Was hat Shakespearemit Neuss zu tun? Was verbindet Moers mit Kapstadt? Und was, bitte, ist ein Limburger Gedeck? Die Antworten auf all diese Fragen lassen sich natürlich googeln. Schöner ist es aber, den Rätseln bei einer Tour am Niederrhein persönlich auf den Grund zu gehen. Wer mag, kann sich hier komplett mit Spezialitäten wie Matjes, Schnaps und Käse ernähren – oder sich an wilden Heide-, Fluss- und Dünenlandschaften sattsehen. Viel Spaß im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Passend dazu haben wir eine Übersicht zu den entsprechenden Camping- und Stellplätzen.

Rheinauenschleife - Wesel

Die Rheinauen sind ideal für Radtouren. Denn die Flusslandschaften sind eine echte Augenweide und außerdem so platt wie Ostfriesland. Wenn es nicht gerade windig ist, rollen Radler sehr entspannt am Rhein entlang. So auch rund um Wesel. Die Stadt ist Feldern und Fleckviehweiden – ein gemütlicher, rund zweistündiger Trip durch den Frühling am Rhein. Einfach abschalten und locker rollen lassen.
Stadtinfo, Großer Markt 11, 46483 Wesel
Tel. 02 81-2 03 26 22,
Startpunkt: Parkplatz Rheinpromenade 11, 46487 Wesel
Infos zu Fährzeiten: www.bislich.de

Archäologischer Park - Xanten

Xanten ist seit Jahrzehnten eine Baustelle. Zumindest ein Teil der Stadt. Im Archäologischen Park arbeiten Experten seit den 1970ern daran, die Reste einer römischen Kleinstadt namens Colonia Ulpia Traiana freizulegen. Die gut 2000 Jahre alte Siedlung liegt direkt neben der Xantener Innenstadt und ist vermutlich eines der größten Freilichtmuseen in Deutschland. Keine Angst: Im archäologischen Park sind keine staubigen Trümmer aus grauer Vorzeit zu sehen.
Weitere Wohnmobil-Stellplätze finden Sie auf pincamp.de
Das Grabungsfeld wartet mit eindrucksvoll nachgebildeten Römerbauten auf, darunter einer Herberge, mehreren Werkstätten und Handwerkerhäusern, Werft und Amphitheater. Darin verlustierten sich die Römer bei Wagenrennen, blutigen Gladiatorenkämpfen und anderen potenziell tödlich endenden "Sportarten". Nur als Zuschauer, versteht sich. Tipp: Eine App erleichtert Besuchern die Orientierung im Gewirr des XL-Grabungsfeldes und hält viele Infos zur 400-jährigen Römerherrschaft über Xanten bereit. Die gibt es auch im Römermuseum auf dem Gelände. Archäologie kann sehr spannend sein.
Am Rheintor, 46509 Xanten
Tel. 0 28 01-71 20
www.apx.lvr.de
Öffnungszeiten: tägl. 9-18 Uhr, im Winter kürzer
Preise: 9 Euro (Erw.), 6 Euro (ermäßigt), Jugendliche bis 18 J. frei

Frituur Piccolino - Nijmegen (NL)

Die Belgier haben im 17. Jahrhundert die Pommes frites erfunden – sagen die Belgier. Doch auch die Franzosen und Niederländer erheben Anspruch darauf, die Idee gehabt zu haben, rohe Kartoffeln in siedendem Fett zu garen. Unstrittig dürfte dagegen sein, dass es in der Frituur Piccolino ganz herausragende Pommes gibt: lang und schmal, außen knusprig, aber nicht hart, innen saftig und fluffig. Ein Genuss, sagen die Einheimischen. Sie schwören auch wegen der knapp 20 zur Wahl stehenden Soßen auf ihr "Patathuisje" zwischen Stevenskerk und Kronenburgerpark. Mit Mayo oder Ketchup sollte sich in der Frituur niemand aufhalten. Wie wär's stattdessen mal mit Satay- oder Samurai-Soße, mit einer englischen Dip-Variante, mit Knoblauch, Chili – oder mit Apfelmus? Manche Pommes-Kombi ist zugegeben speziell. Einfach mal durchprobieren.
Lange Hezelstraat 23, 6511 CB Nijmegen
Tel. +31-6-21 53 24 96
www.piccolinopatathuisje.nl
Öffnungszeiten: Di.-Sa. 12-20, So. ab 14 Uhr

Velorama - Nijmegen (NL)

Seit der Ölkrise im Herbst 1973 setzen die Niederländer alles daran, ihr Radwegenetz auszubauen. In den vergangenen 50 Jahren ist ein engmaschiges Geflecht aus reinen Fahrradstraßen und Schnellwegen entstanden. Unsere Nachbarn setzen voll aufs Velo, mehr als 60 Prozent treten hier regelmäßig in die Pedale. Die Geschichte des Zweirads erzählt das Velorama, das einzige Fahrradmuseum des Landes. Auf drei Etagen zeigt es rund 250 Exponate. Neben Rad-Klassikern aus dem Haus "Gazelle" sind auch eine Reihe kurioser Vehikel zu sehen: Hoch- und Liegeräder, Velos aus Holz und höchst seltsame "Laufmaschinen" ohne Pedale. Eine Radreise in die Vergangenheit des Fahrrads.
Waalkade 107, 6511 XR Nijmegen
Tel. +31-24-3 22 58 51
www.velorama.nl
Öffnungszeiten: tägl. 10–17 Uhr
Preise: 6 Euro (Erw.), 4 Euro (Kinder bis 13 J.), 15 Euro (Familien)

De Kaaij - Nijmegen (NL)

Jeder fängt mal klein an. Das gilt auch für die Kulturterrasse De Kaaij. Anfangs stand nur ein roter Lastwagen mit ausklappbarer Bar an der Nijmegener Waalbrücke. Schnell wurde er zum angesagten Kulturtreff mit Musik und Getränken. Heute diskutieren hier Musiker, Maler, Schauspieler und Lebenskünstler über Gott und die Welt. De Kaaij hat sich zu einer Art alternativem Beach Club mit Theaterbühne, Cafés und Restaurants mit Hafenflair entwickelt, der gleichermaßen von Hippies und hippen Großstädtern geschätzt und besucht wird. Ein toller Ort für einen sonnigen Tag. Hier gibt es immer etwas zu sehen. Und wenn es die Schiffe sind, die auf der Maas vorbeituckern.
Cultureel Terras De Kaaij
Lindenberghaven 1 C, 6511 XT Nijmegen
Tel. +31-6-13 11 61 84
www.dekaaij.nl
Öffnungszeiten: tägl. 9–23 Uhr

Nationalpark De Maasduinen - Well (NL)

Wo früher Torf, Kies und vor allem Sand abgebaut wurden, erstreckt sich heute ein 23 Kilometer langer Nationalpark an der Maas. Das Naturschutzgebiet verläuft parallel zur deutschen Grenze und eignet sich dank Dutzender lauschiger Wege perfekt zum Wandern und Radfahren. In der Mitte des 45 Quadratkilometer großen Areals liegt das Reindersmeer. Bis 2001 war der See nichts weiter als eine riesige, triste Baggergrube. Daran erinnert heute nicht mehr viel. Der See ist rundum so grün, dass es scheint, als sei er schon seit der Eiszeit hier. Das Besondere an den Maasdünen ist die extrem abwechslungsreiche Landschaft: Die Feuchtwiesen am Ufer der Maas wechseln sich ab mit Moor- und Sumpfflächen, Wald und Heidegebieten sowie Dünen, die sich durch Flugsand gebildet haben. All das macht die Maasdünen zu einem der schönsten Rad- und Wandergebiete der Niederlande.
Besucherzentrum
Bosserheide 3e, 5855 EA Well
Tel. +31-4 78-50 38 21
www.bosbrasserieindesluis.nl/de

Brennerei De IJsvogel - Arcen (NL)

Zum krönenden Abschluss eines Abendessens in der Provinz Limburg gehören immer eine Tasse Kaffee und ein Gläschen Likör oder Wacholderschnaps. Das hat hier Tradition. Manche Lokale servieren das "Limburger Gedeck" wie selbstverständlich ohne vorherige Bestellung. Früher wimmelte es in der Region nur so von Brennereien, heute gibt es nur noch wenige, darunter die "Graanbranderij De IJsvogel". Hier, in einer uralten Mühle, stellt Brennmeister Toon van den Reek all das her, was seine Landsleute zur Verdauung eines üppigen Abendessens schätzen: mehrere Kaffeeliköre, Kräuterbitter und natürlich "Jenever", den traditionellen Zersetzer auf Wacholderbasis. Die Wassermühle ist Brennerei, Café und Restaurant mit sonniger Außenterrasse und Geschenkeladen in einem. Sehr zu empfehlen sind Führungen durch das historische Gebäude und die Brennerei, in der van den Reek sein Handwerk erklärt und kleine Kostproben serviert. In den Niederlanden sagt man Proost!
Schans 20, 5944 AG Arcen
Tel.+31-77-4 73 12 40
www.ijsvogel.com

Zechenpark Friedrich Heinrich - Kamp-Lintfort

Rund 100 Jahre lang waren die Häuser an der Kamp-Lintforter Ringstraße keine allzu begehrten Immobilien. Grund dafür war das Steinkohlebergwerk gleich nebenan. Doch dank der Landesgartenschau 2020 ist aus der Zeche ein 25 Hektar großer, grüner Zechenpark geworden. Wo sich einst Kumpel immer tiefer in die Erde unter der Stadt gruben, ist eine riesige grüne Oase entstanden. Die frühere Nutzung ist weiter gut sichtbar. Aus der Vergangenheit hat ein knappes Dutzend teils reich verzierter Gebäude überlebt, darunter Maschinenhalle, Grubenwehrhaus, Schlosserei, Lohnhalle sowie der "Große Fritz". Der alte Förderturm ist immer sonntags geöffnet, der Aufstieg lohnt sich. Von der Aussichtsplattform des Riesen lässt sich die begrünte Wunde der Stadt komplett überblicken. Bergbau-Nostalgiker bekommen im Lehrstollen einen ungefähren Eindruck, wie hart die Maloche unter Tage gewesen ist.

Himmelstreppe - Neukirchen-Vluyn

Neukirchen-Vluyn hat eine Treppe, die direkt in den Himmel führt. Zugegeben, ganz nach oben geht es doch nicht, der Name des stählernen Treppenkunstwerks ist leicht übertrieben. Die 359 Stufen enden in 52 Meter Höhe auf dem Top der Halde Norddeutschland, die aus rund 80 Millionen Tonnen Bergbaugestein besteht. Die Hänge der Halde sind üppig begrünt, die Treppe spannt sich teilweise hängend und leicht schwankend über die Vegetation. Oben, auf dem grasbewachsenen Haldentop, hat die niederländische Kunstgruppe "Observatorium" ein luftiges Stahlskelett in Form eines Hauses errichtet – eine weithin sichtbare Landmarke in der ansonsten flachen Landschaft. Und umgekehrt ein schöner Aussichtspunkt für alle, die die Himmelsleiter im Landschaftspark Niederrhein erklommen haben. Denn an ihrer höchsten Stelle misst die Halde himmlische 100 Meter.
47506 Neukirchen-Vluyn
Tel. 0 28 45- 39 11 66
www.neukirchen-vluyn.de

Halde Plattenberg - Moers

Wenn am Niederrhein vom Tafelberg die Rede ist, geht es gewöhnlich nicht um den Hausberg von Kapstadt. Denn auch Moers hat seinen Tafelberg, die Abraumhalde der in den 1980ern stillgelegten Zeche Pattberg. Heute ist die rund 75 Meter messende Anhöhe Teil des Landschaftsparks Niederrhein. Den Vergleich mit dem südafrikanischen Tafelberg (1087 Meter hoch) verdankt die Halde ihrem "Gipfelplateau", auf dem weithin sichtbar ein Gipfelkreuz steht, für eine vergleichsweise kleine Anhöhe doch ziemlich protzig. Doch die Moerser haben halt Humor – und von ihrer Halde aus hat man einen tollen Blick über den Park und das niederrheinische Umland.
Pattbergstraße, 47445 Moers
www.landschaftspark-niederrhein.com

Sea Life - Oberhausen

Im offenen Meer möchte sich wohl niemand einem Schwarzspitzen-Riffhai auf Flossenlänge nähern. Im Oberhausener Sea Life gehört die Begegnung mit großen Raubfischen dagegen zu den "Hai-Lights". Das Aquarium beherbergt natürlich auch eine Vielzahl kleinerer, völlig harmloser Meeresbewohner. Insgesamt sind es mehr als 20 000 Tiere aus gut 100 Arten, darunter Meeresschildkröten, Oktopusse und Clownfische. Hauptattraktionen sind der rundum verglaste Schautunnel und der Unterwasser-Streichelzoo, in dem Besucher Meerestiere ertasten können. Nicht verpassen: die Fütterung der Haie im Ozeanbecken, täglich um 13.30 Uhr. Dabei fällt auch immer der ein oder andere Bissen für die zutrauliche Rundkopf-Geigenrochen-Dame Rhina ab, die es in Oberhausen zu einiger Berühmtheit gebracht hat.
Zum Aquarium 1, 46047 Oberhausen
Tel. 07 31-1 46 11 53 33
www.visitsealife.com/oberhausen
Öffnungszeiten: tägl. 10–18.30 Uhr
Preise: ab 22 Euro (Erw.)

Innenhafen - Duisburg

Heruntergekommene Lagerhallen, rostige Kräne, bröckelnde Backsteinbauten: Noch vor gut 20 Jahren war der Duisburger Innenhafen, ganz Deutschland bekannt aus den "Schimanski-Tatorten", ziemlich am Ende. Heute ist er ein Musterbeispiel dafür, wie sich ein abgerocktes Hafenareal wiederbeleben lässt. Die alte Bausubstanz ist wieder top in Schuss, neue Mieter sind eingezogen: Restaurants, Bars, Museen und Dienstleistungsunternehmen. Neu sind außerdem eine Reihe futuristischer Bauten, wie etwa das spektakuläre Bürohaus Looper, das H2-Office oder eine supermoderne Hängebrücke. Liebhaber von Industriebrachen mag all das Neue stören, doch trotz der großen Veränderungen blieb ein wenig vom alten Innenhafen-Charme erhalten. Ein sehr spannender Ort zum Arbeiten und Wohnen, für Museums- und Restaurantbesuche. Ein entdeckenswertes Stück Industriegeschichte.
Innenhafen, 47051 Duisburg
Tel. Tourist-Info: 02 03-28 54 40
www.duisburg.de/tourismus

Altstadt und Burg - Kempen

Kempen wurde im 14. Jahrhundert zur Stadt, ist aber sehr viel älter: Erste Erwähnungen einer Siedlung namens Campunni datieren aus der Zeit um das Jahr 890. Dem Stadtkern, einem der schönsten am Niederrhein, ist schon wegen der ringförmig angelegten Straßen deutlich anzusehen, dass er viele Jahrhunderte alt ist. Auch die Gebäude in der Altstadt sind nicht mehr die jüngsten. Es dominiert perfekt restauriertes Fachwerk, rings ums Zentrum zieht sich eine Grünanlage, die der früheren Stadtbefestigung folgt. Am Nordrand steht die mächtige Burg, deren Turm ganzjährig zugänglich ist. Die Besteigung sollten sich Kempen-Besucher unbedingt gönnen. Genauso wie einen kleinen Stadtrundgang. Dafür muss sich niemand einer Stadtführung anschließen. Kempen lässt sich gut auf eigene Faust erkunden. Sehr hilfreich ist dabei ein beschilderter Weg, der Gäste zu den 26 wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt leitet.
Tourist-Info
Burgstraße 19
47906 Kempen
Tel. 0 21 52-9 17 41 20
www.kempen.de

Groote Heide - Venlo (NL)

Die Heidefläche östlich von Venlo hat die Zusatzbezeichnung "groote" verdient. Denn das Heidekraut breitet sich auf mehr als 260 Hektar aus. Das Heideland im Grenzgebiet zu Deutschland ist vollkommen flach – bei Windstille ideal für Spaziergänger und Radfahrer. Ideale Bedingungen findet hier auch die Heidelerche vor. Auch sie liebt offenes Gelände und natürlich das Heidekraut, daher ihr Name. Wenn am Wegesrand etwas zwitschert, dann kann es eigentlich nur die braun-beige gescheckte Lerche sein. Tipps zu den schönsten Routen durch das weitläufige Naturschutzgebiet gibt es im Infozentrum.
Infozentrum Groote Heide
Hinsbeckerweg 55, 5915 PR Venlo
Tel. +31-77-3 51 94 39
www.naturpark-msn.de
Öffnungszeiten April bis Oktober: Mi.–So. 13–17 Uhr, im Winter kürzer

Vishandel den Bels - Venlo (NL)

In den Niederlanden stehen die Monate Mai und Juni ganz im Zeichen des Matjes. In der Saison gibt es die jungen Heringe fast an jeder Ecke, doch so lecker wie Huub den Bels gelingt die Traditionsspeise nur wenigen. Sein "Vishandel den Bels" liegt gleich hinter dem Venloer Rathaus, der Außenbereich mit den dunkelgrünen Sonnenschirmen ist nicht zu übersehen. Das Geschmacksgeheimnis liegt in den Zutaten für die Salzlake, in denen der Fisch fünf Tage lang reift. Den Bels hat offenbar ein sehr gutes Würz-Händchen, denn gefühlt sind alle Venloer bei ihm Stammkunden. Übrigens gibt es Matjes das ganze Jahr über, denn ein großer Teil der jungen Heringe wird nach dem Fang sofort eingefroren und erst später im Jahr zur schmackhaften Brötcheneinlage. Die Niederländer essen den Matjes gern ohne Brötchen, packen dafür die Filets an der Schwanzflosse und lassen sie von oben in den Mund gleiten. Auf Anfrage demonstriert Huub den Bels den stilechten Fischverzehr.
Markt 10, 5911 HD Venlo
Tel. +31-77-3 54 50 02
www.denbels.nl
Öffnungszeiten: tägl. 10–17 Uhr

Keramiekcentrum Tiendschuur - Tegelen (NL)

Seit Jahrtausenden prägt das Töpferhandwerk die Region zwischen Maas und Rhein. In jedem kleinen Dorf ist das auf den ersten Blick zu sehen: Ein Backsteinhaus reiht sich an das andere. So auch in Tegelen. Im Château Holtmühle, natürlich ein Backsteinbau, residiert das Keramiekcentrum, ein sehr gelungener Mix aus Museum und Atelier. Drinnen geht es um die Geschichte der Tonverarbeitung von den Römern bis in die Gegenwart – und ums Töpfern. Besucher können Könnern an der Drehscheibe zusehen und eigene Keramikkreationen herstellen. Unter fachlicher Anleitung eines Töpfers bekommt garantiert jeder eine kleine Tasse fürs Reisemobil hin.
Kasteellaan 8, 5932 AG Tegelen
Tel. +31-77-3 26 02 13
www.tiendschuur.net
Öffnungszeiten und Preise siehe Internet

Grand Cafe im Jochumhof - Klosterdorfsteyl (NL)

Schlemmen unter einem Ginkgobaum mit Blick auf die Maas und eine auf dem Fluss hin und her pendelnde Fähre – das Grand Café im denkmalgeschützten Klosterdorf Steyl ist nicht nur wegen der überregional bekannten Tortenkreationen ein Tipp. Die Einrichtung ist ein wilder Mix aus Limburgischer Kneipe und Tante-Emma-Laden, alles garniert mit Tischen aus Indien, die Missionare auf Heimaturlaub nach Europa brachten. Auch im übrigen Klosterdorf lässt es sich sehr gut aushalten. Im Mai blühen in den Klostergärten die Obstbäume, im alten Tropenhaus wachsen Kakteen und Zitronenbäume, davor duftet die Bergamotte. Eine Idylle, in dessen Mitte das riesige Missionshaus St. Michael mit dem Missionsmuseum steht. Hier sind viele weitere kuriose Mitbringsel der weit gereisten Geistlichen zu sehen. Besonderheit: Das Museum wurde seit den 1930ern kaum mehr verändert, ist quasi selbst ein Museum, in dem zu sehen ist, wie Exponate vor 100 Jahren präsentiert wurden.
Jochumhof
Maashoek 2-B, 5935 BJ Steyl
Tel. +31-77-3 21 00 12
www.jochumhof.nl/de

Kaasboerderij Mertens - Kessel (NL)

Die Niederländer lieben Käse, das ist kein Klischee. Zwar liegen die Deutschen mit 25,3 Kilogramm Käseverzehr pro Kopf und Jahr auf Platz vier im EU-Ranking und damit knapp vor den Niederländern (24,7 kg, Platz fünf). Doch anders als hierzulande hat so ziemlich jedes Örtchen in unserem Nachbarland eine Käserei oder wenigstens ein top sortiertes Käsegeschäft. So auch in dem Dorf Oyen. Hier macht Landwirt Mannie Mertens aus der Milch seiner rund 100 Kühe Boerenkaas (Bauernkäse), der je nach Lagerzeit sehr mild bis sehr würzig ausfällt. Neben der "puren" Version bietet er auch Varianten mit diversen Kräutern, Pfeffer, Senf oder Kumin in seinem Hofladen an. Tipp: Neben weiteren Spezialitäten wie Buttermilch, Joghurt oder Butter ist der hauseigene "Vla" ein echter Genuss. Nichts gegen mit Pulver angerührten Pudding, doch der "Vla" ist ohne Zweifel der köstlichste Pudding Mitteleuropas. Unbedingt einen größeren Vorrat im Reisemobilkühlschrank anlegen!
Oyen 1, 5995 PN Kessel
Tel. +31-77-4 77 34 08
www.kaasboerderijmertens.nl
Öffnungszeiten: Do. u. Fr. 9–12.30 und 13.30–18 Uhr, Sa. 9–16 Uhr

Steinlabyrinth - Viersen

Eine Wiese in Viersen sieht aus, als hätten hier Riesen mit großen Kalksteinblöcken gewürfelt. Hier liegen auf einer Fläche von 35 mal 35 Metern tonnenschwere Quader herum. War das mal ein Haus? Eine heilige Stätte unserer Urahnen? Nichts dergleichen. Es ist ein Labyrinth aus Steinblöcken, 2002 von einem Künstler entworfen und mithilfe von Mitarbeitern der städtischen Abteilung Umwelt und Grünflächen umgesetzt. Und zwar genau in der neuen Stadtmitte der 1970 aus vier Ortschaften neu gegründeten Stadt Viersen. Rundherum sind Feld, Wald und Wiesen, das junge Viersen hat definitiv das grünste Stadtzentrum Deutschlands. Im Labyrinth kann sich niemand verlaufen, dafür sind die Kalksteinblöcke viel zu klein, und der durch sie vorgegebene Weg verzweigt sich nicht. So wie beim berühmten kretischen Labyrinth mit seinen sieben Umläufen, dem das Viersener in seiner Grundform entspricht. Ein schräges Kunstwerk in der Mitte von nirgendwo. Pardon, in der Mitte von Viersen.
41747 Viersen, Lage: A 61
Abfahrt Viersen-Dülken (Abfahrt Nr. 7) nehmen,
von dort aus ist der Weg ausgeschildert.
Infos unter www.viersen.de

Schloss Rheydt - Mönchengladbach

Das letzte komplett erhaltene Renaissance-Schloss am Niederrhein ist zwar schon mehr als 400 Jahre alt, aber auffällig gut in Schuss. Das gilt auch für den Schlosspark sowie die ober- und unterirdisch begehbaren Kasematten. Im Schloss selbst ist das Städtische Museum untergebracht. Es zeigt Kunst und Kunsthandwerk der Renaissance und des Barock, erzählt die Geschichte von Schloss und Stadt. Neben einem italienischen Restaurant ist der vielleicht schönste Ort der wunderbar ruhige, malerische Innenhof, den sich Schlossgäste mit freilaufenden Pfauen teilen. Keine Angst, die großen Fasanenvögel sind zahm und wollen nur mit ihrem Gefieder prahlen.
Schlossstraße 508, 41238 Mönchengladbach
Tel. 0 21 66-92 89 00
www.schlossrheydt.de
Öffnungszeiten: Di.–Fr. 11–17, Sa. und So. bis 18 Uhr
Preise: 7 Euro (Erw.), 5 Euro (ermäßigt), Jugendliche bis 18. J. frei

Historische Mühle - Zons

Zons zählt zu den wenigen Orten in Deutschland, die sich seit dem Mittelalter praktisch nicht verändert haben. Die Ursprünge des kleinen Städtchens in den Rheinauen gehen etwa auf das 7. Jahrhundert zurück, doch nicht nur vom Alter her kann es Zons locker mit der mittelalterlichen Vorzeigestadt Rothenburg ob der Tauber aufnehmen. Da ist die Stadtmauer, die nicht nur Angriffen von Feinden, sondern auch ungezählten Rheinhochwassern standgehalten hat. Da ist die historische, siebengeschossige Windmühle, die bis ins 15. Jahrhundert ein Wehrturm und Teil der Stadtbefestigung war und später zur Mühle mit drehbarer Haube aufgerüstet wurde. Da ist der wuchtige Rheinturm, die Pforte in die alte Zollfeste Zons, daneben das Zollhaus und die Kapelle zur heiligen Dreifaltigkeit. Und da ist der Krötschenturm, der früher auch als Kerker gefürchtet war. Und da ist Burg Friedestrom, das Zentrum der kleinen Mittelalterstadt. Zons ist definitiv kein Ort, dessen Sehenswürdigkeiten Besucher in zwei Stunden "abklappern" sollten, um schnell wieder zu verschwinden. Das Städtchen mit seinen krummen, teils engen Gassen und der Riege uralter Wohnhäuser ist eine Art Mittelalter-Freilichtmuseum mit freiem Eintritt und unbedingt einen Ganztagsbesuch inklusive Einkehr in einem Eiscafé oder Restaurant wert.
Historische Mühle
Wiesenstraße 18, 41541 Dormagen
Tel. 0 21 33-25 76 47
Infos zu Zons unter www.dormagen.de
Menüpunkt „Tourismus“ anklicken

Schloss Dyck - Jüchen

Schloss Dyck ist nicht einfach nur ein Gebäude, sondern eine Welt für sich. Und zwar eine große. In den letzten 1000 Jahren ist in Jüchen aus einer von Sümpfen umgebenen Befestigungsanlage ein riesiger Gebäudekomplex mit weitläufigem Landschaftspark geworden. Das Zentrum bildet das Wasserschloss mit Herrenhaus, rundherum gruppieren sich mehrere Vorburgen, Wirtschaftshof, Stallungen, Teehaus und die Orangerie auf der Orangeriehalbinsel. Bis 1999 war das Anwesen in Besitz der Familie Salm-Reifferscheidt-Dyck, seitdem gehört es einer Stiftung. Im Frühjahr bietet sich ein ausgedehnter Spaziergang durch das "Dycker Ländchen" an, wie die Rheinländer den XL-Schlosspark liebevoll nennen. Für Zwischenstopps eignen sich ein Landladen, ein Gartenmöbelgeschäft, der Obst- und Pflanzenverkauf oder eine Manufaktur mit Feinkostwaren. Highlight im Schloss (eine Führung lohnt sich!) ist der prunkvolle Festsaal mit einem Deckengemälde aus dem 17. Jahrhundert und chinesischen Seidentapeten mit szenischen Motiven. Die würde man sich heute eher nicht mehr an die Wände kleben, aber vor 200 Jahren waren Betrachter des edlen Wandpapiers völlig aus dem Häuschen. Oder besser: aus dem Schlösschen.
Schloß Dyck, 41363 Jüchen
Tel. 0 21 82-82 40
www.stiftung-schloss-dyck.de
Öffnungszeiten: Di.–So. 10-18 Uhr
Preise: 12 Euro (Erw.), 1 Euro (Kinder ab 7 Jahren)

Scooter-Tauchen - Wassenberg

In den 1960ern waren Scooter in Taucherkreisen der letzte Schrei. Mit den zigarrenförmigen Unterwasserantrieben konnten die Taucher mühelos und ohne Flosseneinsatz auf schnelles Fußgängertempo beschleunigen. Gut zu sehen im James-Bond-Klassiker "Feuerball" (1965), in dem sich Sean Connery als Agent 007 einen gnadenlosen Unterwasserkampf mit schnellen Scooter-Tauchern liefert. Heute ist die einstige Unterwasser-Hightech längst im Breitensport angekommen. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: Scooter machen das Tauchen entspannter und vergrößern die Reichweite. Allerdings will Scooter-Tauchen gelernt sein, denn das Tempo ist ungewohnt und fühlt sich unter Wasser rasend schnell an. Im Wassenberger Tauchkeller erklären Profis den sicheren Umgang mit den Highspeed-Geräten. Schon nach ein paar Minuten fühlen sie sich an wie ein Teil des eigenen Körpers. Scooter machen süchtig.
Gebrüder-Wright-Straße 2, 41849 Wassenberg
Tel. 01 63-2 82 06 21
www. wassenberger-tauchkeller.de
Öffnungszeiten: Mo., Do., Fr. 18-20 Uhr und nach Vereinbarung
Preise siehe Internet

Munsterplein - Roermond (NL)

Die Roermonder haben buchstäblich nah am Wasser gebaut. Die herrliche Lage an Maas, Rur, Schwalm und dem riesigen Seengebiet "Maasplassen" hat der Bischofsstadt den Ruf als bestes (und größtes) Wassersportgebiet der Niederlande eingebracht. Zusammen bringen es die Seen auf eine Fläche von 3000 Hektar. Boot oder Wasserski fahren, im Beach Club genüsslich den Tag vertrödeln – geht alles in und um Roermond. Sehenswert ist auch das Herz der 60.000-Einwohner-Stadt. Zu Füßen der Munsterkerk liegt der Munsterplein. Er ist berühmt für seine alten, knorrigen Bäume, die vielen gemütlichen Terrassen und den von Blumenrabatten eingefassten eisernen Pavillon. Hier spielt in Roermond die Musik, im Sommer sogar im Wortsinn, wenn Orchester und Big Bands kostenlose Konzerte geben. Dazu eine Leckerei aus dem Munstercafé, und der Tag kann nur gut werden.
Fremdenverkehrsamt
Markt 17, 6041 EL Roermond
www.hartvanlimburg.nl/de

High Tea im Kloster - Kerkrade (NL)

Von außen erinnert die heute als Hotel und Kongresszentrum genutzte Abtei Rolduc ein wenig an einen Uni- Campus irgendwo in Neuengland. Teile des größten erhaltenen Klosterkomplexes der Niederlande, das zu den Top-100-Denkmälern des Landes zählt, sind rund 900 Jahre alt. Wer das ehrwürdige Rijksmonument einmal von innen sehen will, checkt entweder im Hotel oder kehrt in der "Kloosterbrasserie De Kanunnik" ein. Am besten zur High-Tea-Zeremonie (18,50 Euro pro Person), die aus kulinarischer Sicht ebenfalls denkmalverdächtig ist. Das Personal verwöhnt die Gäste mit herzhaften und süßen Speisen, alle stilecht auf Etageren und natürlich in historischem Klosterambiente serviert. Dazu gibt es köstlichen Tee, den Briten kaum besser brühen könnten. Die Mittags- und Abendmenüs sind dagegen eher rustikal gehalten. Ein Tipp ist das frische Ofenbrot, wahlweise zum Beispiel mit Brie, geräucherter Hühnerbrust oder Lachs. Also am besten nach der Teatime einen Spaziergang machen und später gleich noch einmal zur deftigen Brotzeit einkehren.
Heyendallaan 82, 6464 EP Kerkrade
Tel. +31-45-5 46 68 88
www.rolduc.com/de/brasserie-de-kannunik
Öffnungszeiten: Mi.–So. 12–16 und 17.30–20.45 Uhr

Street Art - Heerlen (NL)

Trist und dunkel: Lange hatte die alte Minenstadt Heerlen mit ihrem schlechten Image zu kämpfen. Doch seit gut zehn Jahren ist sie auf dem Weg zu einer Art Gesamtkunstwerk. Grund dafür ist ein groß angelegtes Projekt zur Verschönerung kahler Wandflächen meist leerstehender Häuser. Nationale und internationale Künstler beteiligten sich an dem Vorhaben und sorgten mit teils riesenhaften Malereien für viel Aufmerksamkeit. Das "hässliche Entlein" Heerlen war plötzlich zur großen Nummer geworden. Nicht nur Kunstinteressierte kamen in die Stadt, um sich die Verwandlung anzusehen – worauf immer mehr Gebäude in das Projekt einbezogen wurden. Heute gilt Heerlen als Hauptstadt der Street-Art-Kultur in den Niederlanden. Tipp: Eine geführte Tour verbindet die Hot Spots der Straßenkunst. Unterwegs gibt es Infos zum Hintergrund der Wandmalereien, über Künstler – und den außergewöhnlichen Wandel einer Stadt.
Tourist-Info
Spoorplein 40, Heerlen
Tel. +31-6-48 47 86 06
www.visitzuidlimburg.de
Preis für 90-minütige Touren: 8,75 Euro

Boekhandel Dominicanen - Maastricht (NL)

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass ein Buchladen zur Touristenattraktion wird. Der Boekhandel Dominicanen im Herzen Maastrichts hat es geschafft. Nicht wegen seines Bücherangebots, und auch nicht, weil der Boekhandel keine x-beliebige Filiale einer Kette, sondern unabhängig ist. Das Geschäft ist außergewöhnlich, weil es im steinernen Schiff der Dominikanerkirche untergebracht ist, dem ältesten gotischen Gotteshaus der Niederlande. Die Kirche verlor schon vor mehr als 200 Jahren ihre ursprüngliche Funktion und diente danach unter anderem als Ausstellungshalle für Oldtimer und Feuerwehr-Equipment. Auch Boxkämpfe fanden hier schon statt. Heute ragen dort, wo früher hölzerne Kirchenbänke standen, minimalistische Metallregale auf drei Etagen bis hinauf ins Deckengewölbe. Ein magischer und wegen seiner besonderen Architektur und Akustik andächtiger Ort, an dem sich nicht nur Bücherfreaks wohlfühlen. Die Ex-Kirche eignet sich auch gut für einen Kaffee-Stopp, um nach einer Sightseeing-Runde durch die Stadt ein Viertelstündchen zur Ruhe zu kommen.
Dominicanerkerkstraat 1, 6211 CZ Maastricht
Tel. +31-43-4 10 00 10
www.libris.nl/dominicanen
Öffnungszeiten: tägl. 9-18 Uhr

Alter Hafen "Het Bassin" - Maastricht (NL)

Die Maastrichter vergleichen ihren alten Innenhafen "’t Bassin" oft und gern mit Berlin, vermutlich, weil er sie ein wenig an die Spree erinnert. Die Lagerhallen, die das Hafenbecken umsäumen, sind zu exklusiven Wohnhäusern geworden, in die Keller sind edle Restaurants und Kunstgalerien eingezogen. Wer keinen weiteren Kühlschrankmagneten als Souvenir mehr braucht, kann hier nach einem besonderen Maastricht-Mitbringsel Ausschau halten oder es sich auf einer der Hafenterrassen bei einem Getränk in der Frühlingssonne gemütlich machen. Ein maritimer Ruhepol inmitten der Großstadt.
Bassin, 6211 BK Maastricht
Tel. +31-6-53960349
www.tbassin.nl

Sint Amorsplein - Maastricht (NL)

Das Herz Maastrichts schlägt ganz eindeutig auf dem kleinen, dreieckigen Sint Amorsplein mitten in der Fußgängerzone. Der baumbestandende Platz ist von historischen Wohn- und Geschäftshäusern eingefasst, die Freifläche wird von Cafés und Restaurants genutzt. Die Außengastronomie ist sehr gut besucht, aber es lohnt sich, auch mal ein paar Minuten auf einen freien Tisch zu warten. Denn in Maastricht gibt es kaum einen besseren Ort für einen Kaffee am Morgen, für ein Abendessen oder ein Glas Wein unter Aufsicht des Namensgebers, dem heiligen Amor von Aquitanien. Er steht seit den 1950ern auf einer Steinsäule in der Mitte des Amorsplein, der viel zu schön ist, als dass ihn Stadtbesucher auslassen könnten.
Sint Amorsplein
6211 GT Maastricht
Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte prüfen Sie vor Ihrer Abreise alle Daten wie Öffnungszeiten und Preise.
Autor: Jens Lehmann