tor an der Linzer Gasse 14 gehen – und betritt eine völlig andere Welt! Von hier aus führt ein teils sehr steiler Weg 200 Meter den Kapuzinerberg hoch zum Franziskischlössl aus dem Dreißigjährigen Krieg, heute die wehrhafteste Almhütte Österreichs. Im Schlössl-Restaurant liegt Besuchern die Stadt zu Füßen, die Aussicht ist grandios.
Drumherum streift ein Gämsenrudel (!) durch den erstaunlich stillen Wald. Über der Idylle wacht Salzburgs Stadtförster. Gegenüber, auf der anderen Seite der Salzach, erhebt sich der 100 Meter hohe, weniger wilde Mönchsberg. Der Aufstieg ist vergleichsweise gnädig, die Aussicht von oben ähnlich schön. Tipp für müde Stadturlauber: Neben dem Museum der Moderne (Ziel 3) führt ein Aufzug den Berg hinauf. Für eine Einkehr bietet sich die Stadtalm etwas weiter unten an, denn das Gourmet-Restaurant auf dem Gipfel ist wegen Umbauarbeiten noch bis Frühjahr 2024 geschlossen.
Was das Ensemble des Marionettentheaters seit mehr als 100 Jahren auf die Bühne des ehrwürdigen Prunksaals bringt, ist nicht einfach nur Puppenspiel. Es ist hohe, filigrane Kunst – und sehr unterhaltsam. Seit 2016 zählt das Marionettentheater wegen seiner "höchst entwickelten Form des Puppen- und Figurentheaters" zum immateriellen Unesco-Kulturerbe. Im Januar 2024 laufen unter anderem "Die Zauberflöte" (Mozart), "Die Fledermaus" (Strauss) und Tschaikowskys "Der Nussknacker".
Schwarzstraße 24 5020 Salzburg Tel.+43-6 62-87 24 06 www.marionetten.at Programm s. Internet Preise ab 30 Euro
Museum der Moderne
Kaffeehauskultur, Dom, Fiakerfahrten, Mozarthaus – das ist das klassische Salzburg. Doch Salzburg kann auch anders. Salzburg kann modern. Das beweist die Stadt zum Beispiel in den zwei Häusern des Museums der Moderne. Sie sind Heimat einer Sammlung von rund 55.000 Kunstwerken aus dem 19. und 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Der Schwerpunkt liegt auf Grafiken und Fotografien, ergänzt durch Gemälde, Skulpturen und Installationen sowie Film- und Videoarbeiten. Aktuell ist unter anderem die Film- und Videosammlung der Generali Foundation zu sehen. Tipp: Die drei Kabinen des Mönchsberg-Aufzugs (Ziel 1) sind eine Art erweiterte Ausstellungsfläche. Auf den Monitoren der Lifte laufen Video- und Filmarbeiten renommierter und aufstrebender Künstler.
In der Altstadt, ganz besonders in der Getreidegasse, Salzburgs historischer Einkaufsmeile, schlägt das touristische Herz der Stadt. Manchmal schlägt es etwas zu heftig, und die Gasse wird geradezu von Menschen überschwemmt. Zum Beispiel rund um das Mozart-Geburtshaus (Ziel 6). Neudeutsch läuft allzu großes Gedränge unter dem Schlagwort "Overtourism". Aber keine Sorge: Wer die Getreidegasse vormittags aufsucht, außerhalb der Stoßzeiten, hat genügend Freiraum.
Typisch für die Einkaufsstraße sind neben den vielen kleinen Geschäften Dutzende Durchhäuser, durch die – der Name lässt es erahnen – Passanten hindurchgehen können. In vielen Durchgängen befinden sich weitere kleine Boutiquen. Das Passagengewirr gleicht manchmal einem Irrgarten, in dem auch die Navigation mit dem Mobiltelefon nicht ganz einfach ist. Aber was soll's? Lassen Sie sich einfach irgendwohin treiben! Dabei entdecken Sie vielleicht ein Café oder ein kleines Geschäft fernab der ausgetretenen Pfade, das nur selten zuvor ein Tourist betreten hat.
Auch wenn der Andrang vor dem Geburtshaus des musikalischen Genies Wolfgang Amadé Mozart (1756-1791) in der Getreidegasse (Ziel 4) oft sehr groß ist: Wer nach Salzburg kommt, sollte sich unbedingt ansehen, wo der kleine Wolfgang mit seinen Eltern Leopold und Anna Maria sowie Schwester "Nannerl" die ersten 17 Lebensjahre verbrachte. Der Rundgang durch das Museum, eines der meistbesuchten der Welt, dauert etwa eine Stunde. In den Räumen entstanden etliche frühe Werke Mozarts, bevor die Familie innerhalb Salzburgs umzog.
Das Museum hat nicht den Versuch unternommen, die Wohnräume der Mozarts im 3. Stock zu rekonstruieren, sondern zeigt eine Vielzahl von Exponaten aus Mozarts Leben und Werk. Zu sehen sind Musikinstrumente, Kunstwerke, Kompositionen sowie Originalmöbel des musikalischen Feingeistes, der auch den Frauen sehr zugeneigt war: "Wenn ich die alle heirathen müßte, mit denen ich gespaßt habe, so müßte ich leicht 200 Frauen haben." Musik-Stars hatten offenbar schon vor 250 Jahren eine gewisse Anziehungskraft.
Getreidegasse 9 5020 Salzburg Tel. +43-6 62-84 43 13 75 https://mozarteum.at Öffnungszeiten: tägl. 9-17.30 Uhr Preise: 13,50 Euro (Erw.), 10,50 Euro (ermäßigt), 4,50 Euro (Jugendl. 15-18 J.), 4 Euro (Kinder ab 6 J.), 25 Euro (Familien)
Café Tomaselli
Wer einen Platz in einer der heißbegehrten Fensternischen des Cafés ergattern will, sollte sich morgens den Wecker stellen und möglichst schon um 7 Uhr ins ehrwürdige Tomaselli gehen – und dann so richtig schlemmen: Zur Auswahl stehen beispielsweise knusprige Semmerl, Kipferl, Mohnweckerl oder die hausgemachten Brioches.
Das Inventar des Cafés versprüht den Charme längst vergangener Zeiten: Unter der Stuckdecke hängt ein uralter Kristall-Lüster, die mit Nussholz vertäfelten Wände sind mit orientalischen Intarsien, Spiegeln und historischen Bildern verziert. Wem der Sinn nach süßen Klassikern steht, geht am besten in die Café-Konditorei Fürst von 1884 (www.original-mozartkugel.com). Dort gibt es original Salzburger Mozartkugeln sowie sündhafte Kuchen und Torten: Sacher-, Esterhazy- und Dobostorte – und eine Cremeschnitte zum Niederknien.
Café Tomaselli Alter Markt 9 5020 Salzburg Tel. +43-6 62-8 44 48 80 www.tomaselli.at Öffnungszeiten: tägl. bis 19 Uhr
Fiakerfahrt
Früher war eine Kutschtour durch die Stadt den Fürsterzbischöfen vorbehalten. Doch seit rund 80 Jahren rollen auch Touristen mit 2 PS durch Salzburg.
Bild: picture-alliance/dpa
Wien mag die Welthauptstadt des Fiakers sein. Doch Salzburg kommt gleich auf Platz 2. Früher war eine Kutschtour durch die Stadt den Fürsterzbischöfen vorbehalten. Doch seit rund 80 Jahren rollen auch Touristen mit 2 PS durch Salzburg. Die Fiaker-Touren – zur Auswahl stehen 25- und 50-Minüter – beginnen und enden am Residenzplatz und führen durch die Altstadt beziehungsweise zu Schloss Freisaal und weiter die schnurgerade Hellbrunner Allee hinunter und retour. Eine herrliche Spazierfahrt, bei der mancher Kutscher wunderbar ins Quatschen kommt und wahre oder wenigstens halbwahre Geschichten erzählt. Okay, einige sind komplett erstunken und erlogen. Aber immerhin unterhaltsam.
Fiaker-Standplatz Residenzplatz 5020 Salzburg www.salzburg.info Fahrten im Winter von 10 bis 16 Uhr
Salzburger Küche
Gulasch, Mettensuppe, Salzburger Nockerl: Ähnlich wie die Wiener haben auch die Salzburger die österreichische Küche maßgeblich geprägt. Früher gab es die Klassiker der Alpenküche in jedem Wirtshaus. Doch wie überall ist auch das Salzburger Restaurantangebot sehr viel internationaler geworden.
Es gibt sie aber noch, die Traditionslokale. Zum Beispiel die Pauli Stubm (www.paul-stube.at), unter Einheimischen für die mit Abstand besten Kasnocken (Nudelknödel mit Käse und gerösteten Zwiebeln) bekannt. Oder das Wirtshaus Elefant (www.wirtshauselefant.com) mit sofort süchtig machenden Salzburger Nockerln in XL: Für zwei Erwachsene reicht locker eine Portion der Süßspeise. Ein sensationelles Gulasch serviert das Personal im Gasthof Goldgasse (www.gasthofgoldgasse.at), Salzburger Klassiker auf Sterne-Niveau gibt es im kleinen Esszimmer (www.esszimmer.com).
Weitere Restaurant-Tipps unter www.salzburg.info, "Kulinarik" und "Restaurantführer" anklicken
Festung Hohensalzburg
Die Burg auf dem Festungsberg ist Salzburgs unangefochtenes Wahrzeichen, mit 14000 Quadratmetern Fläche eine der größten Burgen des Kontinents und das meistbesuchte Bauwerk Österreichs außerhalb von Wien. Alles begann vor rund 1000 Jahren mit einem Wohnturm, einem Kirchlein und einem kleinen, von einem Mauerring eingefassten Wohngebäude. Seitdem hat die Festung auf dem Festungsberg mächtig zugelegt. Oben erwartet Besucher eine multimediale Schau über die Burg, ihre Erbauer und früheren Bewohner.
Die Tour führt auch durch die legendären Fürstenzimmer, deren Ausstattung seit 1502 unverändert ist. Zum Vergleich: Im Schnitt kaufen die Deutschen alle acht Jahre ein neues Sofa. Salzburgs Fürsten dachten da nachhaltiger. Zu sehen sind außerdem "Heiligtümer" der Stadt wie der Salzburger Stier oder Musikinstrumente aus reinem Gold. Das Festungsmuseum mit höchst unbequem anmutenden Ritterrüstungen, Kanonen, Pistolen und Flinten fasst die Burggeschichte sehr griffig zusammen. Die Festung ist eines der touristischen Highlights Salzburgs – nicht nur wegen ihrer exponierten Lage hoch über der Stadt.
Mönchsberg 34 5020 Salzburg Tel. +43-6 62-84 24 30 11 www.salzburg-burgen.at Öffnungszeiten: 9.30-17 Uhr (Winteröffnungszeit) Preise: ab 10,80 Euro (Erw.), ab 4,40 Euro (Kinder)
Hangar 7
Der supermoderne Hangar ist seit 2003 die Heimat der historischen Flugzeugflotte der „Flying Bulls“ des Unternehmers, Milliardärs und Flugzeugenthusiasten Dietrich Mateschitz. Als er im Herbst 2022 starb, hinterließ er ein Vermögen und den weltweit meistverkauften Energydrink "Red Bull", der der Werbung nach Flügel verleiht. Passt gut zur glänzend herausgeputzten Douglas DC-6B, dem größten Exponat im Hangar 7. Sie war einst die Präsidentenmaschine des jugoslawischen Autokraten Tito. Die Sammlung wird durch elf weitere Flugzeuge, mehrere Hubschrauber, Motorräder und knapp zwei Dutzend Formel-1-Rennwagen ergänzt. Im Hangar sind außerdem ein Restaurant sowie Cafés und Lounges untergebracht. Auch für Kunstausstellungen gibt es einen Bereich. Eine sehr eindrucksvolle Halle aus Stahl und Glas mit einer Kombi aus Fahrzeug- und Flugzeugausstellung, die in Europa ihresgleichen sucht.
Das Schloss mit dem farbenfrohen Festsaal, der weitläufige Schlosspark mit römischem Theater und die Wasserspiele mit Wasserautomaten und ziemlich heimtückischen Spritzbrunnen sorgen bei Schlossbesuchern seit mehr als 400 Jahren für Vergnügen. Der Schlossbau und das Drumherum gehen zurück auf Fürsterzbischof Markus Sittikus. Er liebte das Theater, die Unterhaltung – und empfand eine kindliche Freude daran, Schlossgästen dabei zuzusehen, wie sie laut lachend und triefnass von den Wasserspielen durch den Park streiften. Der Mann hatte Humor. Den müssen auch Besucher mitbringen. Und ein Handtuch.
Fürstenweg 37 5020 Salzburg Tel. +43-6 62-8 20 37 20 www.hellbrunn.at geöffnet ab 23. März 2024 Preise: 15 Euro (Erw.), 6,50 Euro (Kinder 4-18 J.), ab 33,50 Euro (Familien)
Fuschlsee-Runde
Schöngumprechting, Unterkriechham, Tödtleinsdorf, Obermödlham – das Flachgau rund um Salzburg wartet mit einer Reihe ungewöhnlicher Ortsnamen auf, die sich Loriot kaum besser hätte ausdenken können. Eingekesselt von derlei Orten liegt das alte Jagdschloss Fuschl am Fuschlsee. Das Schloss, heute ein Luxushotel, ist ein guter Ausgangspunkt für einen Winterspaziergang um den Fuschlsee. Der gut ausgeschilderte Wanderweg Nr. 30 führt bis auf ein kleines Teilstück immer nah am Ufer entlang.
Für die elf Kilometer sollten Spaziergänger mindestens drei Stunden einplanen, denn die insgesamt leichte Tour muss ja nicht unbedingt in Sport ausarten. Außerdem gibt es unterwegs viel zu sehen: Die Natur rund um den See ist zu jeder Jahreszeit ein Traum, im Winter natürlich in Weiß. Rad fahren um den Fuschlsee ist übrigens verboten. Aber wer will das schon bei Eis und Schnee?
In Obertrum steht eine der leistungsfähigsten öffentlichen Sternwarten Mitteleuropas. Der Standort ist sehr gut gewählt, denn hier, nördlich von Salzburg, gibt es nachts nur wenige künstliche Lichtquellen, die die Sternengucker stören könnten. Immer montags und zweimal im Monat auch mittwochs öffnet die Vega-Sternwarte Türen und Teleskop für alle, die einmal einen längeren Blick auf die Milchstraße werfen möchten. Die Sternenführung (online anmelden!) dauert knapp zwei Stunden und führt tief ins Weltall zu fernen Galaxien, wo nie zuvor ein Mensch gewesen ist.
Haus der Natur Museumsplatz 5 5020 Salzburg Tel. +43-6 62-8 42 65 30 www.hausdernatur.at
Sternwarte Kaiserbuche 1 5162 Obertrum Preise: 8 Euro (Erw.), 6 Euro (Kinder)
Erlebniswelt Fahr(t)raum
Die Erlebniswelt versteht sich nicht einfach nur als Oldtimermuseum, obwohl in Mattsee historische Rennwagen, Traktoren und seit 2023 auch Flugzeuge zu sehen sind. Den Museumsmachern geht es um mehr, als die Schätze einfach nur zur Schau zu stellen. Den Schwerpunkt bilden die einzigartigen technischen Meisterleistungen des genialen Konstrukteurs Ferdinand Porsche, deren Funktionsweise und Konzeption Besucher interaktiv erkunden können. Kinder haben ausgiebig Gelegenheit, ihre Fahrkünste in einem Rennsimulator zu testen. Alternativ können sie zu einer gemächlichen virtuellen Traktorfahrt aufbrechen, in der Werkstatt unter Anleitung basteln oder die XL-Carrera-Rennbahn austesten. Ein Paradies für alle, die sich für Mobilität und Technik begeistern.
Passauer Str. 30 5163 Mattsee Tel. +43-62 17-5 92 32 www.fahrtraum.at Öffnungszeiten: tägl. 10-17 Uhr Preise: 14 Euro (Erw.), 7 Euro (Kinder 6-14 J.), 29 Euro (Familien)
Schneeschuhwanderung auf den Schafberg
Im Winter fährt die Schafbergbahn (Ziel 19) nur bis auf eine Alm unterhalb des Gipfels. Wer weiter nach oben will, schnallt sich an einem sonnigen Tag Schneeschuhe an und begibt sich aus eigener Kraft nach oben. Für die Mühen – der Schafberg ist immerhin knapp 1800 Meter hoch – entschädigt der Blick über das Salzkammergut. Eine schöne, aber schwere Zwölf-Kilometer-Wanderung (Wanderweg Nr. 20) beginnt und endet in Winkl zwischen Mond- und Wolfgangsee.
Wolfgangsee Tourismus-Büro Au 140 5360 St. Wolfgang Tel. +43-61 38-80 03 www.wolfgangsee.at gute Wegbeschreibung ab Winkl:
Brennerei und Altstadt
Das Salz unter der Erde hat die Kleinstadt (21.000 Einwohner) vor den Toren Salzburgs reich gemacht. Der einstige Wohlstand ist bis heute in der wunderschönen Altstadt sichtbar. Die Halleiner hatten Geld – und zeigten das auch. Die kleinen, verwinkelten Gassen, schmucken, farbenfrohen Häuser und mediterran anmutenden Plätze des historischen Kerns blieben über die Jahrhunderte fast unberührt.
Die Stadt muss sich wirklich niemand schöntrinken, obgleich ein Besuch in der traditionsreichen Brennerei Guglhof sehr verlockend ist. Hier brennt Spirituosen-Virtuose Anton Vogl im Wortsinn ausgezeichnete Jahrgangsbrände, vorwiegend aus alten, sehr aromatischen Obstsorten. Vogl führt den Betrieb in dritter Generation. Die Brennerei zählt zu den besten Österreichs und ist nach Anmeldung zu besichtigen. Mit anschließender Verkostung einiger Brände, versteht sich.
Schon vor Jahrtausenden haben die Menschen im heutigen Salzkammergut Salz abgebaut. Besonders geschickte Bergleute waren die Kelten, die das begehrte Mineral mit einfachen Werkzeugen unter Tage abbauten. Allerdings brauchten sie rund einen Monat, um einen Stollen um einen Meter voranzutreiben. Die Arbeit unter Tage war extrem hart und endete oft tödlich.
Heute fahren Touristen mit der Grubenbahn 600 Meter tief in das alte Stollenlabyrinth ein, das über die Jahrhunderte Arbeitsplatz Tausender blassgesichtiger Malocher war. Unten geht es zu Fuß und über verschiedene Rutschen immer tiefer in den Berg hinein. Highlight sind Soleteiche, die im Schein der Salzlaternen wunderschön violett schimmern und sich an der Decke spiegeln. Nach 75 Minuten im Berg haben Besucher dennoch wieder Sehnsucht nach dem Sonnenlicht.
Ramsaustraße 3 5422 Bad Dürrnberg Tel. +43-61 32-2 00 85 11 www.salzwelten.at/de/salzburg Öffnungszeiten: tägl. 10-15 Uhr Preise: 32 Euro (Erw.), 16 Euro (Kinder)
Schafbergbahn
St. Wolfgangs Hausberg, der Schafberg (1783 Meter), ist seit 130 Jahren per Dampfzahnradbahn erreichbar. Erstaunlicherweise schaffen es die uralten Dampfloks noch immer, die Wagen irgendwie nach oben zu schnaufen. Bis knapp unters Gipfelkreuz klettert der Zug nur von Mai bis Oktober, im Winter enden die Fahrten weiter unten, auf der Schafbergalm. Die Tour mit Aussicht auf ein halbes Dutzend Seen dauert eine gute halbe Stunde und ist ein echtes Abenteuer. Schließlich klettert die Bahn knapp 1200 Höhenmeter nach oben. Und die Zahnradbahn von 1893 ist die steilste Österreichs.
Infos: Salzburg Tourismus Tel. +43-6 62-88 84 97 00 www.5schaetze.at/de Preis: 23 Euro (Erw.), 11,50 Euro (Kinder) Abfahrt: Markt 35, 5360 St. Wolfgang
Wandern durch das Blinking-Moos
Die stille Moorlandschaft am Südufer des Wolfgangsees ist ein Geheimtipp für Winterwanderer und Langläufer. Rund 100 Hektar groß, bietet das abwechslungsreiche Feuchtgebiet Hoch- und Niedermoore, kleine Bäche, Moor- und Auwälder – und herrliche Seeblicke bis nach St. Wolfgang und auf den Schafberg. Start- und Zielpunkt für den Ausflug ins winterliche Moor ist Strobl. Der Weg ist nicht zu verfehlen, denn er führt in Seenähe an der stillgelegten Salzkammergut-Bahntrasse entlang. Die Sieben-Kilometer-Tour ist perfekt für einen sonnig-frostigen Wintertag.
Die Österreicher sind weltbekannt für ihre edlen Obstbrände. In der Primushäusl-Destillerie stehen 40 (!) verschiedene Brände zur Auswahl, vom Klassiker Birne über die traditionelle Vogelbeere bis zum Bierbrand. Weitere Souveniranwärter sind der ebenfalls hausgemachte, limitierte "Wüdara Whisky" sowie Rum und der vom österreichischen Genießer-Magazin "Falstaff" mit 87 (von 100 möglichen) Punkten ausgezeichnete Juchitza-Gipfel-Gin. Auch die Primushäusl-Brände sind weltweit mit Gold und Silber gekrönt worden. Keine Frage: Brennmeister Sigmund Rieger brennt für seinen Job.
Bei dem Wort "Trinkhalle" drängt sich das Bild von an Stehtischen zechenden Biertrinkern auf. Auf die Ischler Trinkhalle passt dieses Klischee allerdings so gar nicht. Sie diente einst als "Soolenbadhaus" und begründete im 19. Jahrhundert den Ruf Bad Ischls als mondäner Kurort. In der Kleinstadt gaben Kaiser Franz Joseph (1830-1916) und Sisi ihre Verlobung bekannt, hier kurten die Reichen und Schönen. Die Trinkhalle, ein Bau in Form eines griechischen Säulentempels mit der für die damalige Zeit riesigen Wandelhalle, war eines der Zentren des gesellschaftlichen Lebens. Nach dem 2. Weltkrieg verfiel das Gebäude und wurde erst 2007 von Grund auf saniert. Heute ist es keine Kureinrichtung mehr, sondern "Haus des Gastes", das für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt wird. Kaum zu glauben: Um die Jahrtausendwende stand das Kleinod leer und kurz vor dem Abriss. Erst in letzter Minute kam die Rettung.
Schon Kaiser Franz Joseph liebte seine unverwüstlichen "Goiserer" und trug sie bevorzugt zu Jagdausflügen. Bis heute genießt der robuste und dennoch geschmeidige Ledermaßschuh aus Bad Goisern einen hervorragenden Ruf. Die alte Handwerkstradition, begründet 1875 von Franz Neubacher, setzt Schuhmachermeister Philipp Schwarz auch im 21. Jahrhundert fort. Egal, ob traditionell oder modern: Er fertigt jeden Maßschuh noch immer mit der original Goiserer Zwienaht und natürlich von Hand. Die Schuhe halten ein Leben lang.
Wäre Kaiser Franz Joseph nicht an einer Atemwegsentzündung, sondern plötzlich während eines Jagdausflugs gestorben, hätte er diese Welt vermutlich, in Goiserern verlassen. Aber auf dem Sterbebett liegend geländegängige Goiserer tragen? Das wäre dann doch übertrieben gewesen. Wer in Bad Goisern vorbeikommt, kann Philipp Schwarz bei der Arbeit in seiner Schuhmacherwerkstatt zusehen – und sich vielleicht ja ein Paar echte Goiserer gönnen.
Um den malerisch im Wald gelegenen Toplitzsee ranken sich viele seltsame Geschichten. Irgendwo da unten, im stillen Wasser, liegt ein Goldschatz, den die Nazis in den Wirren der letzten Kriegstage versenkt haben – angeblich. In den 1950ern fanden Schatzsucher jedoch nur ein paar Kisten mit Waffen, Druckplatten und gefälschten Pfundnoten.
Dann gibt es da noch den Toplitzsee-Wurm, Österreichs Antwort auf das Ungeheuer von Loch Ness. Doch im Gegensatz zu "Nessie" ist die Existenz von "Topi" wissenschaftlich bewiesen: 1983 entdeckte ein Forscherteam einen wundersamen, 23 Zentimeter langen Wurm in 60 Meter Tiefe. Erstaunlich: "Topis" Heimat ist sauerstofflos und absolut lebensfeindlich. Wer durch die herrliche Winterlandschaft am See entlangspaziert, sollte vorsichtshalber die Handy-Kamera bereithalten, falls der Wurm doch mal kurz zum Luftschnappen auftaucht.
Die wichtigste Eigenschaft, die Urlauber für das Betreten der am Krippenstein hängenden Aussichtsplattform brauchen, ist Vertrauen. Großes Vertrauen. Die aus fünf Stegen bestehende Stahlkonstruktion schwebt 400 Meter über einem gähnenden Abgrund. Halten die an die Finger einer Hand erinnernden Austritte dem Gewicht von fünf oder gar zehn Touristen stand? Was, wenn einer auf dem Steg herumhüpft? Es gibt ja so viele Verrückte! Das sind quälende Fragen, die sich mancher Höhenängstliche im Angesicht der spektakulären Aussichtsplattform 5fingers an der Dachsteinbahn stellen mag.
Die Aussichtsplattform 5fingers an der Dachsteinbahn erfordert etwas Mut.
Bild: picture-alliance/dpa
Der Tipp: nicht nach unten schauen, sondern einfach nur den Blick über den Dachstein-Gletscher, die Unesco-Welterberegion um den Hallstätter See und die schneebedeckten Berge des Salzkammerguts schweifen lassen – und das grandiose Panorama genießen.
Schon vor 7000 Jahren haben Bergmänner im Salzberg oberhalb des heutigen Hallstatt nach dem "weißen Gold" gegraben. Das Massiv ist von uralten Stollen durchzogen. Der Trip durch die Tiefen des Berges ist noch heute abenteuerlich. Er führt 90 Minuten durch teils schmale Gänge, über eine 64 Meter lange Rutsche vorbei an unterirdischen Salzseen und riesenhaften, beleuchteten Salzkristallen. Unterwegs erfahren Besucher viel über die unterschiedlichen, körperlich zehrenden Salzabbautechniken vergangener Jahrtausende. Wer im fahlen Schein der Lampen durch die endlosen Stollen gegangen ist, wird zu dem Schluss kommen, dass der Job des Bergmanns ganz sicher kein Zuckerschlecken für unsere Vorfahren war.
Zwar ist die Eisriesenwelt erst im Frühjahr wieder geöffnet, doch sollte sie unbedingt jeder Salzburg-Urlauber auf dem Zettel haben. Schließlich handelt es sich hier um die größte Eishöhle der Welt! Das Höhlenlabyrinth windet sich 42 Kilometer durch den Berg. Besucher bekommen freilich nur einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt des unterirdischen Irrgartens zu sehen. Auf schmalen Holzstegen, auf Fels und blankem Eis geht es rund 75 Minuten durch die gigantische, grün-blau schimmernde Eiswelt. Ein fantastisches Erlebnis, das kommenden Generationen verwehrt bleiben wird. Denn die Erderwärmung setzt der riesigen Eiskammer auch tief im Berg zu. In einigen Jahrzehnten wird die Eiswelt wohl verschwunden sein.
Auf einem steilen Felskegel hoch über dem Salzachtal wacht seit rund 950 Jahren eine Hochburg wie aus dem Bilderbuch: Hohenwerfen. Die Jahrhunderte scheinen spurlos an dem mächtigen Bau vorbeigegangen zu sein, die Burg ist top in Schuss. Mit den rot-weiß getünchten Fensterläden wirkt sie fast schon einladend. Doch der Schein trügt.
Besonders zu Beginn des 16. Jahrhunderts, während der Bauernkriege, gab es richtig Stress um die Burg. Sie fiel nach kurzer Belagerung, wurde weitgehend zerstört – worauf sie noch größer, wehrhafter und schöner wiedererrichtet wurde. Heute ist Festung Hohenwerfen dank ihrer außergewöhnlichen Wehranlagen, der Kapelle und der Prachträume im Pallas eine der großen Touristenattraktionen der Region. Hinauf geht es 15 Minuten zu Fuß durch den Wald – oder in 110 Sekunden per Schrägaufzug.
Burgstraße 2 5450 Werfen Tel. +43-64 68-76 03 www.salzburg-burgen.at wieder geöffnet ab 29. März 2024
Paul-Außerleitner-Schanze
Seit 1953 ist die Bischofshofener Paul-Außerleitner-Schanze Austragungsort der traditionellen Vierschanzentournee. Sie ist die größte der Tour, der Schanzenrekord liegt bei 145 Metern, aufgestellt 2019 vom Polen Dawid Kubacki. Am schönsten ist es natürlich, als Zuschauer bei einem Springen dabei zu sein, am besten bei der Vierschanzentournee. Leider ist die 72. Ausgabe des Skispring-Klassikers gerade gelaufen. Doch auch an Nicht-Wettkampf-Tagen bekommen Besucher bei einer Schanzenbesichtigung einen intensiven Eindruck davon, was Skispringen tatsächlich bedeutet.
Was im Fernsehen nicht allzu spektakulär aussieht, sorgt bei persönlicher Betrachtung an einem der Startpunkte für Gänsehaut, bei einigen gar für Entsetzen! 27 Grad Anlaufneigung, Geschwindigkeit bis zu 96 Kilometer pro Stunde. Da hinunter? Auf Skiern? Niemals. Das können wirklich nur Profis. Und manchmal geht's leider auch bei denen schief. So wie bei Paul Außerleitner, dem Namensgeber der Schanze. Der Bischofshofener Skispringer stürzte im "Jänner" 1952 beim Training schwer und erlag nur wenige Tage später seinen Verletzungen.
Rosenthal 41 5500 Bischofshofen Infos beim Tourismusverband Tel. +43-64 62-24 71 https://bischofshofen.com die Schanze ist jederzeit kostenlos zugänglich
Skigebiet Hochkönig
Das mächtige Hochkönigmassiv (2841 Meter) wacht über 120 Pistenkilometer, 34 Lifte, 85 Kilometer Winterwanderwege, 40 Kilometer Langlaufloipen – und ungezählte Skihütten. Hier können sich Wintersportler austoben, und zwar so richtig. Ein Tipp ist die Königstour, während der Alpinisten an einem einzigen Tag das gesamte Skigebiet auf Brettern durchkreuzen können. Dafür ist einige Kondition nötig, denn es geht über sechs Gipfel. Insgesamt sind 7500 Meter Höhenunterschied zu überwinden.
Für schlankere Oberschenkel sind Schneeschuh-, Tourenlehrpfade oder eine der zahlreichen Naturrodelbahnen der Region ideal. Wer sich nicht aus eigener Kraft bewegen möchte oder es am Vortag mit dem Skifahren übertrieben hat, regeneriert einfach in einer Pferdekutsche und lässt sich von einem "Fiaker" durch die Winterlandschaft fahren. Bei hartnäckigen Oberschenkelverspannungen hilft nur noch eins: ab ins Thermalwasser und die Saunalandschaft der Alpentherme Gastein (www.alpentherme.com) in Bad Hofgastein. Am Hochkönig geht so ziemlich alles.
Infos: Tourismusverband Hochkönig Tel. +43-65 84-2 03 88 Am Gemeindeplatz 7 5761 Maria Alm www.hochkoenig.at
Autor: Jens Lehmann
Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte prüfen Sie vor der Abreise alle Angaben wie Öffnungszeiten und Preise.