Carado, Hobby, Malibu: Wohnmobil-Test
Drei Camper-Kisten mit Komfort

Wenn es ein bisschen mehr sein darf an Ausstattung, aber nicht an den Außenmaßen: AUTO BILD REISEMOBIL testet drei gehobene Kastenwagen.
- Helene Schmidt
- Jenny Zeume
Übersichtlich, wendig und absolut alltagstauglich: Kein Wunder, dass Kastenwagen ständig beliebter werden. Unsere Testmobile zeigen, dass kompakte Maße aber keinen Verzicht an Komfort und Wohnlichkeit bedeuten. Ganz frisch und stylish zeigt sich der neue Hobby Vantana De Luxe. Der norddeutsche Reisemobilhersteller spendierte seinem Kastenwagen eine Schönheitskur mit einigen technischen Verbesserungen. Ebenfalls im neuen Look fährt der Carado Vlow vor. Nach nur einem Jahr auf dem Markt zeigt die Hymer-Einstiegsmarke damit ein Facelift ihres Kastenwagens. Dritter Testkandidat ist der Malibu Van der Carthago-Tochter. Welcher der schicken Kästen uns im direkten Vergleich am meisten überzeugt hat, lesen Sie oben in der Bildergalerie!
Carado, Hobby, Malibu: Drei Kastenwagen im Wohnmobil-Test

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Die Beliebtheit von Kastenwagen steigt ständig. Kein Wunder, sie sind übersichtlich, wendig und absolut alltagstauglich. Unsere Testmobile zeigen zudem, dass kompakte Maße keinen Verzicht an Komfort und Wohnlichkeit bedeuten.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Los geht es mit dem Carado Vlow 640. Er misst 6,36 Meter und hat vier Sitz- sowie zwei Schlafplätze an Bord. Die Preisliste startet bei 37.999 Euro.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Der Name klingt vielversprechend: Vlow. Das ist abgeleitet vom englischen flow, was wiederum auf Deutsch so viel wie "Im Fluss sein" bedeutet. Passend für eine junge Marke, die sich auf Einsteigermodelle für den kleineren Geldbeutel spezialisiert hat und zum Modelljahr 2018 erstmals einen Kastenwagen vorstellte.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Der Vlow ist das Einsteiger-Modell in diesem Vergleich und dementsprechend auch der günstigste der drei Kästen – als Basisversion stehen bis zu 10.000 Euro weniger auf dem Preisschild als bei der Testkonkurrenz.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Schon der erste Blick ins Fahrzeug zeigt, dass ein eigener Stil und individuelle Raumlösungen in einem Einsteiger-Konzept schwer umzusetzen sind. Der starke Kontrast aus nussbraunem Holzdekor ...
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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... und einfachen weißen Schrankoberflächen will nicht recht zum hippen Image passen, das Carado pflegt. Wer hauptsächlich auf den Preis schaut, kann das leicht verschmerzen.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Auch am bewährten Kastenwagen-Grundriss wird nicht gerüttelt: zwei Längsbetten im Heck, davor Küche und Bad, ein Kleiderschrank und die schmale Sitzgruppe hinterm Fahrerhaus.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Die Ausstattung ist nicht gerade üppig. Unserem Testwagen fehlt sogar eine Dusche. Toilette, Waschbecken und eine Duschwanne sind vorhanden – nur eben keine Brause oder Abtrennung. Tatsächlich gibt's das Duschpaket gegen satte 278 Euro Aufpreis. Ein kurzer Blick auf die Preisliste verrät, ...
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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... woher die günstige Basisvariante kommt: Mit der Ausstattung, die der Vantana ab Serie hat, würde der Vlow am Ende fast genauso viel kosten. Beim Schließen der Küchenschubladen vermissen wir auch ein Soft-Close-System, das bei Malibu und Hobby serienmäßig ist.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Doch Schluss mit Meckern, wir haben auch schöne Details entdeckt wie die abnehmbaren Spots oder die zwei großen Seitenfenster im Heck. Mit 1,95 Meter Breite und 1,80/1,85 Meter Länge bietet der Vlow außerdem das größte Bett. Die Schlafstätten der Konkurrenz sind an einigen Stellen kürzer und schmaler.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Der Kühlschrank an der Seite des Küchenblocks vereinfacht an sommerlichen Grillabenden den Zugang zu kaltem Bier. Und die Qualität? Für einen Einstiegs-Kastenwagen in Ordnung, doch bei Hobby und Malibu sind die Fugen noch sauberer gezogen, und die Schrankklappen sitzen strammer.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Die Wassertanks unterm rechten Bett sind leicht zugänglich.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Wasser, Abwasser, Strom: Das einfache Panel zeigt die wichtigsten Infos übersichtlich an.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Um den Laderaum zu nutzen, muss nur ein Lattenrost aufgestellt werden.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Fast schon obligatorisch: Die Gasflaschen stehen im Fahrzeugheck.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Und wie fährt sich der Carado Vlow 640? Geradezu leichtfüßig. Besonders im Vergleich zum ebenfalls 130 PS starken, aber schwerfälligeren Hobby fliegt der Carado förmlich über die Straße. Allein die Lenkung spricht etwas unpräzise an und wirkt gefühllos.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Einen dicken Pluspunkt gibt es für das grandios abgestimmte ESP. Es bremst den langen Ducato im richtigen Moment ein und verhindert ein Aufschaukeln.
Bild: Achim Hartmann / AUTO BILD

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Auch die Fahrgeräusche halten sich in Grenzen. Die Jalousien sowie die Glasabdeckungen von Spüle und Kocher klappern, doch mit diesem Problem haben auch Vans zu kämpfen, die preislich in einer höheren Liga spielen.
Bild: Achim Hartmann / AUTO BILD

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Unser nächster Kandidat ist der Hobby Vantana De Luxe K65 ET. Seine wichtigsten Daten: 6,36 Meter Länge, vier Sitzplätze, zwei Schlafplätze, ab 47.990 Euro zu haben.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Der Kunde kann zwischen drei unterschiedlich ausgestatteten Varianten wählen – von der minimalistischen Basisversion bis zum All-inclusive-Paket. Unser Testwagen, ein Vantana De Luxe, liegt in der goldenen Mitte. Darüber hinaus ist jedes Modell in zwei Längen und damit als Längs- oder Querschläfer erhältlich.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Der Vantana ist ein liebevoll designter Kastenwagen mit klassischem Grundriss. Der frische Anstrich aus hellen Farbtönen wirkt wie eine Verjüngungskur.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Besonders haben es uns die raffinierte Küchenarbeitsfläche und der Tisch mit ihrem hübschen Muster aus stilisierten Blütenblättern angetan. In Kombination mit dem unaufdringlichen Holzdekor der Schränke und Türen sowie den sanft leuchtenden LED-Leisten versprüht der Vantana viel stylishe Wohnlichkeit.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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In die Soft-Close-Schubfächer passen problemlos Geschirr und Vorräte für zwei Personen.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Das serienmäßiges Ausstattungspaket kann sich sehen lassen kann: Lederlenkrad, Markise, LED-Tagfahrlicht ...
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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... und Ambientebeleuchtung stehen ebenso auf der Liste wie ein großer 90-Liter-Kompressor-Kühlschrank.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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In Sachen Staumöglichkeiten hat der Vantana mit neun Dachschränken und einem zusätzlichen Kleiderschrank im Küchenblock in unserem Vergleich deutlich die Nase vorn. Insgesamt überzeugt die De-Luxe-Version mit einer guten Verarbeitungsqualität.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Das kompakte Bad ist funktional, bietet mit Drehtoilette, Duschvorhang und fest verbautem Waschbecken aber eine eher konservative Lösung.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Bei großgewachsenen Campern schießt sich Hobbys Kasten leider frühzeitig ins Aus: Mit nur 1,85 Metern an der längsten und 1,72 Metern an der kürzesten Stelle hat das Bett keine Idealmaße fürs Riesen-Abenteuer.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Das TFT-Panel überzeugt mit intuitiver Bedienung, gehört aber nicht zur Serienausstattung.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Der Frischwassertank verbirgt sich unter dem rechten Lattenrost.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Die Gasflaschen haben ihren angestammten Platz unter dem linken Bett.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Spanngurte (rechts zu sehen) halten die beiden Einzelbetten oben.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Leider fährt der Hobby längst nicht so cool, wie er aussieht. Grundsätzlich punktet die Ducato-Basis mit ihren typischen, soliden Fahreigenschaften: Die Lenkung setzt den Willen des Fahrers feinfühlig um, und das Getriebe schaltet präzise und leicht.
Bild: Achim Hartmann / AUTO BILD

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Im Vergleich zu dem gleich motorisierten Carado und dem leistungsstärkeren Malibu fehlt es dem 130-PS-Diesel im Hobby aber an Zugkraft. 20 Pferdchen mehr hätten dem schweren Kasten gutgetan. Ein Upgrade auf die 150-PS-Variante (1410 Euro) ist daher sehr empfehlenswert.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Zudem greift das ESP einen Tick zu spät ein. Die Folge: Der Hobby gerät leicht ins Wanken. Größtes Ärgernis ist aber die laute Geräuschkulisse während der Fahrt.
Bild: Achim Hartmann / AUTO BILD

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Unruhestifter sind die lose Verkleidung der Schiebetür und die Jalousie – ein bekanntes Problem beim Vantana, das leider auch die De-Luxe-Modelle geerbt haben. Die dröhnenden Windgeräusche, die an der vorderen Dachluke entstehen, tun ihr Übriges.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Und nun geht noch der Malibu Van 640 LE ins Rennen. Auf seinen 6,36 Metern bringt er vier Sitz- und zwei Schlafplätze unter. Die Preisliste startet bei 47.150 Euro.
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Malibu ist seit fünf Jahren die Einstiegsmarke des Reisemobilherstellers Carthago und rundet die gehobene Mittelklasse nach unten ab. Seit den Anfängen sind neben (Teil-)Integrierten auch Kastenwagen im Programm. Den Malibu Van gibt es in sechs Varianten und drei Aufbaulängen. Unser Testmobil ist der Längste.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Der Malibu Van 640 LE ist in diesem Vergleich der bunte Vogel: Das erfrischende "New baltic orange" kostet 750 Euro extra. Ihnen kommt der Malibu bekannt vor? Richtig, es ist unser Dauertester, und der hat schon mehrere Zehntausend Kilometer ohne Verschleißerscheinungen im Redaktionsalltag abgespult.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Außen hui, innen ... sagen wir mal: gediegen. Beim Interieur dominiert Braun in jeglicher Schattierung, Holzmaserung und Musterung. Im Grundpreis ist eine umfangreiche Serienausstattung enthalten: vollisolierte Bodenplatte, extrabreite elektrische Einstiegsstufe, tiefer und vor allem hoher Kleiderschrank, ...
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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... Absorber-Kühlschrank (75 l) in Stehhöhe, rollengelagerte Schubladen mit Soft-Close und vieles mehr.
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Schick und edel: Zweiflammenherd und Arbeitsoberfläche in Schieferoptik.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Im Praxistest fallen zwei Sachen besonders positiv auf. Zum einen der Schlafkomfort auf den hochwertigen Schaummatratzen und Lattenrosten. Zum anderen ...
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... das Bad mit Wegschwenk-Toilette und Duschtrennwänden. Endlich ein Duschbad, in dem auch Menschen über 1,70 Meter gut klarkommen.
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Die Verarbeitungsqualität beim Möbelbau hat uns überzeugt. Weil doppelt besser hält, werden die Möbelteile sowohl verschraubt als auch verzapft. Dies spürt und hört man. Besser gesagt: Man hört nix! Kein Mucks kommt aus den Möbeln.
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Selbst der Platz unter der Halbdinette wird genutzt und bietet Stauraum.
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Bedienpanel für den Aufbau und zusätzlich für die Heizung sind übersichtlich und gut zu bedienen.
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Der Gaskasten ist über die geöffneten Hecktüren zu erreichen.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD

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Mit dem 150-PS-Motor (1780 Euro Aufpreis) hat der Malibu die stärkste Maschine im Testfeld. Das wird vor allem bei schnellen Autobahnfahrten deutlich. Zügiges Überholen oder flotte Bergetappen in den Kasseler Bergen absolviert er gelassen.
Bild: Achim Hartmann / AUTO BILD

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Dabei ist der Malibu nicht nur schnell, sein Fiat-Light-35- Chassis ist auch optimal abgestimmt. Das Sechsgang-Schaltgetriebe arbeitet exakt und sauber. Beim Komfort gibt es zwei kleine Abstriche: Querrillen bestraft die Vorderachse mit Lärm und störenden Vibrationen.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Ebenfalls nervig sind die Windgeräusche der Dachluke über der Sitzgruppe, die bei Geschwindigkeiten ab 100 km/h auftreten.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Auf dem Testgelände beweist der Malibu eine gute Fahrsicherheit. Das ESP regelt sanft und greift gut dosiert ein. Egal in welcher Situation, der Malibu bleibt gut beherrschbar.
Bild: Achim Hartmann / AUTO BILD

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Die Wertung: Platz drei belegt der Carado Vlow 640. Er ist ein guter Einstiegskasten mit solider Technik. Einige Details wünschen wir uns auch in anderen Mobilen, z.B. einen Regenschirmhalter. Nachteil des günstigen Einstiegspreises: Vieles muss zusätzlich geordert werden. Und: Sein Interieur ist nicht ganz so geschliffen. Urtei: 3,5 von fünf Punkten.
Bild: Achim Hartmann / AUTO BILD

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Platz zwei geht an den Hobby Vantana De Luxe. Die Kastenwagen von Hobby erstrahlen nach dem Facelift in hellen Farben und moderner Optik. Im Grundpreis ist vieles enthalten, was bei anderen Herstellern extra bezahlt werden muss. Lediglich die lauten Aufbaugeräusche verhindern, dass der Vantana mit dem Malibu gleichzieht. Urteil: 3,5 von fünf Punkten.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Sieger ist der Malibu Van 640 LE. Er überzeugt auf ganzer Linie mit hochwertigem Möbelbau und exzellentem Fahrverhalten. Genial und praxistauglich ist der große Waschraum mit wegschwenkbarer Toilette. Die schlechte Nachricht: Der Malibu hat einen hohen Einstiegspreis. Die gute: Es ist reichlich Serienausstattung an Bord. Urteil: vier von fünf Punkten.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD

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Fazit von Helene Schmidt und Jenny Zeume: Alle cool, diese Kästen! Unser Favorit ist der Malibu. Weil nicht nur die Qualität 1A ist, sondern er auch mit sehr guten Fahreigenschaften überzeugt. Da sehen wir gern über das etwas biedere Holz-Interieur hinweg. Moderner wirkt im Innenraum der Hobby. Er kassiert ...
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... aber Minuspunkte wegen störender Fahrgeräusche. Und der Carado? Der hinterlässt zwischen dem stylishen Hobby und dem hochwertigen Malibu kaum einen bleibenden Eindruck. Dafür hat er den günstigsten Grundpreis.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
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